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MÄRKTE EUROPA/Anleger setzten in Handelsstreit auf Teil-Deal

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte können am Mittwochnachmittag das Plus behaupten. Den entscheidenden Impuls lieferte nach Aussage aus dem Handel die Nachricht, dass China trotz der sogenannten Blacklist für seine Unternehmen offen für einen Teil-Deal mit den USA sei. Dies sorge für Entspannung, weil damit der Eskalationsversuch der USA weggesteckt werde. Neue US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und zuletzt auch zusätzlich Visa-Restriktionen gegen Einzelpersonen hatten jüngst belastet.

Die Verhandlungen fangen am Donnerstag an, damit besteht von dieser Seite für die kommenden Tage Schlagzeilenrisiko. Auf der anderen Seite belastet weiter die Befürchtung eines ungeregelten Brexits die Stimmung. Ein Brexit-Abkommen vor dem Austrittstermin 31. Oktober gilt mittlerweile als kaum noch machbar. In diesem Spannungsfeld notiert der DAX 1 Prozent höher bei 12.091 Zählern. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,7 Prozent auf 3.458 Zähler nach oben.


Analysten-Prognosen für Unternehmensgewinne in Europa zu optimistisch

Während die Konsensschätzungen für europäische Unternehmen im dritten Quartal bereits bescheiden seien, sehen die Analysten von Morgan Stanley (MS) für das vierte Quartal noch viel zu hohe Erwartungen. Dies erhöhe das Risiko für Senkungen durch Unternehmen und Abstufungen durch Analysten. Das dritte Quartal werde erneut gemischte Ergebnisse aufweisen. Für das vierte Quartal seien die Konsenserwartungen der Analysten mit einem zweistelligen Wachstum unrealistisch.

Commerzbank-Analyst Markus Wallner hat die Gewinnerwartungen für eine ganze Reihe deutscher Unternehmen bereits heruntergeschraubt. Es gebe Kandidaten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Gewinnwarnung. Besonders beim Autohersteller Daimler und einigen prominenten Autozulieferern sowie bei den Konsumgüterkonzernen Beiersdorf und Henkel rechnet Wallner mit einem erhöhten Risiko für Gewinnwarnungen zur Drittquartalsvorlage. Ebenso wie bei Daimler verweist der Analyst bei den Zulieferern Stabilus und Elringklinger auf das weltweit geringere Produktionsvolumen für Kraftfahrzeuge.


Ölsektor mit Geschäftszahlen im Blick

Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass Zykliker von den vermeintlich positiven Nachrichten vor den Handelsgesprächen gekauft werden. So stellt der Sektor der Automobilwerte mit einem Plus von 1,3 Prozent den Gewinner, gefolgt von den Technologie-Werten. Die defensiven Sektoren der Versorger und Einzelhändler liegen dagegen im Minus.

OMV verlieren nach Vorlage des Zwischenbericht 1,6 Prozent. Hier wird der Rückgang der Raffineriemarge kritisiert. Bei der spanischen Repsol geht es nach dem Zwischenbericht um 1,2 Prozent nach oben. Auch hier wird die Marge kritisch beäugt.

Ausführliche Zahlen von CropEnergies für das zweite Quartal kommen gut an, der Kurs liegt rund 4,4 Prozent im Plus. Der Umsatz der Südzucker-Tochter stieg auf 245 nach 201 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Unternehmensangaben ist das der höchste Umsatz der Geschichte. Der Gewinn zog noch stärker an auf 28,6 nach 9,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Aussicht auf ein Aktienrückkaufprogramm und eine kräftige Kurszielanhebung auf 270 Euro aus dem Hause Hauck & Aufhäuser stützen im Tagesverlauf Wirecard - die Aktie legt 2,5 Prozent zu. Die Analysten sprechen von einem überzeugenden Auftritt des Vorstandsvorsitzenden auf dem gestrigen Kapitalmarkttag des Zahlungsdienstleisters. Wirecard habe in diesem Rahmen die eigenen Mittelfristprognosen erhöht. Formuliert worden sei die Vision, immer größere Kunden zu gewinnen und die enormen Potenziale besser auszunutzen. So habe bis 2018 Wirecard 16 solcher großen Kunden gewonnen, aber 2019 bereits die gleiche Zahl geschafft, darunter Aldi.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.457,63 0,72 24,87 15,20
Stoxx-50 3.152,80 0,43 13,43 14,23
DAX 12.091,07 1,01 120,87 14,51
MDAX 25.231,03 0,22 55,61 16,87
TecDAX 2.721,70 0,96 25,86 11,08
SDAX 10.871,11 0,31 33,61 14,32
FTSE 7.173,67 0,43 30,52 6,17
CAC 5.489,85 0,61 33,23 16,05

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,57 0,03 -0,81
US-Zehnjahresrendite 1,56 0,03 -1,12

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:24 Di, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,0977 +0,19% 1,0957 1,0950 -4,3%
EUR/JPY 117,88 +0,48% 117,46 117,30 -6,3%
EUR/CHF 1,0918 +0,36% 1,0893 1,0882 -3,0%
EUR/GBP 0,8986 +0,23% 0,8980 0,8969 -0,2%
USD/JPY 107,40 +0,30% 107,20 107,11 -2,1%
GBP/USD 1,2216 -0,04% 1,2202 1,2208 -4,3%
USD/CNY 7,1315 -0,18% 7,143 7,1428 +3,7%
Bitcoin
BTC/USD 8.266,25 +1,28% 8.145,25 8.210,75 +122,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,09 52,63 +0,9% 0,46 +10,1%
Brent/ICE 58,86 58,24 +1,1% 0,62 +6,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.507,49 1.505,51 +0,1% +1,98 +17,5%
Silber (Spot) 17,79 17,74 +0,3% +0,05 +14,8%
Platin (Spot) 886,79 889,49 -0,3% -2,70 +11,3%
Kupfer-Future 2,57 2,57 +0,1% +0,00 -3,1%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

October 09, 2019 10:13 ET ( 14:13 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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