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Maas will wieder Russland-Versteher sein

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)Nachdem er bei seinem Amtsantritt ungewohnt kritische Töne gegenüber Russland angeschlagen hat, will der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) wieder enger Partner des Kreml sein. "Wir wollen eine möglichst enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Russland", sagte der SPD-Politiker auf dem Neujahrsempfang des Ostausschusses und Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft in Berlin.

Im Nachgang der Annexion der Krim habe sich Deutschland besonders dafür eingesetzt, so Maas, dass suspendierte Gesprächsformate wieder aufgenommen worden seien. Dazu zählte er den Nato-Russland-Rat sowie die hohe Strategische Arbeitsgruppe in der Sicherheitspolitik. Maas kündigte an, noch in diesem Monat nach Moskau zu reisen. Mit seinem Amtskollegen Sergei Lawrow will er sich eng abstimmen. Deutschland sitzt seit Januar im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dem auch Russland als ständiges Mitglied angehört.

In seiner Rede beharrte der deutsche Chefdiplomat auf dem Bau der international heftig bekämpfen Bau der Gaspipeline Nord Stream 2. Sie "stellt keinen deutsch-russischen Sonderweg dar. Das sagen wir allen Kritikern des Projekts." Die Röhre in der Ostsee soll Gas von Russland direkt nach Deutschland liefern. Die Osteuropäer fürchten eine Dominanz des Kreml bei der Energieversorgung des Kontinents, die USA wollen eigenes Flüssiggas an die Europäer verkaufen. Die US-Regierung droht beinahe wöchentlich unverhohlen mit Sanktionen gegen das Projekt, zuletzt der amerikanische Botschafter in Berlin, Richard Grenell. An der Finanzierung der Leitung sind auch die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall beteiligt, die jeweils 950 Millionen Euro an Fremdkapital zur Verfügung stellen. Die Verlegung der Segmente in der Ostsee kommt trotz des großen Widerstands gut voran.

Maas wiederholte die deutsche Position, dass die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Moskau erst aufgehoben werden könnten, wenn der Konflikt in der Ostukraine gelöst werde. Bei seiner Amtseinführung im Frühjahr und einem begleitenden Interview hatte er das Agieren Russlands als zunehmend feindselig bezeichnet. Auch sprach er davon, dass sich Russland "immer mehr in Abgrenzung, ja Gegnerschaft zu uns im Westen" definiere. Seine Worte hatten seinerzeit für viel Wirbel gesorgt.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/gos

END) Dow Jones Newswires

January 10, 2019 14:18 ET ( 19:18 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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