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Last-Minute-Tipps für die Steuererklärung 2017

| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Steuer-Endspurt



Wer seine Steuererklärung für 2017 freiwillig einreichen darf, hat dafür noch bis zum 31. Dezember 2021 Zeit. Wer aber zur Abgabe verpflichtet ist und noch nicht angefangen hat, sollten sich beeilen - oder eine Verlängerung beantragen. Grundsätzlich muss die Steuererklärung nämlich bis zum 31. Mai abgegeben werden. Gute Nachrichten für alle Spät-Ausfüller: Ab kommendem Jahr können sie sich für die Abgabe zwei Monate länger Zeit lassen. Stichtag ist dann der 31. Juli. Im Ausnahmefall verlängern die Finanzämter die Abgabefrist bis zum 30. September. Übernimmt ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein das Ausfüllen der Formulare, hat man automatisch bis zum 31. Dezember Zeit.



Keine Steuern verschenken

Wer die Steuererklärung verschwitzt oder auf die lange Bank schiebt, riskiert bares Geld. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erstatten die Finanzämter im Durchschnitt 935 Euro Steuern an Otto Normalbürger zurück - das macht bei einem angenommenen Zeitaufwand von vier Stunden einen Stundenlohn von 234 Euro. Und für viele Steuerzahler ist sogar noch mehr drin - auch wegen neuer steuerzahlerfreundlicher Urteile der Finanzgerichte.



Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Wer als Arbeitnehmer 2017 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt war und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen (Elterngeld & Co.) erhielt, ist zum Ausfüllen der Steuerformulare samt Mantelbogen und Anlage N & Co. nicht verpflichtet. Doch wer zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt hat, hohe Werbungskosten geltend machen kann oder nur einige Monate gearbeitet oder vielleicht geheiratet hat, für den lohnt sich die Mühe, die Formulare auszufüllen.



Wer als Arbeitnehmer dagegen neben seinem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro erzielte, hat keine Wahl und muss die Formulare ausfüllen, per Papier oder über die elektronische Steuererklärung Elster. Gleiches gilt, wenn ein Arbeitnehmer im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatte. Oder wenn beide Ehepartner mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gearbeitet haben. Auch wer sich einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.



Tipp
: Bei der Steuererklärung für 2017 müssen zum ersten Mal keine Belege mehr eingereicht werden. Nur auf Anforderung der Beamten sollte man sie vorlegen können.



Vorteil Elster


Wir buchen Reisen online, kaufen online ein - warum also nicht auch die Steuererklärung online ausfüllen? Vorteil: Der Steuerbescheid kommt schneller. Die elektronisch erledigte Einkommensteuerklärung liegt voll im Trend: Nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Steuern reichten im vergangenen Jahr 2017 bereits 27 Millionen Bürger ihre Steuererklärung über Elsteronline ein. Die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elsteronline.de eine kostenlose Steuersoftware für jedermann parat. Interessierte müssen sich für den Service online registrieren und sich – in der kostenlosen Variante – eine Zertifikatsdatei herunterladen.



Werbungskosten absetzen

Arbeitnehmer können sämtliche Jobkosten als Werbungskosten über das Steuerformular Anlage N abrechnen. Vorab gewährt das Finanzamt für das gesamte Jahr einen Pauschbetrag von 1.000 Euro. Hat man höhere Kosten, lohnt sich das Ausfüllen des Formulars. Für Arbeitnehmer bringt der tägliche Weg zur Arbeit die meiste Steuerersparnis. Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel rechnen ihre tatsächlichen Fahrtkosten ab. Für alle anderen gibt es die Pendlerpauschale (Zeilen 31-38).



Bei Beschäftigten mit einer Fünf-Tage-Woche akzeptieren die Beamten bis zu 220 Arbeitstage, bei einer Sechs-Tage-Woche bis zu 260 Tage. Für jeden Arbeitstag gibt es 0,30 Euro je Entfernungskilometer. So schaffen Pendler bereits bei 220 Arbeitstagen und einem Arbeitsweg von 16 Kilometern leicht den Sprung über den Pauschbetrag. Übrigens dürfen sogar Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft in ihrer Steuererklärung die Pendlerpauschale ansetzen.



