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Laschet: RWE wird Hambacher Forst bis 2020 nicht abholzen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Christian Grimm

BERLIN/DÜSSELDORF (Dow Jones)Der Energieversorger RWE wird den Hambacher Forst am gleichnamigen Braunkohletagebau vorerst nicht roden. Das verkündete der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei einer Regierungserklärung im Landtag in Düsseldorf. "Dafür habe ich seit gestern die schriftliche Zusage des Unternehmens", sagte Laschet. "Ab heute gilt ein Rodungsmoratorium für den Hambacher Forst". Seinen Worten nach gilt es für dieses und das nächste Jahr.

Der Ministerpräsident rief die verbliebenen Besetzer des Waldstücks auf, ihren Widerstand aufzugeben. "Lassen sie den Ort (...) in Frieden, beschädigen sie den Baumbestand nicht weiter", verlangte Laschet. Der Hambacher Forst ist ein Symbol der Braunkohlegegner in ihrem Kampf gegen RWE und für mehr Klimaschutz. Ein Gericht hatte dem Versorger das Abholzen ohnehin zunächst verboten, weil zuvor Belange des Artenschutzes in einem Prozess geklärt werden müssten.



Appell an die Waldbesitzer von Hambach


Laschet appellierte im Landtag gleichzeitig an alle in der Kohlekommission vertretenen Gruppen, den hart errungenen Kompromiss nicht zu zerreden. Drei Wochen nach der Einigung streiten Umweltverbände und RWE über das Ergebnis. Die Braunkohlegegner verlangen, dass der Konzern im Rheinischen Revier zügig Braunkohlekraftwerke mit einer Leistung von 3 Gigawatt vom Netz nimmt. RWE will höchstens 2,4 Gigawatt stilllegen. Damit bliebe ein Kraftwerksblock länger am Netz. Bei der Verfeuerung von Kohle wird viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Die Umweltverbände verlangten am Montag ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen Laschet und RWE. "Die Landesregierung betreibt keine Braunkohlekraftwerke, die Landesregierung legt auch keine Kraftwerke still", entgegnete Laschet auf die Forderung. Die Verhandlungen über die Abschaltung würden zwischen der Bundesregierung und dem Stromkonzern geführt. RWE verlangt Entschädigung für die Enteignung seiner Turbinen, die der Bund auch zu zahlen bereit ist.

Die Klimaschützer versuchen außerdem, die Debatte um den Erhalt von Dörfern in der Nähe von Tagebauen im Rheinischen Revier neu zu entfachen. Bei RWE besteht deshalb die Sorge, dass neben der Förderung im Tagebau Hambach auch der Abbau im Tagebau Garzweiler ins Stocken geraten könnte.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/sha

END) Dow Jones Newswires

February 20, 2019 05:14 ET ( 10:14 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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