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Infineon: Jahresgewinne ausradiert

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Seit Wochen belasten Handelsstreit und Konjunktursorgen die Aktie von Infineon -2,09%. Am Freitag sind die Aktien zwar noch mit einem Plus von gut zwei Prozent in den Handel gestartet. Doch Anleger verließ schnell wieder der Mut und die Infineon-Aktie rutschte wieder leicht ins Minus.

Am Gesamtmarkt wurde positiv gewertet, dass US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellt hatte, den Streit um den Telekomausrüster Huawei in den Handelsgesprächen mit China zu lösen. "Ich kann mir vorstellen, dass Huawei in irgendeine Form eines Handelsabkommens einbezogen wird", sagte Trump.

Diese Kommentare reichten offenbar nicht, um die besorgten Anleger von Infineon zu beruhigen. Ihnen steckt Börsianern zufolge noch der Kursrutsch der Branchenwerte zu Wochenbeginn in den Knochen, den die Furcht vor einem vorübergehenden Verlust des wichtigen Kunden Huawei ausgelöst hatte.

Die US-Regierung hatte Huawei und zahlreiche Tochtergesellschaften vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Den Weg dafür hatte Präsident Donald Trump freigemacht, indem er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hatte.

Das sagen die Analysten

Analysten hingegen blieben zuletzt skeptisch. Infineon könne sich vom Konjunkturtrend und den Auswirkungen des Handelsstreits nicht vollkommen abkoppeln, schrieb der Experte Harald Schnitzer von der DZ Bank. Experten zufolge könnte sich die Weltwirtschaft weiter abschwächen, was sich entsprechend negativ auf die Geschäfte der sehr konjunktursensiblen Halbleiterhersteller auswirken dürfte.

Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan kommentierte zwar, dass die Vorgänge in den USA um den chinesischen Smartphone-Produzenten Huawei letztlich wohl keinen größeren Einfluss auf den deutschen Halbleiterhersteller haben, da auf das Geschäft mit den Chinesen nur ein recht geringer Umsatzanteil entfalle. Dennoch scheine es bei den Aufträgen insgesamt für eine Trendwende zum Besseren noch zu früh zu sein.

Infineon-Aktie bleibt Underperformer

Beim Blick auf den Chart fällt auf, dass die Infineon-Aktien kaum an der Erholung des Gesamtmarktes Mitte Mai teilgenommen haben, vielmehr setzten sie ihren Kursrutsch nahezu unverändert fort. Seit dem Zwischenhoch am 18. April bei 21,615 Euro haben die Anteilsscheine damit inzwischen rund 23 Prozent eingebüßt. Der Dax hingegen hat in diesem Zeitraum kaum nachgegeben.

Damit sind die bisher bei Infineon aufgelaufenen Jahresgewinne inzwischen wieder ausradiert. Aus charttechnischer Sicht bleibt festzuhalten, dass die Papiere bereits Anfang Mai die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen haben. Sie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend. Der Dax hingegen hält sich noch über dieser Linie.

Mit Material von dpaAFX.


Ein-Jahreschart Infineon in Euro
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