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Italien erwägt Fristverlängerung für Alitalia-Rettung

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Olaf Ridder und Carlo Martuscelli

ROM (Dow Jones)Für die Rettung der nur mit Notkrediten fliegenden Airline Alitalia gibt es womöglich eine weitere Frist. Vertreter der italienischen Regierung stünden vor einem Treffen, um über die Konditionen für eine Verlängerung zu beraten, sagte ein Sprecher der staatlichen Bahngesellschaft am Mittwoch. Ferrovie dello Stato Italiane und der Infrastrukturkonzern Atlantia hatten am Dienstag kurz vor Ablauf der Frist ihre Bereitschaft erklärt, unter bestimmten Bedingungen ein bindendes Übernahmeangebot vorzulegen. Insbesondere wollen beide nur als Minderheitsgesellschafter bei Alitalia an Bord gehen. Sie forderten dafür jedoch mehr Zeit. Laut der italienischen Zeitung Messaggero ist von 8 weiteren Wochen die Rede.

Atlantia, mit der Benetton-Familie als größtem Aktionär, will als Quasi-Alleinaktionär des Flughafenbetreibers Aeroporti di Roma nicht in Interessenskonflikte kommen und deshalb im Tagesgeschäft der Fluggesellschaft mitmischen. Gefunden werden müsse ein Partner aus der Branche, der eine signifikante Beteiligung bei Alitalia übernehme, heißt es in einer Entscheidung des Verwaltungsrates.

Im September hatte das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung den 15. Oktober als letzte Frist für ein konkretes Übernahmeangebot gesetzt. Jetzt muss die Regierung entscheiden, ob sie einer neuerlichen Verlängerung zustimmt. Die seit vielen Jahren verlustträchtige Alitalia hält den Flugbetrieb seit der Insolvenz 2017 mit staatlichen Krediten aufrecht. Ende September belief sich die verfügbare Liquidität auf 310 Millionen Euro. Wer als möglicher Brancheninsider bei Alitalia einsteigen könnte, ist unterdessen unklar. Ferrovie und Atlantia hatten seit Juli darüber mit Delta Air Lines gesprochen, die US-Gesellschaft wird in der Stellungnahme von Atlantia nicht mehr erwähnt.

Auch die Deutsche Lufthansa, die sich im vergangenen Jahr vergeblich darum bemüht hatte, Teile des Carriers zu erwerben, gilt weiter als Interessent. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich zu jüngsten Presseberichten aber nicht äußern, wonach ein hochrangiger Lufthansa-Vertreter am Montag mit Vertretern von Ferrovie und Atlantia über eine Kooperation ohne direkte Beteiligung gesprochen haben soll. Er sagte jedoch, eine Partnerschaft mit Alitalia bleibe eine Option.

Mitarbeit: Giulia Petroni

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/DJN/rio/cbr

END) Dow Jones Newswires

October 16, 2019 07:07 ET ( 11:07 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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