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MÄRKTE EUROPA/Anleger vor Trumps China-Reaktion vorsichtig

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Gewinnmitnahmen prägen am Freitagmittag das Bild an den europäischen Börsen. Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf 11.671 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,7 Prozent auf 3.074 Punkte nach. "Die Anleger sind vorsichtig und warten auf die Maßnahmen, die US-Präsident Donald am Nachmittag als Reaktion auf die Hongkong-Politik Pekings bekannt geben will", sagt ein Händler. Bereits die Ankündigung einer Reaktion hatte an der Wall Street am späten Donnerstag einen Schwächeanfall ausgelöst. Teilnehmer befürchten unter anderem eine weitere Eskalation im Handelsstreit.

Am Mittwoch hatte die US-Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong bereits den Sonderstatus nach US-Recht entzogen und damit auf das von Peking geplante Sicherheitsgesetz reagiert. Kritik am Griff Chinas auf die Sonderverwaltungszone regt sich aber nicht nur in den USA. Auch der UN-Sicherheitsrat wird sich am Freitag mit der Thematik befassen.

Für die Finanzmärkte könnte die Aberkennung des US-Sonderstatus für Hongkong weitreichende Folgen haben: Denn Hongkong könnte auf den Status eines Schwellenlandmarktes abgestuft werden. Anleger müssten dann ihr Geld komplett neu allokieren, da viele Fonds nur in Industrieländern anlegen dürfen.


Auto-Aktien erneut sehr schwach

Unter Druck stehen damit weiter die Autowerte, bei denen es am Vortag wegen ihrer China-Abhängkeit schon zu kräftigen Verkäufen gekommen war. Nissan und Geely sind in Asien um die 10 Prozent wegen einer Kapitalerhöhung bei Geely beziehungsweise schwachen Geschäftszahlen bei Nissan abgestürzt. VW und Daimler verlieren jeweils über 3 Prozent, BMW kommen mit einem Abschlag von 2,4 Prozent davon. VW erhöht in der Hongkong-Krise sein China-Engagement mit der Anteilsaufstockung an Jianghuai. In Paris fallen Renault um 5,9 Prozent. Der Automobilkonzern will bis zu 15.000 Beschäftigte weltweit entlassen.

Der europäische Branchensektor fällt um 2,7 Prozent. Sehr schwach zeigen sich auch Autozulieferer, so fallen Continental mit einem Minus von 4,1 Prozent noch stärker als die Aktien der deutschen Hersteller.


Lufthansa Verlierer Nummer eins - DAX-Abstieg kommt

Noch schwächer als der Auto-Index liegt am Mittag der Index der Reise-Aktien im Markt. Er verliert 3,9 Prozent. TUI brechen nach der jüngsten Erholung nun wieder um 12,6 Prozent ein, die Aktien der Kreuzfahrt-Reederei Carnival um 7,6 Prozent. Bei den Fluggesellschaften liegen Lufthansa mit einem Minus von 6,6 Prozent mit an der Verliererspitze in der Branche, im DAX bilden sie sogar das Schlusslicht. Der Abstieg aus dem DAX lässt sich wohl nicht mehr vermeiden.

Die Börse wird nach den Mai-Schlusskursen am Abend eine neue Tabelle für die Index-Mitgliedschaft ausarbeiten, ihre Entscheidungen am kommenden Donnerstag verkünden und zu den Schlusskursen am 19. Juni vollziehen. Erster Aufstiegskandidat bei einem Abstieg der Lufthansa ist die Aktie von Deutsche Wohnen.

Optisch noch stärker im Minus als Lufthansa liegen Eon mit einem Minus von 6,3 Prozent oder 64 Cent, allerdings ist das vor allem dem Dividendenabschlag von 46 Cent geschuldet. Auch das Minus von 1,6 Prozent bei Merck KGaA liegt vor allem an der Ausschüttung der Dividende.


SAP nach schwachen Salesforce-Zahlen im Plus

Gewinner Nummer eins im DAX sind SAP mit einem Plus von 0,4 Prozent. Offensichtlich profitiert der deutsche Software-Konzern von einer schwächeren Entwicklung des Konkurrenten Salesforce. Novartis steigen um 0,6 Prozent, wie es heißt mit Fortschritten bei Corona-Gegenmitteln. Die Schweizer werden die Herstellung von genbasierten Impfstoffen übernehmen, die von US-Krankenhäusern entwickelt wurden. Bei Erfolg der klinischen Tests könnten die Therapien schon zum Jahresende verfügbar sein.

Einen großen Börsengang gibt es mit JDE Peets in Amsterdam. Das Unternehmen stellt die Nummer Zwei auf dem Kaffeemarkt, bekannter als der Firmenname sind Marken wie Jacobs-Kaffee. Die Aktien wurden zu 31,50 Euro ausgegeben, der Unternehmenswert liegt damit bei über 15 Milliarden Euro. Aktuell werden die Titel 14,9 Prozent höher bei 36,20 Euro gehandelt.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.074,19 -0,66 -20,28 -17,92
Stoxx-50 2.917,05 -0,63 -18,61 -14,28
DAX 11.671,01 -0,93 -110,12 -11,91
MDAX 25.488,53 -0,57 -145,15 -9,98
TecDAX 3.176,40 0,11 3,44 5,36
SDAX 11.356,92 -1,56 -179,61 -9,23
FTSE 6.161,56 -0,92 -57,23 -17,55
CAC 4.733,70 -0,79 -37,69 -20,82

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,44 -0,02 -0,68
US-Zehnjahresrendite 0,67 -0,03 -2,01


INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.400,64 -0,58 -147,63 -10,99
S&P-500 3.029,73 -0,21 -6,40 -6,22
Nasdaq-Comp. 9.368,99 -0,46 -43,37 4,42
Nasdaq-100 9.416,71 -0,27 -25,33 7,83

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,16 0,8 0,15 -104,2
5 Jahre 0,32 -1,4 0,34 -160,3
7 Jahre 0,51 -1,6 0,53 -173,6
10 Jahre 0,67 -2,7 0,69 -177,8
30 Jahre 1,44 -1,6 1,45 -163,2

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:41 h Do, 17:22 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1134 +0,50% 1,1091 1,1056 -0,7%
EUR/JPY 119,33 +0,08% 118,93 119,01 -2,1%
EUR/CHF 1,0703 +0,22% 1,0690 1,0670 -1,4%
EUR/GBP 0,9039 +0,55% 0,8990 0,8972 +6,8%
USD/JPY 107,17 -0,42% 107,21 107,63 -1,5%
GBP/USD 1,2317 -0,04% 1,2334 1,2324 -7,1%
USD/CNH (Offshore) 7,1587 -0,19% 7,1634 7,1571 +2,8%
Bitcoin
BTC/USD 9.442,01 +0,10% 9.527,76 9.457,26 +31,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 32,63 33,71 -3,2% -1,08 -44,6%
Brent/ICE 34,47 35,29 -2,3% -0,82 -45,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.726,89 1.719,65 +0,4% +7,24 +13,8%
Silber (Spot) 17,50 17,50 -0,0% -0,00 -2,0%
Platin (Spot) 837,55 838,25 -0,1% -0,70 -13,2%
Kupfer-Future 2,41 2,41 -0,2% -0,01 -14,4%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

May 29, 2020 06:45 ET ( 10:45 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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