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Interview Frequentis AG

| Quelle: Deutsche Börse | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Frequentis AG, Spezialist für sicherheitskritische Kommunikations- und Informationssysteme, geht am 14. Mai an die Börse. Es wird ein sogenanntes Dual-Listing werden: Die Anteilsscheine werden sowohl im Regulierten Markt (General Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse als auch im Regulierten Markt (prime market) der Wiener Börse gehandelt werden. Anleger können die Aktien ab 27. April bis voraussichtlich 8. Mai 2019 zeichnen. Die Preisspanne liegt bei 18 bis 21 Euro je Aktie. Im Gespräch mit finanztreff.de erklärt Vorstand Norbert Haslacher die Positionierung und die Strategie der Frequentis AG.

Herr Haslacher, wofür steht Ihr Unternehmen?
Norbert Haslacher:
Wir sind gefragte Spezialisten in einem sehr speziellen Markt. Mit unseren leistungsstarken und flexiblen Lösungen sind wir die erste Adresse für Bereiche, in denen Menschen für die Sicherheit anderer Menschen und Güter verantwortlich sind. Die Endanwender der Arbeitsumgebungen, die wir entwickeln und vertreiben, sind zum Beispiel Fluglotsen, Dispatcher und Disponenten. Unsere Produkte bestehen aus eigenentwickelter Software sowie aus Hardwarekomponenten, die passgenau auf die Herausforderungen dieses Marktes zugeschnitten sind.

Wer sind Ihre Kunden?
Norbert Haslacher:
Wir liefern Produkte und Lösungen für sicherheitskritische Kontrollzentralen in der öffentlichen Sicherheit, in der Luftfahrt, im Bahn- und Schiffsverkehr oder in der Landesverteidigung. Unsere Kunden sind Behörden, Organisationen und Unternehmen mit sicherheitskritischen Aufgaben im Verkehr und im Bereich der öffentlichen Sicherheit, wie beispielsweise die Deutsche Flugsicherung oder die Deutsche Bahn.

Wie sind Sie in diesem Markt positioniert?
Norbert Haslacher:
Mit einem Marktanteil von rund dreißig Prozent sind wir Weltmarktführer bei Sprachkommunikationssystemen für die Flugsicherung. Wir setzen mit unseren Produkten auch die Standards im Bereich Luftfahrt-Informationsmanagement, bei Nachrichtensystemen für die Luftfahrt und bei GSM-R Systemen im Bahnbereich. Weltweit haben wir bislang rund 25.000 Arbeitsplätze in Kontrollzentralen ausgeliefert, in mehr als 140 Ländern. Wir sind im Bereich der sicherheitskritischen Kommunikations-Lösungen ein Big Player. Das können wir mit Fug und Recht behaupten.

Über welche Dimensionen bei Umsatz und Gewinn reden wir hier?
Norbert Haslacher:
Wir haben 2018 unsere Betriebsleistung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert und beim Auftragseingang die Schallgrenze von 300 Millionen Euro durchbrochen. Das erwirtschaftete EBIT der Frequentis-Gruppe betrug im vergangenen Jahr 15,6 Millionen Euro. Das ist ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Jahr 2017. Für das Geschäftsjahr 2019 gehen wir von einer neuerlichen Steigerung des Auftragseingangs aus. Bereits Ende 2018 lag der Bestand vertraglich gesicherter Aufträge bei 355,2 Millionen Euro. Dazu muss man sagen: Das ist zwar nur eine Momentaufnahme. Doch sie steht für eine lange Tradition an Solidität und nachhaltigem Wachstum. Wir sind kein junges Startup, das darauf hofft, eines Tages einmal Gewinne zu erzielen, sondern ein gestandenes Unternehmen mit konsequentem Betriebsleistungswachstum über mehr als 30 Jahre hinweg. Unsere exzellente Eigenkapitalausstattung und eine gut gesicherte Liquidität stehen für die nachhaltige Entwicklung von Frequentis. Konkret: Die stabile Eigenkapitalquote von Frequentis lag in den beiden vergangenen Geschäftsjahren deutlich über 40 Prozent.

Warum wollen Sie nun an die Börse gehen?
Norbert Haslacher:
Mit dem Börsengang wollen wir unsere finanzielle Unabhängigkeit und die Flexibilität der Firmengruppe langfristig sicherstellen, er ist für uns der optimale Weg für die Entwicklung vom inhaber- zum managementgeführten Unternehmen. Wir sind zwar schon führender internationaler Spezialist für Control Center Solutions. Doch damit geben wir uns nicht zufrieden. Mit dem Erlös aus dem Börsengang wollen wir unser Wachstum noch beschleunigen und die Marktführerschaft in jedem möglichen Segment des Control Centers erreichen.

