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MÄRKTE EUROPA/Aktien abwärts - Wochen-Agenda Anlass zur Vorsicht

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten beschleunigt sich die Talfahrt am Dienstagmittag. Der DAX fällt um 1,4 Prozent auf 12.918 Punkte und markiert zeitweise den tiefsten Stand seit Ende Oktober. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 1,1 Prozent auf 3.631 Punkte nach. "Angesichts der in dieser Woche anstehenden Ereignisse sind die Anleger vorsichtig", sagt ein Händler. Er verweist auf die Notenbanksitzungen in den USA und in der Eurozone, die Wahlen in Großbritannien und schließlich den Ablauf der Frist für weitere US-Strafzölle auf chinesische Importe mit einem Volumen von 160 Milliarden Dollar.

Wer jetzt als Investor in den Aktienmarkt geht, bekommt die unberechenbare politische Volatilität für den Rest der Woche quasi frei Haus mitgeliefert. Das klingt wenig attraktiv, weshalb viele erst einmal die Seitenlinie bevorzugen", kommentiert CMC Markets das Geschehen.

Auch ein günstiger ZEW-Konjunkturindex kann die Talfahrt nur vorübergehend bremsen. Die Konjunkturerwartungen sind im Dezember deutlich auf 10,7 von minus 2,1 gestiegen. In der Prognose wurde lediglich ein geringer Anstieg auf minus 0,1 erwartet. Der Euro legt etwas zu auf 1,1084 Dollar.


Lufthansa Verlierer Nummer eins - auch Deutsche Bank nun im Minus

Im DAX liegen bis auf Vonovia alle Titel mehr oder weniger deutlich im Minus, Vonovia legen um 0,4 Prozent zu. Die Verliererliste wird von Lufthansa angeführt, sie fallen um 3,8 Prozent auf 16,21 Euro. Fundamentale Nachrichten zu dem Titel sind im Handel nicht bekannt. Jedoch hat sich der charttechnische Ausblick für die Aktie mit dem Fall unter die 200-Tagelinie bei 16,77 Euro verschlechtert. Hinter Lufthansa fallen Conti im Sog eines Schwächeanfalls von Valeo um 3 Prozent und BASF um 2,4 Prozent.

Bei der Deutschen Bank läuft ihre "Investor Deep Dive"-Konferenz. Das Institut sieht sich beim Umbau im Plan und bestätigt die mittelfristigen Ziele. Allerdings sei das Renditeziel bis 2022 vor allem angesichts des Zinsumfeldes "ehrgeiziger" geworden. Bei den Erträgen gebe es keine konkrete Prognose. Die Bank geht aber davon aus, dass das Niedrigzinsumfeld mittelfristig vor allem die Ertragsaussichten für die Privatkundenbank und die Unternehmensbank belasten werde, was teilweise durch andere Bereiche ausgeglichen werde. Für die Aktie geht es um nach anfänglichen Gewinnen nun um 1,8 Prozent nach unten.


Börse feiert Sanofi-Ausstieg auf Diabetes-Geschäft

Der Ausstieg aus dem Diabetes-Geschäft wird an der Börse mit Kursaufschlägen für Sanofi von 3,6 Prozent gefeiert. Die Entscheidung gehört mit zur Strategie des neuen CEO Paul Hudson, der auf mehr Wachstum durch die Spezialisierung auf weniger Gebiete hofft. Die Behandlung von Diabetes war lange sehr lukrativ für die Franzosen, doch Beschwerden von Patienten über zu hohe Preise und harte Maßnahmen von Krankenkassen und Gesundheitsdienstleistern haben das Geschäft eher zu einem Sorgenkind gemacht.

Zugleich hat der Pharmakonzern Ziele für den Zeitraum 2022 bis 2025 vorgestellt. Sanofi rechnet für 2022 mit einer operativen Marge von 30 Prozent. Dem steht eine Schätzung von Bryan Garnier von 28,5 Prozent gegenüber. Für 2025 strebt das Unternehmen eine operative Marge von über 32 Prozent an, während die Analysten auch hier mit einer Marge von 28,5 Prozent rechnen. Nicht verwunderlich, spricht Bryan Garnier denn auch von ehrgeizigen Zielen.


Mittelfristziele können Valeo nicht stützen

Valeo reagieren mit Abgaben von 4,7 Prozent auf die Bekanntgabe der Mittelfristziele. Der französische Automobilzulieferer will die EBITDA-Marge bis 2022 auf 15 Prozent von 12,6 Prozent 2018 steigern. Auch soll das organische Umsatzwachstum das des globalen Autosektors um 5 Prozentpunkte übertreffen. Jefferies spricht von ehrgeizigen Zielen. Diese seien sogar noch ehrgeiziger als die Ziele aus dem Jahr 2017 - schon diese seien nicht erfüllt worden, so die Analysten.

In der vierten Reihe des deutschen Markts legt die Allgeier-Aktie legt um gut 13 Prozent zu. Das Unternehmen hat Eckzahlen für 2019 und einen Ausblick für 2020 geliefert. Zwar wird der Umsatz 2019 wegen der Restrukturierung der Sparte Allgeier Experts geringer als erwartet ausfallen. Allerdings erwartet das Unternehmen eine überproportionale Steigerung des bereinigten EBITDA. 2020 soll die bereinigte EBITDA-Marge dann auf 11 bis 12 Prozent steigen, was einem bereinigten EBITDA in einer Größenordnung von 90 bis 100 Millionen Euro entspräche.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.630,56 -1,13 -41,62 20,96
Stoxx-50 3.292,99 -0,98 -32,74 19,31
DAX 12.917,79 -1,43 -187,82 22,34
MDAX 27.064,00 -1,15 -314,46 25,37
TecDAX 3.006,06 -1,54 -47,12 22,69
SDAX 12.095,04 -1,18 -143,99 27,19
FTSE 7.159,41 -1,03 -74,49 7,52
CAC 5.784,85 -0,90 -52,40 22,28

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,30 0,01 -0,54
US-Zehnjahresrendite 1,81 -0,01 -0,87

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:15 Uhr Mo, 17.23 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1083 +0,16% 1,1070 1,1072 -3,3%
EUR/JPY 120,33 +0,15% 120,21 120,25 -4,3%
EUR/CHF 1,0925 -0,05% 1,0929 1,0938 -3,0%
EUR/GBP 0,8413 -0,08% 0,8413 0,8416 -6,5%
USD/JPY 108,58 +0,00% 108,60 108,62 -1,0%
GBP/USD 1,3176 +0,25% 1,3158 1,3156 +3,2%
USD/CNH (Offshore) 7,0382 +0,03% 7,0359 7,0370 +2,5%
Bitcoin
BTC/USD 7.338,01 +0,09% 7.331,01 7.430,76 +97,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,70 59,02 -0,5% -0,32 +21,0%
Brent/ICE 63,94 64,25 -0,5% -0,31 +15,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.466,50 1.461,90 +0,3% +4,60 +14,3%
Silber (Spot) 16,67 16,61 +0,4% +0,06 +7,6%
Platin (Spot) 906,90 895,50 +1,3% +11,40 +13,9%
Kupfer-Future 2,76 2,75 +0,3% +0,01 +4,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

December 10, 2019 07:00 ET ( 12:00 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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