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MÄRKTE EUROPA/Anleger vor US-Arbeitsmarkt vorsichtig - VW läuft

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Freitagmittag etwas leichter. Die global steigenden Zinsen lasten auf der Stimmung der Investoren am Aktienmarkt. Die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Präsident Jerome Powell am Vorabend konnte die Anleihemärkte nicht beruhigen. Im Gegenteil: Die Rendite der 10-jährigen US-Treasurys schoss nach oben und liegt aktuell bei 1,55 Prozent und damit nur knapp unter dem Jahreshoch. Der DAX verliert 0,5 Prozent auf 13.988 Punkte, der Euro-Stoxx-50-Index gibt um 0,2 Prozent nach auf 3.695 Punkte.

Während Powell nichts zu spezifischen Renditeniveaus sagte, nannte er den Renditeanstieg der letzten Woche "bemerkenswert". Das Anspringen der Inflation sieht er bisher auch nur als einmaligen Effekt an. Das reicht aus Sicht der Börsen nicht aus: "Der Markt hatte eine deutlichere Ansage erwartet, als die Fed zu geben bereit war", sagte Jim Vogel, Zinsstratege von FHN Financial.

Die steigenden Zinsen bleiben das große Schreckgespenst an den Börsen", heißt es von QC Partners. Nach der EZB habe jetzt auch die Fed deutlich gemacht, dass sie den Zinsanstieg nicht unmittelbar stoppen wolle. Die große Frage sei jetzt, wo die Schmerzgrenze der Notenbanken liege. QC Partners hält es für gut möglich, dass einige austesten wollten, wann die Notenbanken tatsächlich eingriffen.


US-Arbeitsmarkt rückt in den Fokus

Am Nachmittag stehen dann mit den US-Arbeitsmarktdaten für Februar die wichtigsten Konjunkturdaten der Woche an. Das Beige Book der Fed hatte bereits gezeigt, dass Arbeitskraft in einigen Sektoren knapp wird. Ein zu hohes Plus beim Stellenaufbau könnte daher die Angst vor Inflation durch Lohndruck ankurbeln und die Renditen steigern. Erwartet werden 210.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 0,20 Prozent zum Vormonat.

Reisewerte notieren im Minus, besonders die Fluglinien. Lufthansa fallen 2,6 Prozent, IAG 1,7 Prozent und Easyjet 1,4 Prozent. Der Sektor der Öl- und Gasaktien ist mit plus 1,5 Prozent die stärkste Branche in Europa dank der Beschlüsse der Opec+. Die Gruppe einigte sich darauf, die Produktion im kommenden Monat weitgehend konstant zu halten.

Der Sektor der Versorger legt europaweit um 0,2 Prozent zu. RWE liegen mit Aufschlägen von 2,2 Prozent sehr gut im Markt. Die Aktie profitiert vornehmlich von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Etwas positiv wirkt auch die Einigung zwischen Berlin und vier Atomkraftwerksbetreibern auf Entschädigungszahlungen wegen des beschleunigten Ausstiegs aus der Atomkraft. Diese stellt aus Marktsicht indes keine wirkliche Überraschung dar. Die Bundesregierung zahlt ENBW, Eon/PreussenElektra, RWE und Vattenfall insgesamt 2,4 Milliarden Euro. Der Hauptanteil hiervon kommt Vattenfall zugute. Eon gewinnen 0,4 Prozent.


VW läuft und läuft

Seit Tagen geht es für die Aktie von VW in Richtung Norden, heute legt sie um 1,5 Prozent zu. Nachdem Analysten in den vergangenen Tagen positive Worte für die zukünftige Strategie zur E-Mobility der Wolfsburger fanden, meldet sich der Konzern zu Wort. Volkswagen will den Wandel zur Elektromobilität beschleunigen, hält aber am Verbrennungsmotor fest. Die Kernmarke des Konzerns will den Absatzanteil reiner E-Autos in Europa bis 2030 auf über 70 Prozent steigern. Bisher lag das Ziel bei 35 Prozent. In den USA und China peilt das Unternehmen im selben Zeitraum einen E-Anteil von mehr als 50 Prozent an. Jedes Jahr will die Kernmarke des Wolfsburger Konzerns mindestens ein neues batterieelektrisches Modell auf den Markt bringen.

Für die Aktie von Nordex geht es nach Zahlen um 3,5 Prozent nach oben. Die Analysten des Bankhauses Metzler halten Nordex für gut positioniert und das Produkt des Windkraftunternehmens für sehr wettbewerbsfähig. Die Analysten verweisen außerdem auf einen steigenden Marktanteil im landgestützten Bereich, der Nordex nahe an die beiden führenden Unternehmen Vestas und Siemens Gamesa herangeführt habe.

Positiv hervor ragen Demire mit 5,7 Prozent Plus nach vorläufigen Zahlen und Dividendenforderungen. Der Gewinn fiel höher aus, Großaktionäre fordern dessen vollständige Ausschüttung.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.695,46 -0,25 -9,39 4,02
Stoxx-50 3.180,29 -0,05 -1,59 2,32
DAX 13.987,91 -0,49 -68,43 1,96
MDAX 31.188,55 -0,39 -120,66 1,27
TecDAX 3.265,59 -0,15 -4,99 1,64
SDAX 14.936,39 -0,40 -59,95 1,16
FTSE 6.679,36 0,43 28,48 2,95
CAC 5.815,32 -0,26 -15,33 4,75

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,31 0,01 -0,55
US-Zehnjahresrendite 1,55 -0,01 -1,13

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Uhr Do, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1940 -0,30% 1,1957 1,2044 -2,2%
EUR/JPY 129,38 +0,05% 129,44 129,56 +2,6%
EUR/CHF 1,1072 -0,47% 1,1114 1,1140 +2,4%
EUR/GBP 0,8636 +0,22% 0,8613 0,8612 -3,3%
USD/JPY 108,37 +0,36% 108,27 107,57 +4,9%
GBP/USD 1,3826 -0,53% 1,3885 1,3985 +1,2%
USD/CNH (Offshore) 6,5034 +0,20% 6,4830 6,4759 +0,0%
Bitcoin
BTC/USD 47.345,25 -1,87% 47.402,25 49.902,00 +63,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 65,44 63,83 +2,5% 1,61 +34,4%
Brent/ICE 68,49 66,74 +2,6% 1,75 +32,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.697,00 1.698,40 -0,1% -1,40 -10,6%
Silber (Spot) 25,39 25,43 -0,1% -0,03 -3,8%
Platin (Spot) 1.126,00 1.129,00 -0,3% -3,00 +5,2%
Kupfer-Future 4,05 3,99 +1,5% +0,06 +15,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

March 05, 2021 06:54 ET ( 11:54 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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