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Kosten für Noteingriffe ins Stromnetz steigen um 5 Prozent

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BERLIN (Dow Jones)Die Kosten für die Behebung von Engpässen in den Stromnetzen sind in den ersten drei Quartalen 2020 um rund 5 Prozent gestiegen. Das geht aus dem noch nicht veröffentlichten Entwurf für den Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervor, in den Dow Jones Newswires vorab Einblick hatte. 2019 summierten sich die Entschädigungen für das Einspeisemanagement - das sogenannte Redispatch - demnach auf rund 1,28 Milliarden Euro, 2018 waren es noch 1,48 Milliarden Euro.

Die nun erneut jüngste Steigerung "leicht über Vorjahresniveau" ist laut dem Bericht vor allem auf die Zunahme von Offshore-Windparks zurückzuführen: Sie speisten so viel Strom ein, dass die Netzbetreiber häufig Anlagen abregeln mussten, was zuvor eher für die Windkraft an Land nötig war.


Kosten für Einspeisemanagement: weit über eine Milliarde

Was das genau im Gesamtjahr kostete, geht aus dem Monitoringbericht nicht hervor. Dazu fehlt noch das vierte Quartal. Der Spiegel hatte unter Verweis auf das Papier allerdings errechnet, dass die Kosten sich 2020 auf bis zu 1,34 Milliarden belaufen müssten. Ein Sprecher der Bonner Behörde erklärte jedoch, aus den Zahlen ließe sich noch keine Trendaussage für das gesamte Jahr ableiten.

Wenn die Stromnetze massiv überlastet sind, schalten Netzbetreiber mitunter Kraftwerke ab, um Störungen zu verhindern. Dabei müssen sie laut Gesetz zuerst konventionelle Kraftwerke abregeln und erst dann Ökostromanlagen. Die Betreiber von Wind- und Solaranlagen erhalten dafür eine Entschädigung. Diese wird über die Netzentgelte letztlich von den Stromverbrauchern bezahlt.


Netzentgelte für Stromverbraucher gestiegen

Laut dem Monitoringbericht stieg auch das durchschnittliche Netzentgelt, das den Ausbau und die Wartung der Infrastruktur finanziert, im vergangenen Jahr - um 3,8 Prozent auf 7,50 Cent pro Kilowattstunde. Für Gewerbekunden stiegen sie um etwa 2 Prozent auf 6,46 Cent und bei den Industriekunden um rund 16 Prozent auf 2,70 Cent.

Die Offshore-Branche weist jedoch darauf hin, dass ein Teil der Entschädigungskosten für die Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen auch durch die Senkung der EEG-Umlage kompensiert wird. Denn Anlagen, die im Rahmen des Einspeisemanagements reduziert werden, erhielten keine Vergütung oder Marktprämie nach dem EEG. Außerdem sank die sogenannte Offshore-Umlage zu Jahresbeginn leicht von 0,416 Cent auf 0,395 Cent pro Kilowattstunde.


Offshore-Branche sieht Lösung in schnellerem Netzausbau

Nötig seien nun ein schnellerer Netzausbau und raschere Verfahren, fordert der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO). "Wir sehen jetzt die Auswirkungen von politischen Fehlern, restriktiven Vorgaben bei der Netzplanung und Akzeptanzproblemen", erklärte BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm. "Nur so lassen sich zukünftige Kosten für Entschädigungszahlungen reduzieren." Der Bundestag will noch in diesem Monat über die Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes beraten, um die Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. "Diese Maßnahmen wirken nur leider nicht von heute auf morgen", so Thimm.

Normalerweise legt die Bundesnetzagentur den Monitoringbericht jährlich im Herbst vor, wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich dies jedoch. Der Entwurf soll nun am 25. Januar im Beirat der Bonner Behörde beraten und anschließend veröffentlicht werden.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/

END) Dow Jones Newswires

January 13, 2021 12:56 ET ( 17:56 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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