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Keine Chance

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die 5 großen Tech-Aktien der Amerikaner (FAANG genannt) haben soeben ihre Berichte vorgelegt. Inklusive Microsoft sind es 6. Allein die Größenordnungen zeigen an, wie groß der Unterschied zwischen den USA und dem Rest der Welt geworden ist. Der Marktwert dieser Fünf errechnet sich mit 5 bis 5,5 Bio. $. Inklusive der wichtigsten Zulieferer/Ausrüster kann man mit Maximalwerten von knapp 7 Bio. $ rechnen. Die Umsätze dieser Konzerne lassen sich für dieses Jahr auf etwa 2 bis 2,2 Bio. $ hochrechnen. Auf 100 Mrd. $ kommt es nicht an. Damit beherrschen sie den Kommunikationsmarkt der Welt.

 

Rechnerisch kommen einige Chinesen mit dem gleichen Geschäftsfeld an diese Zahlen heran, sind aber im Wesentlichen auf China und seine Nachbarn beschränkt. Zum Vergleich:

 

Vor gut 40 Jahren beherrschten die Amerikaner mit dem ersten Bürocomputer (IBM) und anschließend den PCs in etwa der gleichen Form die Weltmärkte und kein europäisches Land konnte auch nur entfernt mithalten. Einige Unternehmen wie Siemens haben es probiert, was nicht gelang. Das ergibt eine erneute Spaltung der Perspektiven:

 

Kommunikation nebst Technik ist ein Bestandteil der sogenannten tertiären Wirtschaft. Es sind also keine Produkte wie Computer oder Werkzeugmaschinen, sondern umgesetzte Ideen für die Kommunikation der Menschen, sowohl privat wie geschäftlich, und der wichtigste Bestandteil für alle 7,5 Mrd. Menschen auf der Welt, miteinander umzugehen. Es funktioniert wie ein Monopol.

 

Der Anteil dieses Sektors an der amerikanischen Wirtschaftsleistung lässt sich nur schätzen. Eine ganz genaue Statistik gibt es noch nicht, weil die Zurechnung etwas problematisch ist. Aber die genannten Umsätze machen ca. 15 bis 16 % des amerikanischen BIP aus. Denn zu jedem Kerngeschäft gehören umfangreiche Ergänzungen, sprich Anwendungen, in denen die Breitenwirkung steckt. Damit erreichen die USA eine Größenordnung, die für die Europäer eine Traumvorstellung ist, für die Japaner möglicherweise rechenbarer wäre und für die Chinesen vorerst undurchsichtig bleibt.

 

Wirtschaftspolitisch kann man damit wuchern. Maschinen und Ausrüstungen sind aus dieser Sicht von gestern. Diese werden zwar immer noch gebraucht und sind nötig, aber ihre Bedeutung nimmt ab. Ist es denkbar, dass die Europäer und insbesondere die Deutschen aufschließen können? Das ist ungewiss. Mit Start-ups sind diese Lücken nicht zu füllen. Nur große Unternehmen sind in der Lage, solche Lücken zu füllen oder eine Art Aufholjagd zu beginnen. An die amerikanischen Größen kommt man nicht mehr ran, aber die eine oder andere Lücke bringt die deutsche Wirtschaft weiter. Das ist weder von einer Regierung noch von anderen klugen Köpfen in einer Kommission zu machen, sondern lediglich dadurch, dass man den Firmen, die die Chance dafür hätten, durch steuerliche Vergünstigungen die intensive Forschung und Entwicklung ermöglicht. Ein anderer Weg ist nicht gangbar. Oder aber:

 

Der Einkauf in Spezialfirmen dieses Sektors ist eine denkbare Variante. Als einziger deutscher Technikkonzern versucht dies SAP, als zweiter Infineon. Firmenkäufe in den USA sind sagenhaft teuer, aber ohne diese Käufe geht gar nichts. Die deutsche Börse straft solche Entscheidungen jedoch regelmäßig ab. Besser wäre es, sie zu honorieren. Wenn dies nicht geschieht, wird der Abstand größer.

 

Grundsätzlich kann man in der zweiten oder dritten Position in einem solchen Marktfeld mithalten. Das haben die zitierten Computer und PCs schon gezeigt. Beim Handy und im Smartphone war es ähnlich. Nur muss man sich darüber im Klaren sein, dass man in der zweiten oder dritten Reihe läuft und nicht in der ersten. Dann ist es klug, mit der ersten Reihe möglichst eng zu kooperieren. Das wäre eine sinnvolle Politik.

 

Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter www.bernecker.info im Abo oder unter www.boersenkiosk.de im Einzelabruf!

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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