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MÄRKTE Europa/Auch an Silvester prägen Gewinnmitnahmen das Bild

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag durch die Bank mit Abschlägen gezeigt. Damit setzte sich der Abwärtstrend des Vortages fort - wenn auch mit geringerer Dynamik und noch dünneren Umsätzen. Im Handel war von Gewinnmitnahmen die Rede, denn das Jahr 2019 war ein exzellentes Börsenjahr gewesen. Die von manchen Anlegern erhoffte Jahresendrally war aber weitgehend ausgefallen. Die Kurse folgten dem Handel der Wall Street, der am Vorabend ebenfalls von Gewinnmitnahmen geprägt gewesen war. Die Vorgaben aus Asien waren bis auf die chinesischen Börsen auch eher negativ. Risikomanagement und letzte Portfolioanpassungen zum Ende des Jahres hätten das Geschäft in Europa bestimmt, hieß es. Allerdings waren viele Börsenplätze bereits geschlossen, so zum Beispiel Frankfurt, Zürich, Wien und Mailand. Ein verkürzter Handel fand in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien und den Niederlanden statt.

Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,1 Prozent auf 3.745 Punkte, der Stoxx-50 um ebenfalls 0,1 Prozent. Die beiden paneuropäischen Indizes verbuchten aber auf Jahressicht Zugewinne von knapp 25 bzw. 23 Prozent. In London sank der FTSE-100 um 0,6 Prozent - etwas belastet von gestiegenen Pfund-Wechselkursen. Sterling legte zu Euro und US-Dollar zu. Der britische Leitindex ging damit aber knapp 13 Prozent über Vorjahresschussniveau aus dem Handel. Der spanische Leitindex IBEX-35 büßte mit 0,7 Prozent auf Tagessicht noch etwas deutlicher ein, übers Jahr gesehen gewann er 12,6 Prozent. Belgien und die Niederlande meldeten etwas leichtere bzw. knapp behauptete Notierungen an Silvester. Anleger durften sich auch hier über Jahresaufschläge von über 20 Prozent freuen.

Trotz des kniffligen Makro-Umfeldes war es ein sehr, sehr gutes Börsenjahr", sagte Chefanalystin Emma Wall von Hargreaves Lansdown. Die Hoffnung auf eine baldige Unterzeichnung des "Phase-eins-Handelsabkommens" zwischen den USA und China stützte am Dienstag nicht mehr. Dies galt umso mehr, weil sich Berichte häuften, in denen von Schwierigkeiten bei den Verhandlungen über ein weitergehendes Handelsabkommen zwischen China und den USA die Rede war. Ein "Phase-zwei-Abkommen" werde ein weitaus größerer Broken werden, warnte ein Händler mit Blick auf das Jahr 2020. Passend dazu zeigten sich die vermeintlich sicheren Häfen am Devisenmarkt, Yen und Franken, befestigt zum US-Dollar - auch der Goldpreis legte zu.


China-Daten verhindern höhere Abschläge

Stärkere Gewinnmitnahmen wurden durch gute Wirtschaftsdaten aus China verhindert: Denn die Wirtschaft dort blieb auf Expansionskurs, die Industrie allerdings nur mäßig: Der offizielle Einkaufsmanagerindex verharrte im Dezember bei 50,2 Punkten, Volkswirte hatten im Konsens nur mit einem Stand von 50,0 gerechnet. Werte über 50 deuten eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität an. Damit legte die chinesische Industrie den zweiten Monat in Folge zu, nachdem sie zuvor eine sechsmonatige Durststrecke mit einer schrumpfenden Aktivität verzeichnet hatte. Im nicht-verarbeitenden Gewerbe sank der entsprechende Einkaufsmanagerindex im Dezember allerdings auf 53,5 nach zuletzt 54,4 im November. Damit hielt sich der Dienstleistungssektor aber klar über der Expansionsschwelle von 50.

Von den guten China-Daten profitierte der Roh- und Grundstoffsektor. Der Subindex im Stoxx gehörte zu den wenigen Branchenindizes mit Aufschlägen, wenngleich diese mit plus 0,1 Prozent nur denkbar knapp ausfielen. In Paris stiegen Vivendi um 0,2 Prozent. Der französische Medienkonzern verkaufte einen 10-prozentigen Anteil seiner Musiktochter Universal Music Group (UMG) an ein Konsortium, welches vom chinesischen Internetriesen Tencent Holdings angeführt wird. Die Transaktion taxiere die Tochter mit einem Unternehmenswert von 30 Milliarden Euro für 100 Prozent der Anteile.

