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MÄRKTE EUROPA/Anleger machen Portfolios krisenresistenter

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Umschichtungen in den großen Fonds-Portfolios haben am Freitag eine einheitliche Tendenz an den europäischen Aktienmärkten verhindert. Die großen Indizes veränderten sich kaum, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,3 Prozent auf 3.229 Punkte, der DAX legte geringfügig um 2 Punkte auf 11.529 Punkte zu. Bei den Branchen-Indizes und den Einzelwerten gab es allerdings große Ausschläge: "Fonds machen ihre Portfolios resistenter gegen eine konjunkturelle Schwächephase", sagte ein Händler.

Während sie aus konjunktursensitiven Branchen wie Rohstoff-, Stahl- und Autoaktien herausgingen, wurden so genannte defensive oder konjunkturunabhängige Wachstumswerte aus der Nahrungsmittel- und der Pharmabranche gesucht. Auch der Versicherungsindex legte zu, unter anderem dank einer starken Allianz-Aktie nach einem guten Quartalsbericht.

Die Automobiltitel sowie die Papiere der Stahl- und Rohstoff-Unternehmen litten vor allem unter den Sorgen um die chinesische Konjunktur. Wegen des Handelsstreits mit den USA und der hohen Immobilienkredite wird nun auch eine harte Landung nicht mehr ausgeschlossen. Am chinesischen Automarkt könnte der Absatz in diesem Jahr sogar zurückgehen - erstmals seit 1990. Im Oktober fiel der Pkw-Absatz im Jahresvergleich um 13 Prozent. Das i-Tüpfelchen kam von Thyssenkrupp, deren Aktien mit einer Gewinnwarnung um 9,1 Prozent einbrachen.

Der Stoxx-Index der europäischen Auto-Aktien fiel um 1,9 Prozent. Der Index der so genannten Basic Resources, zu denen die Stahlwerte gehören, sackte um 3,4 Prozent ab. Auch die Öl- und Gaswerte sowie die Banken und Industrie-Aktien lagen deutlich im Minus. Die anderen Indizes schlossen nahe an der Nulllinie oder im Plus.



Thyssenkrupp ziehen Branchentitel mit nach unten


"Die Gewinnwarnung ist massiv", so ein Aktienhändler zu Thyssenkrupp. Ein schwaches viertes Quartal war an der Börse bereits erwartet worden, wegen Produktions- und Lieferproblemen aufgrund des niedrigen Rhein-Wasserstands. Hinzu kam nun eine Rückstellung im Zusammenhang mit mutmaßlichen Kartellabsprachen. Thyssenkrupp nannte da noch keine Summe, Analysten rechnen aber mit etwa 200 Millionen Euro.

Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co brachen um 5,6 Prozent ein, hier drückte zusätzlich eine Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs auf den Kurs. Salzgitter fielen um 4,8 Prozent, Arcelormittal um 2,4 Prozent.



Allianz nach Zahlen freundlich - Wirecard und Lufthansa fest


Positiv aufgenommen wurden die Geschäftszahlen der Allianz, sie stiegen um 2,7 Prozent. Hier fiel der Nettogewinn im dritten Quartal rund 20 Prozent höher aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Index der Versicherer im Stoxx stieg um 0,8 Prozent. Damit belegte er Platz zwei hinter dem Bereich Nahrungsmittel und Getränke, der um 1,2 Prozent stieg. Danone gewannen 3,6 Prozent und Diageo 1,7 Prozent. Unilever legten um 1,6 Prozent zu. Im Pharmasektor kletterten Astrazeneca um 1,3 Prozent und Sanofi um 1,1 Prozent.

Größter DAX-Gewinner waren Lufthansa mit einem Plus von 4,1 Prozent. Sie profitierten, wie auch andere europäische Luftfahrtaktien, vom fallenden Ölpreis. Air France-KLM stiegen um 1,7 Prozent, auch die Aktien der British-Airways-Mutter IAG legten um 1,6 Prozent zu.

Morgan Stanley hat Wirecard auf "Übergewichten" angehoben bei einem Kursziel von 220 Euro. Das verhalf dem Kurs zu einem Plus von 1,1 Prozent auf 157,40 Euro.

Im TecDAX stiegen Drägerwerk um 4,4 Prozent. Das Medizintechnik-Unternehmen startet in der kommenden Woche ein Aktienrückkaufprogramm.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.229,49 -8,11 -0,3% -7,8%
. Stoxx-50 2.974,39 -7,21 -0,2% -6,4%
. Stoxx-600 365,74 -1,34 -0,4% -6,0%
Frankfurt XETRA-DAX 11.529,16 +1,84 +0,0% -10,8%
London FTSE-100 London 7.107,14 -33,54 -0,5% -7,1%
Paris CAC-40 Paris 5.106,75 -24,70 -0,5% -3,9%
Amsterdam AEX Amsterdam 529,55 +1,07 +0,2% -2,8%
Athen ATHEX-20 Athen 1.700,29 +7,75 +0,5% -18,4%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.556,31 +4,08 +0,1% -10,6%
Budapest BUX Budapest 38.586,63 -126,82 -0,3% -2,0%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 3.988,52 -49,37 -1,2% +1,8%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 116.042,35 -789,77 -0,7% -17,7%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 937,54 +1,35 +0,1% -8,5%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.020,70 -0,27 -0,0% -6,8%
Madrid IBEX-35 Madrid 9.134,80 -42,20 -0,5% -9,1%
Mailand FTSE-MIB Mailand 19.258,11 -171,03 -0,9% -11,1%
Moskau RTS Moskau 1.121,38 -33,89 -2,9% -2,9%
Oslo OBX Oslo 819,23 -5,37 -0,7% +10,3%
Prag PX Prag 1.089,08 +3,13 +0,3% +1,0%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.530,51 -6,29 -0,4% -2,9%
Warschau WIG-20 Warschau 2.232,25 -30,59 -1,4% -9,3%
Wien ATX Wien 3.198,21 -25,40 -0,8% -5,8%
Zürich SMI Zuerich 9.074,03 -20,87 -0,2% -3,3%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:47 Uhr Do, 17.09 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1330 -0,30% 1,1349 1,1418 -5,7%
EUR/JPY 128,89 -0,55% 129,31 129,99 -4,7%
EUR/CHF 1,1401 -0,28% 1,1436 1,1456 -2,7%
EUR/GBP 0,8729 +0,36% 0,8703 0,8708 -1,8%
USD/JPY 113,77 -0,25% 113,92 113,84 +1,0%
GBP/USD 1,2981 -0,64% 1,3043 1,3111 -3,9%
Bitcoin
BTC/USD 6.394,81 -1,1% 6.438,59 6.481,87 -53,2%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,61 -0,58 0,01
Deutschland 10 J. 0,41 0,46 -0,03
USA 2 Jahre 2,92 2,97 1,03
USA 10 Jahre 3,18 3,24 0,77
Japan 2 Jahre -0,14 -0,14 0,00
Japan 10 Jahre 0,12 0,12 0,07

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,90 60,67 -1,3% -0,77 +3,2%
Brent/ICE 69,75 70,65 -1,3% -0,90 +10,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.208,15 1.223,75 -1,3% -15,60 -7,3%
Silber (Spot) 14,14 14,45 -2,2% -0,31 -16,5%
Platin (Spot) 853,25 866,00 -1,5% -12,75 -8,2%
Kupfer-Future 2,69 2,74 -1,8% -0,05 -19,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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November 09, 2018 12:05 ET ( 17:05 GMT)

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