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Ist das Aktienjahr 2016 nach dem Fehlstart schon gelaufen?

| Quelle: INV

Hoppla. Viel schlechter hätte der Auftakt für das Börsenjahr 2016 kaum laufen können. Um satte elf Prozent sackte die Kurse der deutschen Aktien seit dem Jahreswechsel in die Tiefe und bescherten dem Dax und auch allen anderen großen Indizes einen fulminanten Fehlstart. Für einige besonders statistik-verliebte Börsianer ist das Jahr eigentlich schon gelaufen. Denn – so war in den letzten Tagen wieder vielfach zu lesen – die ersten fünf Börsentage geben „in der Regel“ die Richtung für das ganze Jahr vor.

Das Handelsblatt hat nachgerechnet und ermittelt, dass diese denkbare einfache Regel in 70 Prozent der Fälle eintritt. Demnach gäbe es für rationale und mathematik-gläubige Anleger in diesem Jahr viel Zeit für Hobbys und andere Aktivitäten, denn wenn die ersten Tage die Vorboten für das restliche Jahr gewesen sind, dann gilt es jetzt nur noch das Depot leer zu räumen und sich für die nächsten elf Monate mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Und tatsächlich muss man nicht lange suchen, um in den vielen Kommentaren zum aktuellen Geschehen genau diese Anlageempfehlung zu finden. In diesem Fall ist es der Chef-Analyst für Europa der Royal Bank of Scotland (RBS), Andrew Roberts, der den Kunden der Bank nahelegt alles außer hochwertigen Anleihen zu verkaufen, um dem bevorstehenden Fiasko zu entgehen. Kurz umrissen prognostiziert er einen Absturz der Ölpreise bis auf 16 Dollar und einen globalen Einbruch der Aktienkurse um 20 Prozent – ausgelöst  durch einen Einbruch der Weltwirtschaft und ein Bersten der nächsten Kreditblase.

Auch andere mehr oder minder prominente Auguren mahnen zur Vorsicht und bekommen von den Medien die entsprechende Aufmerksamkeit – Schlagzeilen zum Weltuntergang bringen Klicks und Quote. Außerdem will sich niemand vorwerfen lassen, dass er nicht gewarnt hätte. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass nach dem wirklich langen Börsenaufschwung nun wieder die Zeit für eine ordentliche Korrektur gekommen sein könnte. Dies zu prognostizieren ist mithin nicht besonders gewagt, was allerdings auch schon in den vergangenen Jahren gegolten hat.

Andererseits hat inzwischen aber auch die Korrektur schon einen gewissen Reifegrad erreicht. Auf Sicht von sechs Monaten haben die großen europäischen Indizes bereits um rund 20 Prozent nach unten korrigiert und in den dereinst gefeierten BRIC-Ländern stehen im Schnitt rund 30 Prozent auf der Minusseite. Vergleichsweise stabil hat sich indes – wie üblich – der amerikanische S&P 500 gehalten. Obgleich gerade US-Aktien oft als besonders hoch bewertet genannt werden, hat der wichtigste US-Index nur etwa zehn Prozent verloren.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch mit Blick auf die weiter andauernde Jahresauftakt-Baisse. Die stärksten Einbußen zeigen die typischen Risiko-Indizes wie der HangSeng China, der russische RDX und der Dax. Als sehr beliebtes Spielzeug der globalen Spekulantenmaschinerie ist der Dax tatsächlich um einiges stärker unter die Räder gekommen als die gesamteuropäischen Indizes. Das ist insofern bemerkenswert, weil der Euro Stoxx 50 oder der Stoxx50 viel stärker von den derzeit besonders hart getroffenen Öl- und Rohstoffwerten bestimmt werden als der Dax.

Wie jetzt vorgegangen werden sollte, ist noch unsicherer als sonst. Zumal auch die dominierenden Akteure der letzten Jahre – die Notenbanken - womöglich wieder einmal aktiv werden könnten. So wie die Zentralbank in Japan, wo jetzt offenbar ein Gesetz vorbereitet wird, dass dem billionen-euro-schweren staatlichen Pensionsfonds direkte Akteinkäufe ermöglichen soll. Die Umsetzung wird zwar noch einige Zeit dauern, die Erwartung eines neuen potenten Käufers kann aber schon vorher (zumindest den japanischen Markt) stützen.

Für konkrete Anlageentscheidungen mag es noch zu früh sein, „gelaufen“ ist das Börsenjahr aber mit sicherhiet trotzdem nicht. Es sei denn, man geht – wie bei der RBS – auf Nummer sicher und steigt aus. Ob dies am Ende die bessere Entscheidung ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen…

Ralf Andreß

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