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Ist die Eurokrise ist zurück?

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Über das Wochenende wurde bekannt, dass aufgrund der Ablehnung des vorgeschlagenen, sehr euroskeptischen Finanzministers Paolo Savona durch Präsident Mattarella, die Regierungsbildung gescheitert ist. Der designierte Ministerpräsident Giuseppe Conte gab daraufhin seinen Regierungsauftrag zurück. Die wahrscheinlichste Option sind nun baldige Neuwahlen.

Nachdem am Montag die Reaktion auf die neuen Umstände noch verhalten war, folgte am Dienstag eine regelrechte Verkaufspanik. Neben der neuen Unsicherheit wird sich schließlich an einer grundsätzlich euroskeptischen Haltung auch nach Neuwahlen höchstwahrscheinlich nichts ändern.

Neben der 5-Sterne-Bewegung ist in den Umfragen der Chef der ebenfalls euroskeptischen Lega Nord, Matteo Salvini, großer Profiteur. Die italienischen 2-jährigen Renditen durchliefen jedenfalls am Dienstag die größte jemals verzeichnete Tagesbewegung:

 

 

 

Der Aufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen stieg auf ein 5-Jahres-Hoch. Dies ist ein echtes Problem, schliesslich muss sich ein Staat über Anleihen refinanzieren. Wenn dabei der Zinssatz schlicht und ergreifend zu teuer ist, kann ein Staat auch insolvent gehen. Ebenfalls nach oben ging es für die Anleihen aus Portugal, welche auf 10 Jahre angelegt mit einem Zinssatz von bis zu 2,4 Prozent ansprangen. Spanien folgt auf dem Fuße. Und wie reagierte der Aktienmarkt? 

Vor allem italienische Aktien litten stark, mit Abschlägen bis zu 3%. Insbesondere die italienischen Bankaktien befinden sich nun deutlich in einem Bärenmarkt:

 

 

 

Zu allem Übel fallen auch die Aktien Europas größten Bankhauses, der Deutschen Bank, unter die Marke von 10 EUR. Sie war die schwächste Aktie im DAX neben einem anderem Banktitel - der Commerzbank AG. Nun befindet sich der Wert charttechnisch in der Nähe seiner Allzeittiefs und blickt auf eine Performance im laufenden Jahr von minus 35 Prozent:

 

 

 

Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB den Leerverkauf von italienischen Staatsanleihen verbieten wird. Ob so eine Maßnahme erfolgreich sein wird, steht allerdings in den Sternen. Der EUR/USD reagierte bereits und fiel unter die Marke von 1,16. Das Augenmerk wird aber auf jeden Fall auf EZB-Chef Mario Draghi liegen.

Es ist sicherlich Fall davon auszugehen, dass von der EZB kurzfristig Maßnahmen kommen werden, um eine „Ansteckung“ im Sinne von Ausbreitung auf andere Märkte (engl. contagion) zu vermeiden.

Wir behalten die Entwicklung im Auge und wünschen Ihnen wie immer Erfolg in der Geldanlage,

Ihr finanztreff.de Team

 

Bildquelle mit CCO-Lizenz: https://pixabay.com/de/italien-rom-vatikan-saint-pierre-1633682/

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