Tipp: Leiharbeiter können nach einem Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen (Az. 9 K 130/16) die tatsächlich gefahrenen Kilometer abrechnen. Noch nicht abschließend geklärt ist, ob Schichtarbeiter die Pendlerpauschale pro Arbeitstag abrechnen dürfen oder ob das Finanzamt den Betrag halbieren darf. Dazu ist ein Musterprozess vor dem Bundesfinanzhof anhängig (Az. VI R 342/17).



Pauschalen geltend machen

Für Fachbücher, Büromöbel oder den beruflich genutzten Laptop akzeptieren die Finanzämter ohne Belege 110 Euro pauschal (Zeilen 41/42). Für Kontoführungsgebühren gibt es ohne Nachweis 16 Euro (Zeile 46).

Sind sie aus beruflichen Gründen umgezogen und hat sich dadurch der tägliche Arbeitsweg um mehr als eine Stunde verkürzt? Dann können sie als Lediger eine Umzugskostenpauschale von 764 Euro abrechnen, Verheiratete tragen den doppelten Betrag ein (Zeilen 45-48). Für Kinder oder andere Familienangehörige gibt es zusätzlich 337 Euro.



Tipp
: Private Umzugskosten gehören als haushaltsnahe Dienstleistung in Zeile 72 des Mantelbogens. Wer am auswärtigen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung unterhält, kann dafür Kosten bis zu 1.000 Euro monatlich als „doppelte Haushaltsführung“ abrechnen (Zeilen 61-87). Darunter fallen Ausgaben für Miete, Einrichtung, sowie Familienheimfahrten.



Sonderausgaben & Co.


Private Ausgaben hat doch jeder - an manchen beteiligt sich sogar das Finanzamt. Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen gehören in den Mantelbogen der Steuerformulare. Die vom Arbeitgeber bescheinigte Kirchensteuer trägt man in Zeile 42 ein. Auch Spenden und Mitgliedsbeiträge an mildtätige oder gemeinnützige Organisationen oder politische Parteien honoriert der Fiskus mit einer Steuerrückzahlung (Zeile 45-48).



Wer im vergangenen Jahr Ausgaben für Krankheit, Pflege oder Kur, Zahnersatz, Hörgerät oder eine neue Brille aus eigener Tasche getragen hat, vermerkt die Kosten in Zeile 67. Nach Abzug einer Selbstbeteiligung rechnet das Finanzamt im Steuerbescheid automatisch aus, ob darauf eine Steuerrückzahlung anfällt. Menschen mit Behinderung erhalten einen speziellen Steuerfreibetrag, wenn sie die Zeilen 61-64 ausfüllen.



Handwerkerkosten absetzen

Bares Geld bringen auch Handwerkerrechnungen, Schornsteinfegerkosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen (zum Beispiel Ausgaben für eine Putzfrau, einen Gärtner, Schneeräumdienst, Altenpfleger) in den eigenen vier Wänden (Zeilen 71-73). Bis zu 1.200 Euro Steuerrabatt zahlt das Finanzamt für Arbeitskosten ohne Material zurück, wenn die Rechnungen überwiesen wurden. So kann man das Finanzamt auch am Aus- oder Umbau der eigenen vier Wände oder dem Neubau eines Carports beteiligen.



Beiträge für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen müssen über die Anlage Vorsorgeaufwand geltend gemacht werden. Das bringt meist noch einen Steuereuro Rückzahlung zusätzlich – gerade für Ruheständler, die aufgrund ihrer Rentenbezüge eine Steuererklärung abgeben müssen. Kosten für private Haftpflicht- und Lebensversicherungen trägt man in die Zeilen 50 und 51 ein. An Sachversicherungen wie Hausrat oder privaten Rechtschutzversicherungen beteiligt sich das Finanzamt allerdings nicht.



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Quelle: Biallo & Team GmbH
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