Was macht Sie zuversichtlich, dass Ihr Unternehmen weiter wachsen wird?
Norbert Haslacher:
Zunächst einmal starten wir aus einer sehr guten Position heraus. Die Markteintrittsbarrieren für potenzielle Mitbewerber sind sehr hoch. Das liegt nicht zuletzt am sicherheitskritischen Charakter der Kundenaufgaben. Verlässlichkeit und Vertrauen spielen hier eine große Rolle. Beides haben wir uns in den zurückliegenden 30 Jahren bei unseren Kunden verdient. Gleichzeitig ist Frequentis schlank genug, um tief in weitere Teilsegmente dieses Marktes einzudringen – und groß genug, um weltweit eine Mehrzahl dieser spezialisierten Märkte mit umfassendem Portfolio zu bedienen. Dazu kommt, dass wir unsere technologische Spitzenposition kontinuierlich ausbauen und festigen. So haben wir 2018 beispielsweise 14 Prozent unserer Betriebsleistung in Forschung und Entwicklung investiert. Zur Ergänzung unseres Portfolios für Control Center Solutions schließen wir für die Zukunft auch eine entsprechende Akquisition nicht aus. Voraussetzung: Sie muss Sinn machen und zu uns passen. Wachstum um des Wachstums willen wird es für uns nicht geben.

Warum gehen Sie gleichzeitig in Frankfurt und in Wien an die Börse?
Norbert Haslacher:
Deutschland ist unser wichtigster Exportmarkt mit so namhaften Kunden wie der Deutschen Flugsicherung, der Bundeswehr und der Deutschen Bahn. In Österreich wollen wir schon deshalb vertreten sein, weil das Unternehmen von hier stammt.

Bis wann können Privatanleger Ihre Aktie zeichnen?
Norbert Haslacher:
Das öffentliche Angebot sowohl in Österreich als auch in Deutschland läuft noch bis zum 8. Mai 2019. Als erster Handelstag ist der 14. Mai vorgesehen.

Können Sie weitere Eckdaten zum Börsengang nennen?
Norbert Haslacher:
Die Aktien (WKN A2PHG5) werden im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) und der Börse Wien (prime market) platziert. Die Preisspanne liegt bei 18 bis 21 Euro je Aktie. Das Angebot umfasst 1,2 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie eine Umplatzierung von 1,5 Millionen Aktien aus dem Bestand des Mehrheitseigentümers Johannes Bardach, der im vergangenen Jahr von der Vorstandsspitze in den Aufsichtsrat gewechselt ist. Darüber hinaus können bis zu 400.000 Aktien aus dem Bestand von Johannes Bardach durch Mehrzuteilung zugeteilt werden. Rund 900.000 Aktien wurden bereits vorab bei ausgewählten Investoren platziert. Die Familie Bardach wird nach dem Börsengang voraussichtlich rund 66 Prozent der Anteile halten. Sollte der Börsengang wie geplant am 14. Mai über die Bühne gehen, ergibt sich aus der Platzierung der neuen Aktien ein erwarteter Brutto-Mittelzufluss für Frequentis zwischen 21,6 und 25,2 Millionen Euro.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

Diese Veröffentlichung dient Werbezwecken und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren in den US), Kanada, Japan, Australien oder anderen Jurisdiktionen in denen ein Angebot gesetzlichen Beschränkungen unterliegt dar. Die Wertpapiere sind nicht und werden nicht nach den Vorschriften des U.S. Securities Act of 1933 i.d.g.F. registriert und dürfen in den USA nur mit vorheriger Registrierung nach den Vorschriften des Securities Act oder ohne vorherige Registrierung nur auf Grund einer Ausnahmeregelung verkauft oder zum Kauf angeboten werden. Die Frequentis AG beabsichtigt nicht, Aktien in den USA anzubieten oder zu registrieren Im Vereinigten Königreich wurde und wird kein Prospekt veröffentlicht. Infolgedessen richtet sich diese Veröffentlichung nur an qualifizierte Anleger i.S.v. Artikel 19 (Abs. 5) und Artikel 49(2)(a) bis (d) der Financial Services and Markets Act 2000 (Financial Promotion) Order 2005 oder anderen Personen, an die das Dokument rechtmäßig übermittelt werden darf, sowie nur an "qualifizierte Anleger" im Sinne des Artikels 2(1)(e) der (Richtlinie 2003/71/EG) in anderen Mitgliedsländern des EWR als Deutschland oder Österreich. Das Angebot erfolgt ausschließlich durch und auf Basis des veröffentlichten und von der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) am 26. April 2019 gebilligten Wertpapierprospekt (einschließlich etwaiger Nachträge). Eine Anlageentscheidung sollte nur auf der Grundlage des Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge) erfolgen, der (die) im Internet auf der Website der Frequentis AG (http://www.frequentis.com/IR) und zu den üblichen Geschäftszeiten kostenfrei erhältlich.

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