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Interview FCR Immobilien AG zur Kapitalerhöhung

| Quelle: Deutsche Börse | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die FCR Immobilien AG, ein auf Einkaufs- und Fachmarktzentren in Deutschland spezialisierter Immobilieninvestor, hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung mit öffentlichem Angebot beschlossen. Es ist, wie geplant, der zweite Schritt einer Kapitalmaßnahme, bei der im ersten Schritt im März dieses Jahres bereits neue Aktien ausgegeben worden waren. Das Unternehmen aus München investiert schwerpunktmäßig in Objekte an aussichtsreichen Sekundärstandorten, die überdurchschnittliche Renditepotenziale bieten. Erträge erzielt FCR durch Vermietung und erfolgreiche Wiederveräußerung optimierter Bestandsobjekte. Im Gespräch mit finanztreff.de erklärt Falk Raudies, Vorstand und Gründer der FCR Immobilien AG, wie er sein Unternehmen derzeit positioniert sieht und wofür er das frisch einzusammelnde Kapital verwenden will.

Herr Raudies, im März haben Sie bereits erfolgreich eine Kapitalerhöhung durchgeführt. In einem Interview mit finanztreff.de sagten Sie vor dieser ersten Kapitalerhöhung, Sie würden das frische Kapital nutzen, um weitere Immobilien anzukaufen. Haben Sie Ihre Pläne umsetzen können?
Die FCR Immobilien AG hat sich wie erwartet in den vergangenen Monaten dynamisch erfolgreich weiterentwickelt. Wir haben seit der Kapitalerhöhung im März unter anderem zwei Handelsimmobilien in Bayern und Brandenburg gekauft sowie ein Distributionszentrum in Sachsen erworben. Darüber gehört nun auch eine Handelsimmobilie in Sachsen-Anhalt und fünf Objekte, die alle an die Baumarktkette Hammer vermietet sind, neu zu unserem Portfolio. Insgesamt haben wir in diesem Jahr bis Ende August bereits 16 Ankäufe mit einem Gesamtvolumen von über 36 Millionen Euro getätigt. Alle Objekte sind voll vermietet. Was mich aber besonders freut ist, dass auch jetzt unsere Projektpipeline weiter sehr gut gefüllt ist.

Sie kaufen nur vollvermietete Objekte?
Nicht ausschließlich, aber in der überwiegenden Mehrzahl. Wichtig ist, dass die Objekte in unser Portfolio passen.

Wie sieht dieses Portfolio aus?
Wir fokussieren uns auf Einkaufs- und Fachmarktzentren in aussichtsreichen Sekundärlagen. Die Objekte, die wir bevorzugen, sind etablierte Handelsimmobilien, die sich an ihren Standorten bereits bewährt haben, eine vergleichsweise hohe Rendite erzielen, aber immer noch ausbaufähig sind. Zu unseren Mietern gehören Unternehmen wie EDEKA, Netto, ROSSMANN, OBI, REWE und ALDI. Und seit diesem Jahr, wie gesagt, auch die Baumarktkette Hammer.

Wenn Sie vermietete Immobilien kaufen, bedeutet das doch vergleichsweise geringes Wachstum, oder? Bietet Ihre Aktie auch Kursphantasie?
Allerdings. Wir wachsen seit Jahren profitabel und dynamisch. Schließlich fußt unser Geschäftsmodell nicht nur auf dem Ankauf von vermieteten Immobilien und der Einnahme der danach folgenden Mieteinnahmen. Unsere Strategie ist komplexer: Wir kaufen die Immobilien vergleichsweise günstig ein, gerne aus Sondersituationen und entwickeln sie weiter. Wir werten sie also auf und steigern damit ihren Wert. Anschließend verkaufen wir optimierte Objekte wieder und sichern uns so zusätzliche Ertragspotenziale aus der Entwicklung. In der Kombination aus stetigen Mieteinnahmen und der Wertsteigerung unseres Immobilienportfolios durch aktives Asset Management steckt enormes Potenzial, das wir bestmöglich nutzen wollen.

Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Entwicklung in diesem Jahr?
Ich blicke auf eine sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr zurück. Die FCR Immobilien AG konnte sowohl den Umsatz als auch sämtliche Ergebniszahlen signifikant steigern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, vervielfachte sich auf 11,7 Millionen Euro nach 3,9 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2018. Damit lag das Halbjahres-EBITDA bereits deutlich über dem Wert des gesamten Jahres 2018 von 10,1 Millionen Euro. Wir sind nicht nur mit unseren Akquisitionen, sondern auch bei den Verkäufen auf einem guten Weg. Die FCR Immobilien AG hat drei Objekte im 1. Halbjahr 2019 nach erfolgreicher Aufwertung mit Gewinn veräußert. Mit Stand August 2019 verwalten wir ein Portfolio im Wert von 265 Millionen Euro. Und wir wachsen weiter.

