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Lufthansa-Aktie sackt ab

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Lufthansa hat 2018 trotz hoher Treibstoffkosten und teurer Flugausfälle den zweithöchsten Gewinn ihrer Geschichte eingeflogen. Doch steigende Kerosinpreise und der Preiskampf unter den Fluglinien in Europa dämpfen die Erwartungen des Vorstands an das laufende Jahr. Auch deshalb will Lufthansa-Chef Carsten Spohr das Flugangebot von Europas größter Airline und ihrer Töchter nicht so stark ausbauen wie zuletzt gedacht. Und bei seiner Gewinnprognose für 2019 hielt er sich bei der Bilanzvorlage am Donnerstag eine große Spanne offen.

Am Finanzmarkt kam vor allem der Ausblick überhaupt nicht gut an. Am Vormittag verlor die Lufthansa-Aktie -0,04% zeitweise mehr als fünf Prozent an Wert und war damit schwächster Dax-Wert. Dabei konnte die 200-Tage-Linie aber noch verteidigt werden (siehe Chart unten). Während die Gewinnzahlen von 2018 besser ausfielen als von Analysten erwartet, hatten sich Branchenexperten für das laufende Jahr eher mehr ausgerechnet.

Nach dem Rekordjahr 2017 ging der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) der Lufthansa im abgelaufenen Jahr um rund vier Prozent auf gut 2,8 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern mitteilte. Dabei machte der Konzern gestiegene Kosten für Kerosin, das Flugchaos des vergangenen Sommers und die Integration von 77 Jets der insolventen Fluglinie Air Berlin bei der Tochter Eurowings weitgehend wett.

Allein für Flugausfälle, Verspätungen sowie die Entschädigung der betroffenen Kunden musste die Lufthansa mit 518 Millionen Euro rund zwei Drittel mehr ausgeben. Die Integration des ehemaligen Air-Berlin-Geschäfts bei Eurowings schlug mit 170 Millionen Euro zu Buche, so dass die Billigtochter des Lufthansa-Konzerns im Gesamtjahr einen operativen Verlust von 231 Millionen Euro schrieb.

Deutlich tiefer als zuvor musste die Lufthansa auch für Kerosin in die Tasche greifen. Die gestiegenen Ölpreise und das durch die Teilübernahme von Air Berlin stark gewachsene Flugangebot ließen die Treibstoffkosten um rund 850 Millionen auf 6,1 Milliarden Euro anschwellen. Das Auf und Ab der Ölpreise lässt auch die Prognosen der Lufthansa schwanken: Für 2019 erwartet das Management jetzt Treibstoffkosten von 6,7 bis 6,8 Milliarden Euro. Noch im Januar hatte der Konzern mit einem deutlich geringeren Anstieg auf 6,3 Milliarden Euro gerechnet.

Weil sich vor allem die Fluglinien innerhalb Europas einen herben Preiskampf liefern, halbierte Spohr jetzt auch seine Wachstumspläne für den Sommer. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum will der Konzern sein Flugangebot jetzt nur noch um 1,9 Prozent ausweiten. Für das Gesamtjahr hat er jetzt ein Plus von gut drei Prozent im Auge.

Dabei soll die vor allem innerhalb Europas fliegende Eurowings um etwa zwei Prozent zulegen, die Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian um rund vier Prozent. Die Ticketpreise dürften aus ihrer Sicht eher auf dem Niveau des Vorjahres bleiben - mit einem leichten Anstieg bei Eurowings und einem leichten Rückgang bei den Netzwerk-Airlines.

Beim Umsatz erwartet die Lufthansa im laufenden Jahr ein Wachstum zwischen 4 und 6 Prozent. Davon sollen 6,5 bis 8 Prozent als operativer Gewinn beim Konzern hängen bleiben. Das wäre eher weniger als 2018, als diese sogenannte bereinigte Ebit-Marge bei 7,9 Prozent lag.

Bei einem Umsatzplus von 5 Prozent entspricht das neue Margenziel einem operativen Gewinn von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro. Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger verdienen als im Vorjahr. Analysten gingen im Schnitt bisher wie schon für 2018 von rund 2,8 Milliarden Euro aus.

Im Passagiergeschäft konnte die Lufthansa im Februar weiter zulegen. Zusammen mit ihren Töchtern beförderte Europas größte Fluggesellschaft gut 8,9 Millionen Fluggäste und damit 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie sie mitteilte. Vor allem die Töchter Swiss und Austrian legten zu. Die Auslastung der Jets verbesserte sich konzernweit um 0,2 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent.

Abwärts ging es erneut im Frachtgeschäft. Trotz eines deutlich vergrößerten Angebots ging die Verkehrsleistung um 3,5 Prozent auf 802 Millionen Tonnenkilometer zurück. Die Auslastung der Frachträume verschlechterte sich um 7,5 Prozentpunkte auf 64,4 Prozent. Erst vor wenigen Tagen hatte der Weltluftfahrtverband IATA seine Wachstumsprognose für den Frachtmarkt in diesem Jahr gesenkt.

Mit Material von dpa-AFX

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