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Ist passives Anlegen wirklich besser?

| Quelle: THOMAS_MEYER_ZU... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dazu passt übrigens auch die Bemerkung einer Dame, die wissen wollte, ob sie denn all ihre aktiven Anlagen verkaufen müsse, wenn sie von passiv anlegenden ETFs überzeugt sei. Um meine Antwort an dieser Stelle vorwegzunehmen: Nein, das müsse sie selbstverständlich nicht. Solange sie zumindest weiter an ihre ursprüngliche Anlageentscheidung glaube und ihre Annahmen und Einschätzungen weiter zuträfen. Aber zurück zu den Statistiken, die immer wieder zeigen, dass es meist nicht lohnt zu versuchen, besser als der Durchschnitt, also der Markt, zu sein. Und das trifft mehr oder minder deutlich für nahezu alle Märkte zu. Doch was sagen die Untersuchungen genau? Drei Dinge sind dabei wichtig: Der Anlagehorizont, die eigene Vorhersagefähigkeit für Marktentwicklungen oder Fonds und Kosten. Sicherlich gibt es noch weitere Gesichtspunkte, die eine Rolle spielen, die ich aber an dieser Stelle außen vor lassen möchte.

Der Anlagehorizont: Gerade zu Jahresanfang werden Sie immer wieder festgestellt haben, dass es einen oder mehrere »Fonds des Jahres« gibt, die für ihre überragende Leistung ausgezeichnet werden. Wohlgemerkt, für die überzeugende Wertentwicklung des vergangenen Jahres. Was Ihnen als Anleger im Zweifel wenig hilft, denn Sie hätten genau diesen Fonds, oder auch dieses Einzelinvestment, ein Jahr vorher kaufen müssen. Denn sonst bringt Ihnen die nachträgliche Erkenntnis der überragenden Wertentwicklung keinen Mehrwert. Dass die Auszeichnung innerhalb der richtigen Vergleichsgruppe erfolgt sein muss, versteht sich von selbst. Dies gilt auch für die Betrachtung längerer Vergleichszeiträume. Entscheidend ist immer, dass Anleger im Vorhinein eine Entwicklung vorhergesagt haben müssen, die sich hinterher erst beurteilen lässt. Und da wird es im Zeitablauf dünner. Oft ist der Sieger des Vorjahres nicht mehr der Gewinner des Folgejahres und so weiter. Ein Indiz, dass für lange Phasen des Vermögensaufbaus passive Lösungen nahelegt. Kann ich Marktentwicklungen vorhersagen? Traue ich mir zu, den Sieger von morgen und übermorgen bereits heute zu kennen? Wenn Sie diese Fragen für sich mit hohem Zutrauen, also mit hoher Konfidenz, bejahen können, dann sollten Sie in der Tat darüber nachdenken, aktiv zu investieren oder die Investitionsentscheidung einem aktiven Verwalter zu überlassen. Natürlich bedarf es einer gewissen Stresstoleranz, wenn Ihr Verwalter hin und wieder von der Siegerstraße abkommt. Und eines Bewusstseins für Kosten, einem weiteren wichtigen Merkmal bei einer Entscheidung für passiv oder gegen aktiv. Wenn das von mir zuvor Gesagte stimmt und der Sieger von heute nicht der Gewinner von morgen oder übermorgen ist, Sie sich aber dennoch zutrauen, diese Herausforderung durch entsprechende Selektion zu meistern, dann werden schnell höhere Transaktionskosten anfallen, denn Sie müssen Ihr Depot regelmäßig anpassen. Diese Kosten müssen dann durch eine entsprechend bessere Wertentwicklung wieder »hereingeholt« werden. Was nicht leicht ist und sich mit der Zeit aufschaukelt, sollte es einmal nicht gelingen. An dieser Stelle erlauben Sie mir noch einen weiteren Hinweis: Oft ist zu lesen, dass aktive Verwalter vor Kosten vielfach besser seien als eine Benchmark oder ein passiver ETF. Glaube ich gerne. Bringt mir als Anleger aber nur wenig, denn das Ergebnis meiner Anlage ist immer nach Kosten. Kosten können also ein vortrefflicher Spielverderber sein.

Natürlich werden Sie jetzt fragen, wie die eingangs beschriebene Diskussion ausging. Meine Antwort war, dass eine Mischung aus passiven und aktiven Anlagen durchaus sinnvoll sein kann und heutzutage Stand der Dinge ist. Auch bei langfristig ausgelegten Investmententscheidungen. Wichtig ist dabei, einerseits auf die Kosten zu achten und andererseits davon überzeugt zu sein, dass der gewählte aktive Verwalter aus hoher eigener Überzeugung langfristig gut arbeitet. Oder dass Sie selbst über die Prognosefähigkeit verfügen, in regelmäßigen Abschnitten den Gewinner für die Zukunft vorauszusagen. Was nachgewiesen schwierig und auch zeitaufwendig ist. Womit wiederum langfristig vieles für passives Anlegen mit ETFs spricht. Noch einen kurzen Satz zu Sparplänen, die ich, wie Sie wissen, für ideale Instrumente zum langfristigen Aufbau von Vermögen halte: Hier stehen Regelmäßigkeit und Bequemlichkeit im Vordergrund. In Kombination mit dem Kostenargument und der Herausforderung an einen aktiven Fondsmanager, auch dauerhaft stetig besser als der Markt sein zu müssen, empfiehlt sich der Einsatz von passiven Anlagen wie ETFs fast von selbst.

Wie immer wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit Ihren Anlageentscheidungen.

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Rechtliche Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise.  

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Thomas Meyer zu Drewer

Thomas Meyer zu Drewer Thomas Meyer zu Drewer ist Geschäftsführer von Comstage, der ETF-Marke der Commerzbank. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit ETFs und Investmentfonds aus verschiedenen beruflichen Stationen sowohl im aktiven wie auch passiven Fondsmanagement.

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