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Kering will Mehrheit an Puma abgeben

| Quelle: dpa-afx topthemen | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Neben Marken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent passte die Sportmarke aus Herzogenaurach bei Kering nicht ins Kerngeschäft. Nun will der französische Konzern sich auf Luxus konzentrieren. Puma sieht das als Chance.

Paris/Herzogenaurach (dpa) - Der französische Luxuskonzern Kering will die Mehrheit am deutschen Sportartikelhersteller Puma abgeben und unter den eigenen Aktionären verteilen.

Der Verwaltungsrat schlägt den Anteilseignern von Kering vor, rund 70 Prozent an Puma als Sachdividende an sie weiterzureichen. Kering selbst würde damit rund 16 Prozent an Puma behalten und will sich so auf den profitablen Luxussektor mit Marken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent konzentrieren, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte.

Damit wäre der Sportartikelhersteller mit Sitz in Herzogenaurach künftig zu 55 Prozent im Streubesitz. Kering-Chef François-Henri Pinault bleibt für Puma aber wichtig: Denn die Holdinggesellschaft seiner Familie, Artémis, profitiert als wichtigster Kering-Aktionär ebenfalls von der Verteilung der Puma-Anteile. Sie würde künftig etwa 29 Prozent an dem deutschen Unternehmen halten. Damit würde Artémis ein «langfristiger strategischer Aktionär» bei Puma, hieß es.

Der Sportartikelhersteller begrüßte die Ankündigung. «Damit können wir unsere Strategie weiter verfolgen, die bereits erste gute Ergebnisse gezeigt hat», sagte Puma-Chef Bjørn Gulden. Puma werde mit der Transaktion für Investoren wesentlich attraktiver, da sich das Handelsvolumen voraussichtlich deutlich erhöhen werde. Gleichzeitig würden Kering und Artémis starke Partner bleiben, so Gulden. Das zeige, «dass unsere größten Aktionäre an den zukünftigen Erfolg von Puma glauben.»

Über eine Trennung Pumas von Kering war schon häufiger spekuliert worden. «Die geplante Ausschüttung der Puma-Aktien an unsere Aktionäre wäre ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte des Konzerns», erklärte Kering-Chef Pinault. «Kering könnte sich voll und ganz dem Wachstum seiner Luxushäuser widmen, deren anhaltende Attraktivität, die auf kreativer Kühnheit und Innovationskraft basiert.»

Puma hatte zuletzt nach einer Schwächephase wieder zu alter Form zurückgefunden und satte Gewinnsprünge hingelegt. «Wir sind stolz darauf, die Erholung der Marke begleitet zu haben», so Pinault. «Wir haben die Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft für Puma geschaffen.» Der Sportartikelhersteller machte 2016 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter weltweit.

Der Konzern werde unverzüglich die zuständigen Betriebsratsvertreter informieren, hieß es in der Mitteilung weiter. Die endgültigen Bedingungen für die Transaktion würden derzeit noch geprüft. Die Kering-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am 26. April über den Vorschlag abstimmen.

Während es für die Aktien von Puma am Abend um 4,38 Prozent bergab ging, dämmten die Kering-Titel ihr Minus nur etwas ein auf letztlich 0,99 Prozent. Da viele Investoren schon zuvor auf einen solchen Schritt der Franzosen gesetzt hätten, sei die Fantasie bei Puma damit weg, begründete ein Händler den Kursrückgang. Nun dürften viele Kering-Aktionäre die Puma-Titel sofort verkaufen.

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