Was sind Ihre Pläne?
Wir können weiter günstig einkaufen und mit unserem erfahrenen Asset Management die Objekte so entwickeln, dass wir durch unsere Veräußerungen auch weiterhin signifikante Wertzuwächse heben. Zudem stellen wir uns breiter auf und investieren opportunistisch in weiteren Bereichen des Immobilienmarktes. Auch hierbei haben wir natürlich eine Zusatzrendite im Blick.

Der Immobilienmarkt gilt derzeit nicht gerade als einfach. Die Preise steigen, die Renditen sinken. Wie schaffen Sie es, sich in diesem Markt zu behaupten?
Uns zeichnen unser hervorragendes Netzwerk und unsere Flexibilität aus. Im Gegensatz zu großen Immobilienkonzernen können wir schnell entscheiden und handeln. Das verschafft uns enorme Vorteile. Aufgrund der vergleichsweise hohen Mittelzuflüsse aus dem bestehenden Portfolio und der eingespielten Strukturen können wir An- und Verkäufe schneller realisieren als manch anderes Unternehmen in diesem Markt. Zudem kaufen wir gerne aus Sondersituationen und auch hier sind Kontakte und Schnelligkeit wichtig. Wir legen Wert darauf, unser Tempo hoch zu halten.

Wofür sollen die Mittel aus dieser zweiten Kapitalerhöhung verwendet werden?
Wir planen weitere Immobilien anzukaufen. Wir haben 15 weitere Objekte aus den Segmenten Handel, Hotel, Wohnen, Büro und Logistik mit einem Gesamtvolumen von über 70 Millionen Euro in der Pipeline. Wir steigern also nicht nur die Quantität, sondern erweitern mit dem Kauf von Hotels, Wohn- und Büroimmobilien auch in der Breite und verbessern die Diversifikation in unserem Portfolio. Unserer Strategie bleiben wir dabei treu: günstig einkaufen, Mieteinnahmen erzielen, die Objekte weiterentwickeln und mit Gewinn verkaufen.

Welche Vorteile sehen Sie gegenüber der Ausgabe einer neuen Anleihe?
Seit November 2018 sind wir im Börsensegment Scale gelistet. Wir haben dabei bewusst zum Börsengang keine neuen Aktien ausgegeben, so dass der Markt zunächst einen Preis bilden konnte. Im März haben wir dann in einem ersten Schritt neue Aktien ausgegeben, nun erfolgt der damals bereits angekündigte zweite Schritt. Beide Kapitalerhöhungen dienen vor allem der Ausweitung des Streubesitzes. Aber natürlich schaffen wir uns so auch weiteren finanziellen Spielraum für den Ausbau unseres Immobilienportfolios, da unsere Finanzierung ja auf den drei Säulen Eigenkapital, Anleihemittel und Bankkredite beruht.

Warum sollten Anleger die Aktie zeichnen?
Wir geben Anlegern die Chance, an unserem Erfolg teilzuhaben. Die neuen Aktien (ISIN: DE000A2YPHV3, WKN: A2YPHV) sind den bestehenden Aktien gleichgestellt, d.h. für das Geschäftsjahr 2019 voll dividendenberechtigt und mit dem Angebotspreis von 9,50 Euro je Aktie können sich Anleger noch einen Abschlag zur aktuellen Börsennotiz sichern. Wie ich finde, ein attraktives Angebot.

Können Sie mehr Details zur Kapitalerhöhung nennen?
Ausgegeben werden bis zu 335.084 Aktien gegen Bareinlage mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils einem Euro. Durch die Kapitalerhöhung steigt das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausnutzung des vorhandenen genehmigten Kapitals von 8.811.320 Euro um bis zu 335.084 Euro auf bis zu 9.146.404 Euro. Die neuen Aktien werden im Rahmen eines öffentlichen Angebots unter Einbindung der Zeichnungsfunktionalität der Frankfurter Wertpapierbörse offeriert. Zudem werden die Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung institutionellen Investoren angeboten. Die Zeichnungsfrist läuft vom 11. September 2019 bis voraussichtlich zum 25. September 2019, 12.00 Uhr. Die neuen Aktien werden voraussichtlich ab dem 11. Oktober 2019 in den börsentäglichen Handel unter derselben ISIN und Wertpapierkennnummer der bisherigen Aktien der FCR Immobilien AG einbezogen.

Informationen zur FCR-Aktie: https://fcr-immobilien.de/aktien/

 

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