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Italo-Banken mit reizvollem Chance-Risiko-Profil

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutsche Anleger, die bei ihrem Depotaufbau die heimischen Banken aussparen, machen vermutlich keinen Fehler. Denn weder die Deutsche Bank noch die Commerzbank drängen sich dieser Tage als zwingende Anlage auf. Zumindest noch nicht, weil einfach noch nicht abzusehen ist, wann die Bauarbeiten bei den beiden Häusern soweit abgeschlossen sind, dass wieder auf Kurserholung umgeschaltet werden könnte.

Aber gar keine Banken, ist ja auch keine Lösung. Und da ist es durchaus hilfreich, wenn man den „Heimatmarkt“ etwas weiter definiert und die Blicke auf die Geldhäuser der benachbarten EU-Länder richtet. Tatsächlich steht es um den europäischen Bankensektor nämlich längst nicht so schlecht, wie man bei einer reinen deutschen Betrachtung denken könnte. Die spanische Banco Santander etwa hat gerade ein solides, wenn auch nicht berauschendes Quartalsergebnis präsentiert und bekommt jetzt auch von den Bonitätswächtern der Ratingagenturen wieder ein besseres Zeugnis ausgestellt. Sowohl S&P als auch Moody’s haben die Kreditwürdigkeit der wertvollsten Bank der Eurozone um jeweils eine Stufe nach oben gesetzt.

Noch spannender sind aber die Banken des anderen südeuropäischen Sorgenkinds Italien. Auch die haben in die Erfolgsspur zurückgefunden und bekommen auch von den Börsianern ordentlich Applaus. Die im Euro Stoxx 50 enthaltene Intesa Sanpaolo gehört im Kalenderjahr 2018 mit einem Wertzuwachs von 15,5 Prozent zu den fünf stärksten Aktien des Eurozonen-Auswahlindex. Noch eine Spur stärker ist die hierzulande bekanntere UniCredit. Der Mutterkonzern der HypoVereinsbank kommt auf ein Plus von beinahe 16 Prozent und hat seinen Erholungstrend gerade durch die Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen untermauert.

Vor allem Analysten amerikanischer Banken trauen der Unicredit aber noch viel mehr zu. Bei Goldman Sachs steht die Aktie mit einem Kursziel von 24 Euro auf der „Conviction Buy-List“ und auch JP Morgan setzt 23 Euro als Zielmarke an. Und auch die weniger euphorischen  Kollegen bei Morgan Stanley („equalweight“) kommen auf einen angemessenen Preis von 20 Euro, was trotzdem noch einem Aufschlag von rund 10 Prozent auf den aktuellen Kurs entsprechen würde.

Als zusätzliches Kaufargument kommt die Aussicht auf eine baldige (Wieder-)Aufnahme in den Euro Stoxx 50 hinzu. Wie hier Anfang des Jahres (siehe IE vom 29.01.18) bereits angemerkt, gehört die UniCredit zu den Aktien, die bei der kommenden Hauptüberprüfung im September die besten Chancen auf einen Sprung in den Index haben. Wie seinerzeit erläutert hängt dies aufgrund der besonderen Indexarithmetik bei Stoxx vor allem davon ab, ob sich die UniCredit bei der Marktkapitalisierung vor die Société Générale schieben kann. Und wie es aussieht, wird ihr das mit der Schlussrechnung vom April zum zweiten Mal in Folge gelingen. Dank der starken Performance hat sie ihren Vorsprung bei der Free-Float-Marktkapitalisierung inzwischen auf mehr als eine Milliarde Euro ausgebaut, sodass die bevorstehenden Indexweihen immer konkretere Formen annehmen.

Schmankerl am Rande ist dabei, dass der Börsenwert der Italo-Bank inzwischen fast doppelt so groß ist, wie der von der Deutschen Bank, die - wiederum dank des besonderes Regelwerks von Stoxx – aber trotzdem noch im Index enthalten ist. Derlei Hinweise bleiben angesichts der zunehmenden Begeisterung um die blinde Indexnachbildung einfach wichtig. Denn dabei darf eben nie vergessen werden, dass die Indexanbieter nicht den Erfolg der Anleger im Auge haben, sondern vor allem die Bequemlichkeit der Produktanbieter. Dies nämlich ist einer der wichtigsten Gründe dafür, warum bei vielen Indizes ein „Bestandsschutz“ für bereits enthaltene Indexwerte angewendet wird. Dies bewahrt die Deutsche Bank (noch) vor einem Indexabstieg und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Euro Stoxx 50 eben nicht automatisch die 50 größten Unternehmen der Eurozone enthält.

Aber zurück zur Unicredit und wie üblich ein kurzer Blick auf eine etwas abgesicherte Alternative zur Direktanlage in der Aktie: Ein Capped Bonus der DZ Bank erlaubt hier per Juni 2019 eine Zielrendite von knapp 10% pro Jahr, wenn die Aktie nicht um mehr als 20 Prozent einbricht. Die maßgebliche Barriere sitzt bei 14 Euro, der maximale Rückzahlungswert beträgt aber leider nur 20 Euro (DGU2SH). Mehr ist bei Bonussen ohne Aufgeld derzeit leider nicht machbar.

Wem das nicht reicht, dem steht natürlich auch die Möglichkeit eines moderat gehebelten Turbos offen. Bei einer KO-Marke knapp unterhalb der gleichen 14 Euro kann die Anlage bis zu vierfach gehebelt werden (UV206C).  Oder anders formuliert. Für die gleiche Gewinnchance – im Vergleich zum Aktienkauf - reicht hier ein Viertel des Anlagebetrags, womit dann ja ebenfalls das Risiko reduziert werden kann…

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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