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Investieren in ETFs – Ist 100 minus Lebensalter eine geeignete Anlageregel?

| Quelle: THOMAS_MEYER_ZU... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Trotz aller geopolitischer Unwägbarkeiten gilt es aber dennoch, Altersvorsorge und Vermögensaufbau, die Titelthemen dieser Ausgabe von OnStage, im Auge zu behalten und langfristig zu investieren. Vielfach auch für die Ausbildung der Kinder. Und da kommt sehr schnell eine Anlageregel auf den Tisch, die immer wieder mal mehr oder weniger ernst propagiert wird: 100 minus Lebensalter sollte der Anteil risikobehafteter Anlagen sein, womit nach üblicher Lesart Aktien gemeint sind. Sinnvoll oder nicht, wurde ich vor kurzem von einer interessierten Besucherin auf einer Veranstaltung gefragt. Ja – mit lang gezogenem a – war meine spontane Antwort, was eine längere Unterhaltung nach sich zog. Die Enkelin der Dame war gerade geboren. Und die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass eine breite Anlage in Aktien über sehr lange Zeiträume es erlaubt, Schwankungen beruhigt verkraften zu können. Eine Anlage über Sparpläne hilft dabei, sich keine Gedanken über die richtigen Einstiegszeitpunkte machen zu müssen. Die Länge der Zeit hilft zudem, auch schon mit kleinen Beträgen Vermögen aufzubauen. Somit eins zu null für die Regel. Schwieriger wird es dann schon beim ersten Geburtstag: Aus 100 minus Alter von eins einen 99-prozentigen Aktienanteil machen? »Blödsinn!«, werden Sie jetzt sagen. Schließlich macht »hin und her nur Taschen leer«. Eine mögliche Lösung für denjenigen, der den Aktienanteil im Zeitablauf dennoch reduzieren möchte: Anfallende Erträge einfach liegen lassen und so über die Zeit Kasse aufbauen. Keine Angst, ich gehe die Anlageregel jetzt nicht Jahr für Jahr durch. Täten wir dies dennoch, so kämen wir zu folgenden Erkenntnissen: In jungen Jahren lohnt sich ein hoher Aktienanteil. Am sinnvollsten angelegt in Fonds wie ETFs, denn eine breite Streuung ist für den Erfolg immens wichtig. Sofern andere essenzielle Gefahren des Lebens über entsprechend preisgünstige Versicherungen abgedeckt sind und auch ein Polster für Notfälle geschaffen ist. Die Daumenregel hier: Drei Nettomonatsgehälter. Ein ganz wichtiger Aspekt, der nicht oft genug wiederholt werden kann, ist die langfristige Ausrichtung eines solchen Vorgehens, die Sie dann auch durchhalten sollten. Ein in fünf Jahren geplanter Hauskauf ist sicherlich kein geeignetes Ziel.

Es gibt noch eine weitere wichtige Bemerkung: Welches Risiko sind Sie bereit zu tragen? Denn jede Anlagestrategie ist ziemlich schnell zum Scheitern verurteilt, wenn Sie nicht mehr gut schlafen können, sobald Ihr Depot schwankt. Und Aktien-ETFs schwanken nun einmal im Zeitablauf! Was ist mit weiteren Anlageklassen? Die Immobilie zur Selbstnutzung haben viele Investoren im Laufe des Lebens ohnehin erworben. Rohstoff-ETFs erhöhen die Streuung.

Lassen Sie uns die Uhr nun 63 Jahre vorstellen. Jetzt heißt es 100 minus 63, also 37 Prozent Aktien und Rohstoff-ETFs. Sinnvoll? Vielleicht. Denn Sie werden als Rentner womöglich noch andere Einkunftsquellen haben. Und die gilt es zu bilanzieren und dann mit den regelmäßigen Ausgaben zu vergleichen. Für viele Neurentner eine durchaus angenehme Überraschung, denn oft ist mehr vorhanden, als man denkt. Wenn Sie dann bilanziert haben und zusätzlich noch die nächsten zwei bis drei Jahre berücksichtigen, um nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen, dann kann der Aktienanteil auch höher liegen. Die Anlageregel verbietet in keinem Fall den Besitz von höheren Quoten an risikobehafteten und möglichst breit gestreuten Anlagen im Alter. Außerdem macht Ihnen das Investieren vielleicht auch Spaß, haben Sie doch jetzt mehr Zeit, sich mit wirtschaftlichen Zusammenhängen zu befassen. Was durchaus faszinierend sein kann.

Wie lautete nun das Fazit der Unterhaltung? Die »100 minus Lebensalter«-Regel ist eine gute Groborientierung, um trotz der vielen Herausforderungen des Lebens die Frage des Vermögensaufbaus nicht untergehen zu lassen. Und hat bei Befolgen auch keine großen Nebenwirkungen und Risiken, sofern auf die eigene Risikotoleranz und die momentanen Lebensumstände geachtet wird. Sinnvoll ist es immer, noch mal vor dem Eintritt in den Ruhestand eine Bilanz des vorhandenen Vermögens zu ziehen, um dann auch im Alter von möglichen Chancen an den Kapitalmärkten zu profitieren. Was sicherlich sorgenfreier macht und worüber sich die Kinder und Enkel eines Tages vielleicht freuen dürfen.

Wie immer wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit Ihren Anlagen! Bitte bleiben Sie ComStage ETFs gewogen.

Kontakt bei Fragen und Anregungen

Bei Fragen zu unseren Produkten rufen Sie uns an unter 069 – 136 47845.

Oder schicken Sie uns eine E-Mail an zertifikate@commerzbank.com.

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