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Hochprozenter auf Deutsche Bank - Wie viel Sicherheit soll es sein?

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bei der risikoreduzierten Anlage mit Zertifikaten oder Aktienanleihen gibt es zwei Arten von „Sicherheitsbarrieren“. Dabei gilt etwa bei Aktienanleihen grundsätzlich, dass der Nominalbetrag voll abgesichert bleibt, wenn die von der Sicherheitsbarriere fixierte Kursmarke von der jeweiligen Aktie nicht unterschritten wird. Die Kuponzahlungen sind bei diesem Anlagetyp ohnehin sicher und werden unabhängig vom Kursverlauf der abgebildeten Aktie laufend oder einmalig am Ende ausgezahlt.

Einzige Unsicherheitskomponente ist also, ob am Ende das Nominal zurückgezahlt wird, oder ob es stattdessen zu einer Anlieferung von Aktien kommt, die dann zum Lieferzeitpunkt aber weniger wert sind, als die anfangs gezahlten (meist) 1.000 Euro. Dies ist somit ein unerwünschter Fall, der durch die Einbindung solcher Barrieren verhindert werden soll. Denn sie sorgen dafür, dass es eben auch bei Kursverlusten der Aktie trotzdem noch zur Sicherung des Anlagekapitals kommt.

Die eingangs genannten zwei Typen dieser Sicherheitsbarrieren unterscheiden sich darin, zu welchem Zeitpunkt die Schutzfunktion verloren gehen kann. Bei der klassischen Variante einer solchen Barriere, ist dies dann der Fall, wenn die Aktie zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt unter die Barriere rutscht. Der Schutz ist dann sofort und unwiederbringlich verloren und das Anlagekapital bleibt nur dann voll erhalten, wenn sich die Aktie nach dem Absturz wieder erholt und sie am Ende doch noch über das anfängliche Startniveau steigt.

Bei der zweiten Variante, die häufig über den Namenszusatz „Pro“ markiert wird, ist das Risiko einer solchen Barriereverletzung hingegen stark eingeschränkt. Denn in der Regel geht der Schutz bei diesem Papieren nur dann verloren, wenn der Abrechnungskurs am Ende der Laufzeit unter der besagten Kursschwelle liegt. Ob die Aktie davor unter die Barriere gefallen ist oder nicht, spielt hier also keine Rolle.

Wie „teuer“ diese zusätzliche Sicherheit ist, lässt sich am aktuellen Zeichnungsangebot bei Vontobel ablesen. Denn der Emittent bietet gerade zeitgleich eine „Protect Pro“-Aktienanleihe und eine einfache Protect-Aktienanleihe auf die Aktie der Deutschen Bank mit ansonsten fast identischen Eckdaten zur Zeichnung an.

Bei beiden wird die Barriere am Ende der Zeichnungsfrist bei 85 Prozent des Anfangskursen festgesetzt, wobei die Laufzeit jeweils ein Jahr beträgt. Für beide gilt also: Wenn die Deutsche Bank nicht mehr als 15 Prozent an Wert verliert, gibt es am Ende die volle Kapitalrückzahlung und dazu einen netten Kupon.

Bei der Protect-Anleihe mit durchgängigem Barriererisiko beträgt dieser stattliche 8% pro Jahr (VL6AM6, Zeichnung bis 18.12., Bewertungstag 21.12.18). Bei der sichereren Protect-Pro-Aktienanleihe werden hingegen „nur“ 7% pro Jahr sicher ausgezahlt. Dafür reicht es aber, wenn die Deutsche Bank am 18.1.2019 oberhalb der Barriere notiert, um sicherzugehen, dass das Nominalkapital voll erhalten bleibt. Was während dem Kalenderjahr 2018 passiert, spielt also keine Rolle. Gerade bei einer so schwankungsintensiven Aktie wie der Deutsche Bank kann sich dieser kleine Verzicht auf einen Prozentpunkt schnell auszahlen. Und sei es nur, weil er in jedem Fall einen nervenschonenden Wohlfühl-Effekt hat (VL5ZAK, Zeichnung bis 8.1., Bewertungstag: 18.1.19). 

Anzumerken ist dann allerdings noch, dass HSBC die gleichen 7% pro Jahr auch mit einer noch ein bisschen tieferen Barriere anbietet. Bei der TD99J9 reicht es nämlich, wenn die Aktie der Deutsche Bank am 21.12.18 nicht mehr als 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs notiert um das Nominal nebst Kupon einzusammeln (Zeichnung bis 20.12.).

Ralf Andreß

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