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MÄRKTE EUROPA/Abwartend - US-chinesischer Handelsdeal im Fokus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Etwas leichter notieren am Mittwochmittag die europäischen Aktienmärkte. Marktteilnehmer berichten von einem abwartenden Handel. Der wichtigste Termin des Tages steht allerdings erst um 17.30 Uhr an und damit nach Handelsschluss in Europa. Dann findet die Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens zwischen den USA und China statt. Die beiden Verhandlungsparteien sollen ersten Informationen zufolge nach den langwierigen Verhandlungen nun doch in überraschend vielen Bereichen eine Übereinkunft gefunden haben. Wie es aus dem Hause der DZ Bank heißt, soll es neben der Bereitschaft Chinas, unter anderem mehr Industrie- und Agrarprodukte aus den USA zu kaufen, auch in den grundsätzlich als heikel einzustufenden Themengebieten wie geistigem Eigentum oder Technologietransfer zu einer Vereinbarung gekommen sein.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre das eine überaus positive Überraschung, die auch der Yuan mit weiteren Kursgewinnen quittieren dürfte und die ihn die zu erwartende neuerliche Durststrecke bis zum Abschluss eines "Phase-2-Deals" zumindest etwas gefasster durchstehen lassen dürfte. Der Euro legt zum Dollar leicht auf 1,1150 zu. Der DAX notiert im ruhigen Handel 0,1 Prozent tiefer bei 13.448 Punkten, der Euro-Stoxx-50 fällt ebenfalls 0,1 Prozent auf 3.770 Punkte.

Neben dem Handelsstreit konzentrieren sich die Marktteilnehmer weiter auf die US-Berichtssaison, und hier stehen mit den Zahlen von Bank of America, Goldman Sachs und Blackrock die nächsten Impulse besonders für die Finanzbranche an. Aus Europa sind dazu diverse Zwischenberichte gekommen von Fraport, Metro, Persimmon und anderen. Daneben stehen die US-Erzeugerpreise im Blick. Am Abend legt dann die Fed ihr Beige Book vor.


ASMI erfreut - Fraport mit schwachen Frachtzahlen

Ein guter Ausblick von ASM International treibt die Aktien um 10 Prozent. Der Amsterdamer Zulieferer der Chip-Industrie kann von guter Nachfrage aus der Branche berichten. Der Investitionsbedarf der Technologie-Hersteller scheint größer als erhofft zu sein, entsprechend lag der Auftragseingang höher. Die Analysten von Bryan Garnier erwarten wegen des besseren Umfeldes für das erste Quartal 2020 besonders starke Aufträge für das Unternehmen.

Auch Persimmon ziehen nach ihren Geschäftszahlen an. Der Kurs steigt um 1,1 Prozent. Die Gewinnkennziffern haben die Erwartungen getroffen, wie ein Händler sagt. Der Umsatz des Baukonzerns liege dagegen leicht über den Schätzungen. Die Analysten von eToro beurteilen den Ausblick positiv.

Sehr fest reagieren die Aktien von Jeronimo Martins auf das Zahlenwerk des portugiesischen Handels- und Konsumgüter-Konzerns. Der Kurs gewinnt 4,4 Prozent. "Die Zahlen liegen deutlich über den Erwartungen", sagt ein Händler. Der Umsatz ist nach ersten Berechnungen im vergangenen Jahr um wechselkursbereinigt 8,4 Prozent gewachsen.

Druck auf Fraport lösen die Verkehrszahlen aus. Die Aktien fallen 2,1 Prozent. Die Passagierzahlen lagen im Dezember unter Vorjahr und auch unter dem schwachen November-Geschäft. "Nach der Prognosesenkung sind die Zahlen für das Gesamtjahr zwar o.k.", sagt ein Händler. Andererseits sei eine Erholung erst bei einer Trendwende nach oben wahrscheinlich. Zudem brachen im Dezember die Frachtzahlen um 7,4 Prozent regelrecht ein.


Traton auf Spur

Der Lkw-Hersteller Traton sieht sich nach der Absatzsteigerung 2019 um 4 Prozent auf dem Weg zum Erreichen des Renditeziels. Demnach soll die operative Rendite im abgelaufenen Jahr bei 6,5 bis 7,5 Prozent liegen, bekräftigte die Tochter des Volkswagen-Konzerns. Traton-CEO Andreas Renschler sprach mit Blick auf den Verkauf von 242.200 Fahrzeugen der Marken MAN, Scania und Volkswagen Caminhoes e Onibus von starken Absatzzahlen in einem zunehmend "herausfordernden" Markt. Die Zahlen zum Gesamtjahr 2019 von Traton bestätigen laut den Citi-Analysten eine Geschäftsentwicklung weitgehend im Rahmen der Erwartungen.

Unter Abstufungen leiden Aareal Bank mit minus 3,3 Prozent und Pfeiffer Vacuum mit minus 1,4 Prozent. Bei Salzgitter geht es nach der Gewinnwarnung vom Vortag um weitere 1,2 Prozent abwärts.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.770,31 -0,12 -4,57 0,67
Stoxx-50 3.431,01 0,06 2,05 0,82
DAX 13.448,19 -0,06 -8,30 1,50
MDAX 28.475,10 0,04 12,63 0,57
TecDAX 3.112,76 0,44 13,71 3,24
SDAX 12.457,78 0,04 4,61 -0,43
FTSE 7.629,12 0,09 6,77 1,06
CAC 6.032,10 -0,15 -8,79 0,90

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,21 -0,04 -0,45
US-Zehnjahresrendite 1,79 -0,02 -0,89

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:06 Di, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1148 +0,19% 1,1136 1,1124 -0,6%
EUR/JPY 122,44 +0,05% 122,42 122,48 +0,4%
EUR/CHF 1,0762 -0,04% 1,0774 1,0771 -0,9%
EUR/GBP 0,8569 +0,28% 0,8548 0,8553 +1,3%
USD/JPY 109,84 -0,14% 109,93 110,09 +1,0%
GBP/USD 1,3011 -0,08% 1,3031 1,3007 -1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,8925 +0,07% 6,8922 6,8833 -1,1%
Bitcoin
BTC/USD 8.729,75 -0,32% 8.642,50 8.579,75 +21,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,33 58,23 +0,2% 0,10 -4,5%
Brent/ICE 64,51 64,49 +0,0% 0,02 -2,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.552,42 1.546,30 +0,4% +6,12 +2,3%
Silber (Spot) 17,88 17,80 +0,4% +0,08 +0,2%
Platin (Spot) 1.004,60 984,50 +2,0% +20,10 +4,1%
Kupfer-Future 2,85 2,87 -0,9% -0,03 +1,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

January 15, 2020 06:56 ET ( 11:56 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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