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K+S in einem unaufhaltsamen Abwärtsstrudel

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Kritische Analystenstudien zur Verschuldung und Furcht vor einer schwachen Kalipreisentwicklung haben die Aktien des Dünger- und Salzkonzerns K+S -6,16% am Freitag noch tiefer nach unten gedrückt. Der Kurs fiel erstmals seit Anfang 2005 unter die Marke von 9 Euro. Damit haben die Aktien in nur drei Handelstagen rund zwölf Prozent ihres Wertes verloren.

Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe hatte am Donnerstag in einer Studie gewarnt, dass dem Dünger- und Salzkonzern 2020 ein Rutsch in die Verlustzone drohe, sollten sich die Kalidüngerpreise in Brasilien nicht erholen. Er rät nun zum Verkauf der Aktien.

Gabriel hält die Markterwartungen für 2020 für viel zu hoch und kalkuliert für das laufende Jahr nun mit einem operativen Gewinn von etwa 524 Millionen Euro, nach bisher erwarteten 732 Millionen Euro. Das Problem sei die hohe Verschuldung von K+S und der mögliche Nettoverlust. Daher steige der Druck für Notverkäufe von Unternehmensteilen.

K+S erwägt seit Dezember Abspaltungen von Unternehmensteilen, um die Schuldenlast zu mildern. Denn eigentlich hatte sich der Konzern zum Ziel gesetzt, den Verschuldungsgrad relativ zum ersten Halbjahr 2017 bis Ende 2020 zu halbieren. Doch gerade als Produktionsausfälle infolge nicht ausreichender Kapazitäten zur Abwasserentsorgung endlich überwunden schienen, machten dem Konzern beim Schuldenabbau sinkende Kalipreise einen Strich durch die Rechnung.

Ob Verkäufe von Unternehmensteilen aber wirklich ein Befreiungsschlag wären, darf laut den Analysten der Bank of America bezweifelt werden. Sie hatten sich erst zur Wochenmitte geäußert und die Aktien mit „Underperform“ und einem Kursziel von lediglich 4,20 Euro in die Bewertung aufgenommen.

Laut Einschätzung der Bank of America hat K+S keine attraktiven Möglichkeiten, um die hohe Verschuldung zu senken. So würde etwa ein Teilverkauf des Salzgeschäfts in Amerika zwar die Verschuldung senken, gleichzeitig aber den freien Mittelzufluss deutlich verringern. Denn: In den Jahren 2020 bis 2023 sei die Sparte im Grunde der einzige Barmittelbringer für K+S. „Dies impliziert, dass die verbleibenden Vermögenswerte noch mehr Bargeld verbrennen“, schrieben die Experten. Zudem würde die Abhängigkeit vom stark schwankenden Düngermarkt wachsen.

Mit Material von dpaAFX.
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