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MÄRKTE EUROPA/Aktien drehen mit Rezessionsangst scharf ins Minus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Nach einem gut behaupteten Start in den Tag drehen die europäischen Aktienmärkte gegen Mittag erneut scharf ins Minus. Einerseits trüben Rezessionssorgen die Stimmung, so ist in den USA die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihen erstmals überhaupt unter die Marke von 2 Prozent gefallen. Weiter intensiv diskutiert wird die am Vortag erstmals seit 2007 inverse US-Zinskurve zwischen 2- und 10-jährigen Treasuries. In der Vergangenheit war dies häufig ein Rezessionssignal.

Zudem ist im US-chinesischen Handelsstreit keine nachhaltige Entspannung zu erwarten. So hat China nun Gegenmaßnahmen angekündigt, sollten die USA neue Zölle einführen. "Das spricht nicht gerade für eine Entspannung", sagt ein Händler. Der DAX verliert am Donnerstagmittag um 1,8 Prozent auf 11.290 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,3 Prozent auf 3.245 nach unten. Der Bund-Future notiert einmal mehr auf einem neuen Allzeithoch, die Rendite der zehnjährigen Anleihen liegt nun bei minus 0,68 Prozent. Gold hält sich stabil über der Marke von 1.500 Dollar.

Ein Blick auf die Industrierohstoffe wie auch das Öl zeigt, dass auch hier eine Rezession in den Notierungen eingepreist wird. So fällt der Preis für ein Barrel der Sorte Brent um 2 Prozent auf 58,25 Dollar. Aluminium und Kupfer notieren jeweils ein halbes Prozent im Minus. An den Börsen gehören die Sektoren der Öl- wie auch die Minenwerte zu größten Verlierern, sie geben um 1,7 und 2,4 Prozent nach.



Pfund reagiert mit Stärke


Am Devisenmarkt reagiert das Pfund mit Stärke auf den Versuch von Labour-Chef Jeremy Corbyn, parteiübergreifende Unterstützung für ein Misstrauensvotum gegen Premierminister Boris Johnson zu finden. Corbyn will Neuwahlen und zugleich ein neues Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU abhalten. An den Finanzmärkten scheint man dem Vorschlag trotz des leichten Anstiegs des Pfund nur geringe Erfolgsaussichten zuzubilligen. "Warum sollte gerade er es schaffen, das zutiefst gespaltene Parlament hinter sich zu einen und endlich eine Mehrheit für eine gemeinsame Brexit-Gangart zu finden", fragt sich die Commerzbank.

Nach Zahlenausweis brechen Aegon um 8 Prozent ein. Das operative Ergebnis hat sich zwar besser als erwartet entwickelt. Die Citigroup stört sich allerdings an der Solvency-II-Ratio. Diese ist mit 197 Prozent gleich 7 Prozentpunkte unter der Konsensschätzung geblieben. Nach guten Geschäftszahlen geht es dagegen für Carlsberg um 4,2 Prozent nach oben. Laut Jefferies ist der EBIT-Anstieg viel stärker als erwartet ausgefallen.

Vestas geraten mit ihrem Ausblick unter Druck. Der Hersteller von Windkraftanlagen rechnet nun nur noch mit einer EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent, bisher hatte er 8 bis 10 Prozent angepeilt. Der Kurs verliert 4,6 Prozent.

K+S legen nach dem Quartalsbericht um 0,8 Prozent zu. "Der Cashflow entwickelt sich gut", sagt ein Händler. Der bereinigte freie Cashflow soll 2019 - beim Mittelwert der Ergebnisbandbreite - mindestens 100 Millionen Euro betragen. Bisher war ein "positiver" Wert in Aussicht gestellt worden, nach einem Minus von 206 Millionen Euro 2018.



SGL mit heftiger Gewinnwarnung


SGL Carbon brechen um 33 Prozent ein. Das Unternehmen sieht das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen nun um etwa 10 Millionen unter dem Vorjahreswert von 65 Millionen Euro. Bisher hatte das Unternehmen hier mit einer Stagnation gerechnet. Unter dem Strich dürfte sich ein Konzernverlust in Höhe eines hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrags ergeben statt des bisher angepeilten ausgeglichenen Ergebnisses. In der vergangenen Woche hatte der Konzern die bisherige Prognose noch bestätigt. Nun tritt Vorstandschef Jürgen Köhler zurück.

Leicht unter den Erwartungen liegen laut Marktteilnehmern die Halbjahresergebnisse von United Internet (minus 6,6 Prozent) und 1&1 Drillisch (minus 9,6 Prozent). Entsprechend wurden auch die Erwartungen für das Gesamtjahr leicht heruntergenommen: Drillisch sieht das EBITDA-Wachstum nun bei 8 statt bei 10 Prozent, United geht von einem Umsatz-Wachstum von 2 statt von 4 Prozent aus. Das Programm eines Aktienrückkaufprogramms von United stützt nicht.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.244,95 -1,33 -43,75 8,11
Stoxx-50 2.998,76 -1,21 -36,61 8,65
DAX 11.289,51 -1,77 -203,15 6,92
MDAX 24.157,24 -2,04 -503,27 11,90
TecDAX 2.608,28 -3,28 -88,39 6,45
SDAX 10.080,14 -3,05 -316,66 6,00
FTSE 7.027,21 -1,69 -120,67 6,24
CAC 5.180,74 -1,34 -70,56 9,51

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,68 -0,02 -0,92
US-Zehnjahresrendite 1,53 -0,05 -1,15

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 07:43 Uhr Mi, 17:28 % YTD
EUR/USD 1,1156 +0,13% 1,1149 1,1143 -2,7%
EUR/JPY 117,97 +0,12% 118,08 117,90 -6,2%
EUR/CHF 1,0848 +0,05% 1,0854 1,0847 -3,6%
EUR/GBP 0,9209 -0,32% 0,9248 0,9235 +2,3%
USD/JPY 105,74 -0,02% 105,91 105,80 -3,6%
GBP/USD 1,2114 +0,43% 1,2055 1,2066 -5,1%
USD/CNY 7,0431 +0,27% 7,0292 7,0237 +2,4%
Bitcoin
BTC/USD 10.041,75 -1,27% 9.684,00 10.458,00 +170,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 54,25 55,23 -1,8% -0,98 +13,4%
Brent/ICE 58,15 59,48 -2,2% -1,33 +5,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.521,94 1.516,50 +0,4% +5,44 +18,7%
Silber (Spot) 17,30 17,22 +0,4% +0,08 +11,6%
Platin (Spot) 840,99 844,50 -0,4% -3,51 +5,6%
Kupfer-Future 2,58 2,59 -0,7% -0,02 -2,6%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

August 15, 2019 06:49 ET ( 10:49 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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