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MÄRKTE EUROPA/Anleger nehmen Gewinne vor dem Wochenende mit

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An Europas Börsen kommt es am Freitagnachmittag zu Gewinnmitnahmen. Die Anleger nähmen Geld vom Tisch vor der Brexit-Abstimmung im britischen Parlament am Dienstag, sagt ein Händler. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Paket von den Parlamentariern abgelehnt wird. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Allerdings mehren sich die Stimmen, die einen harten Brexit für unwahrscheinlich halten und von einer Verschiebung des Brexit ausgehen. Der DAX verliert 0,3 Prozent auf 10.888 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,2 Prozent auf 3.069 Zähler nach unten.

Am Devisenmarkt legte das britische Pfund nach Aussagen von Außenminister Jeremy Hunt kurzzeitig kräftiger zu. Wenn das Parlament die Brexit-Vereinbarung am Dienstag ablehne, könnte der Austritt Großbritanniens aus der EU ganz vom Tisch sein, sagte Hunt sinngemäß. Das Pfund stieg im Tageshoch auf rund 1,2850 Dollar, kommt aber am Nachmittag auf 1,2780 zurück, bleibt damit aber über dem Ausbruchsniveau. Deutlich unter den Erwartungen ausgefallene Zahlen zur britischen Industrieproduktion für November spielen keine Rolle. Diese reihen sich ein in zuletzt enttäuschende Daten aus Deutschland und Frankreich.



Anheuser-Busch Inbev erwägt Teil-Börsengang in Asien


Für Anheuser-Busch Inbev geht es 2,7 Prozent nach oben. Laut Medienberichten erwägt der Brauereikonzern einen Teil des Asiengeschäfts an die Börse zu bringen. Wie Bloomberg berichtet, könnte das IPO mehr als 5 Milliarden Dollar in die Kasse der Belgier spülen. Das gesamte Asiengeschäft werde mit rund 70 Milliarden Dollar bewertet. Nach einer zuletzt schwachen Geschäftsentwicklung, vor allem in Schwellenländern, und einer hohen Verschuldung steht AB Inbev unter Druck.

Daneben steht der Zwischenbericht von Richemont im Fokus. Bei dem Luxusgüterhersteller wird positiv aufgenommen, dass die Gelbwesten-Proteste in Frankreich und die damit erzwungenen Ladenschließungen nicht zu dem befürchteten Verkaufseinbruch geführt haben. Die Muttergesellschaft von Cartier konnte den Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Auch der China-Umsatz legte deutlich zu, was bei den Anlegern mit Erleichterung zur Kenntnis genommen wird. Die Aktien steigen 2,7 Prozent.

Nach langem Suchen hat Flybe endlich einen Käufer gefunden, allerdings gehen die Aktionäre bei dem Deal praktisch leer aus. Ein Konsortium aus Virgin Atlantic, Stobart and Cyrus Capital übernimmt die britische Regionalfluglinie. Flybe soll dann in Zukunft unter dem Namen Virgin Atlantic fliegen und als Zubringer dienen. Die Käufer stellen Flybe 20 Millionen Pfund an Darlehen zur Verfügung, um die Fluggesellschaft am Leben zu erhalten. Flybe brechen um 75 Prozent ein.



Autosektor weiter unbeliebt - Kuka warnt schon wieder


Bremsend für die Stimmung bei Industriewerten wirkt eine erneute Gewinnwarnung von Kuka. Zwar stehe die Aktie seit dem Ausverkauf nach China nicht mehr im Fokus, allerdings könnte der schwächere Ausblick auch auf andere Branchenvertreter übertragen werden, vor allem die Großkunden aus der Elektro- und Autoindustrie. Kuka hat die Prognose für Umsatz und Marge gesenkt und hält die Ziele für 2020 für nicht mehr realistisch. Ein Händler nennt die Gewinnwarnung "heftig", die Aktien brechen um 6,5 Prozent ein.

Auch für andere Aktien der Autozulieferbranche geht es weiter abwärts. Conti verlieren 2,8 Prozent. Nach der Warnung von Osram am Vortag ist die Stimmung unverändert schlecht. Auch französische Zuliefertitel werden verkauft: so verlieren Valeo 6,5 Prozent und Faurecia 3,5 Prozent. Gegen den Markt nach oben springen aber Hella mit 3,3 Prozent. Die Zahlen des Scheinwerferbauers kommen gut an, da der Ausblick bestätigt wurde und man sich im Rahmen der eigenen Prognose bewegt.

Aber auch Automobiltitel selbst sind nicht wohl gelitten: Für Daimler geht es 1,4 Prozent nach unten, BMW verlieren 1,9 Prozent und VW 2,2 Prozent. Nach Aussage der Wolfsburger ist die weitere Entwicklung des wichtigen chinesischen Marktes nur schwer zu prognostizieren. Zugleich wird gewarnt, dass ein harter Brexit den gesamten Automarkt belasten würde. Der Sektor verliert als europäisches Schlusslicht 1,2 Prozent.

Südzucker springen um 3,2 Prozent nach oben. Goldman Sachs hat die Aktie von der Verkaufen-Empfehlung befreit, was wie üblich zu Short-Eindeckungen führt. Nordex rücken um 1,8 Prozent vor, nachdem der Windanlagenbauer in den USA einen Großauftrag gewonnen hat. Die Lieferung der 48 Turbinen soll im dritten Quartal erfolgen und sich damit positiv auf das laufende Geschäftsjahr auswirken.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.068,81 -0,23 -6,92 2,25
Stoxx-50 2.830,69 -0,02 -0,48 2,56
DAX 10.887,92 -0,31 -33,67 3,12
MDAX 22.685,00 -0,11 -24,52 5,08
TecDAX 2.523,91 -0,27 -6,74 3,01
SDAX 10.058,69 -0,24 -24,65 5,78
FTSE 6.918,84 -0,35 -24,03 3,19
CAC 4.783,78 -0,46 -21,87 1,12

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite 0,23 0,03 -0,02
US-Zehnjahresrendite 2,69 -0,05 0,01

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.16 Uhr Do, 17.30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1474 -0,22% 1,1526 1,1513 +0,1%
EUR/JPY 124,41 -0,23% 124,95 124,68 -1,1%
EUR/CHF 1,1294 -0,20% 1,1331 1,1305 +0,3%
EUR/GBP 0,8965 -0,57% 0,9038 0,9017 -0,4%
USD/JPY 108,43 -0,01% 108,40 108,33 -1,1%
GBP/USD 1,2800 +0,36% 1,2753 1,2769 +0,3%
Bitcoin
BTC/USD 3.647,00 +0,54% 3.626,12 3.577,38 -2,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,76 52,59 -1,6% -0,83 +14,0%
Brent/ICE 60,63 61,68 -1,7% -1,05 +12,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.289,01 1.286,44 +0,2% +2,57 +0,5%
Silber (Spot) 15,60 15,57 +0,2% +0,03 +0,6%
Platin (Spot) 816,58 821,50 -0,6% -4,93 +2,5%
Kupfer-Future 2,64 2,64 +0,1% +0,00 +0,4%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

January 11, 2019 10:15 ET ( 15:15 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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