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Japanische Notenbank hält an ultralockerer Geldpolitik fest

| Quelle: dpa-afx topthemen | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Während die EZB aus der ultralockeren Geldpolitik langsam aussteigen will, halten die Kollegen in Japan daran fest. Denn trotz der längsten Wachstumsphase seit mehr als 16 Jahren ist die Inflation noch immer weit von dem entfernt, was die Bank von Japan anstrebt.

Tokio (dpa) - Japans Zentralbank bleibt auf Kurs: Da die Preise in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt trotz guter Konjunktur noch immer nicht so anziehen wie gewünscht, setzen die Währungshüter ihre extrem lockere Geldpolitik fort.

Das entschied die Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag erwartungsgemäß nach Abschluss zweitägiger Beratungen. Die Notenbank versucht seit Jahren, die Inflation anzuheizen. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt zuletzt sieben Quartale in Folge gestiegen. Auch hat sich Japan nach Einschätzung von Ökonomen aus der deflationären Spirale mit stetig fallenden Preisen inzwischen befreit. Doch der Preisanstieg liegt noch immer weit unter dem angestrebten Inflationsziel der BoJ von zwei Prozent.

Die japanische Wirtschaft befindet sich derzeit vor allem dank der starken Nachfrage im Ausland in der längsten Wachstumsphase seit mehr als 16 Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 2,5 Prozent. Probleme bereitet jedoch die nach wie vor schwache Nachfrage im Inland. Doch Zentralbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda gibt sich weiter optimistisch. Mit steigenden Löhnen würden auch die Inflationserwartungen zunehmen.

Sein Institut versucht schon seit 2013 im Kampf gegen die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen, die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Damals hatte die Zentralbank noch erwartet, das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von etwa zwei Jahren zu erreichen. Seither musste sie dieses Ziel bereits mehrere Male nach hinten schieben. Seit Februar 2016 gilt ein negativer Zinssatz von minus 0,1 Prozent. Damit sollen die Geschäftsbanken des Landes davon abgehalten werden, Geld bei der BoJ zu parken, anstatt es als Kredite für Investitionen zu vergeben.

Naoki Kamiyama, Chefstratege bei Nikko Asset Management, geht davon aus, dass die Inflation in Japan ab der zweiten Jahreshälfte 2018 anzieht. «Aufgrund der quantitative Lockerung und der Erholung der ausländischen Nachfrage sollte die Inflation bis Ende 2019 1,5 Prozent erreichen», erklärte er im Vorfeld der BoJ-Entscheidung. Die BoJ werde ihren geldpolitischen Fokus weiterhin darauf legen, eine Wiederkehr der Deflation zu verhindern - unabhängig davon, ob Kuroda im kommenden Jahr an der Spitze der Zentralbank bleibe oder nicht.

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