Die Aktien des französischen Automobilherstellers Renault verloren dagegen 1,0 Prozent - hatten aber zwischenzeitlich noch deutlicher im Minus gelegen. Der frühere Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte Japan offenbar illegal verlassen und war in den Libanon geflüchtet. Der 65-Jährige muss sich in Japan wegen Finanzdelikten verantworten. Händler taten sich aber schwer, die Schlagzeilen mit der Kursentwicklung von Renault in Einklang zu bringen.

Airbus hatte sich über den Verkauf von 18 Maschinen des Typs A320NEO mit der Leasinggesellschaft BOC Aviation verständigt. Der Kurs des Flugzeugbauers kletterte um 0,4 Prozent. Der französische Leitindex CAC-40 verlor indes 0,1 Prozent.


Super-Börsenjahr geht zu Ende

Für die europäischen Börsen ist ein glänzendes Jahr zu Ende gegangen. Der DAX gewann 25,5 Prozent, während es für den Euro-Stoxx-50 um 24,8 Prozent nach oben ging. Zu Jahresbeginn hätte dies niemand für möglich gehalten. Der Dezember 2018 verlief so schlecht wie zuletzt in den 1930er Jahren. Damals ging die Angst um, dass der US-chinesische Handelskonflikt die Weltwirtschaft in eine Rezession führen könnte.

Die Notenbanken sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Die US-Notenbank, die noch im Dezember 2018 die Leitzinsen erhöht hatte, läutete die geldpolitische Kehrtwende ein, und senkte im Juli die Zinsen. Dem Schritt folgten zwei weitere. Auch die EZB verabschiedete sich vom dem Versuch einer geldpolitischen Normalisierung, senkte den Einlagesatz und nahm ihr Wertpapieranleiheprogramm wieder auf.

Dies allein wäre aber allein nicht ausreichend für die Rally an den Börsen gewesen. Hierzu war eine Annäherung Chinas und der USA im Handelsstreit nötig, die im Abschluss eines "Phase-eins-Deals" mündete. Im Spätsommer verbuchten die Börsen mit den Handels- und Konjunkturängsten noch einmal einen deutlichen Rücksetzer, doch wurde dieser schnell wieder wettgemacht. Zwar ist der Handelskonflikt nicht beendet, die Rücknahme von Teilen der verhängten Strafzölle sendete aber ein wichtiges Entspannungssignal aus. Hilfreich war auch, dass ein harter Brexit Großbritanniens aus der EU bis auf Weiteres vermieden wurde.


Konjunkturwerte gesucht

Nicht überraschend führten konjunktursensible Sektoren die Gewinnerliste im zu Ende gegangenen Börsenjahr an: Bauaktien gewannen 2019 im Schnitt 37,3 Prozent, Technologiewerte 35,3 Prozent und Industrieaktien 32,1 Prozent. Am anderen Ende des Spektrums lag der Öl- und Gassektor, der trotz der Hoffnung auf bessere Zeiten nur um 6,1 Prozent zulegte - wegen des US-Schieferölbooms wollte der Ölpreis nicht recht in die Gänge kommen. Telekommunikationswerte (plus 0,3 Prozent) litten unter den Überkapazitäten der Branche und der fehlenden Konsolidierungsfantasie.

Auf Unternehmensebene nahm die Fusion zwischen Peugeot und Fiat Chrysler eine herausragende Stellung ein. Renault, die zunächst mit Fiat verhandelt hatte, blieb außen vor. Beobachter gehen von einer anhaltenden Konsolidierung im Autosektor aus angesichts des hohen Investitionsbedarfs der Branche in die E-Mobilität.

Daneben verleibte sich LVMH in einer milliardenschweren Übernahme das Traditionsunternehmen Tiffany's ein. Es war der krönende Abschluss eines sehr guten Jahres für den französischen Luxusgütergiganten. Mit Kursaufschlägen auf Jahressicht von 63,3 Prozent stellte LVMH eine der am besten gelaufenen Aktien 2019 überhaupt - die chinesischen Konsumenten wollten auch in Zeiten des Handelsstreits nicht auf Luxus verzichten.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.745,15 -0,09 -3,32 24,78
Stoxx-50 3.401,46 -0,08 -2,77 23,24
DAX Kein Handel
FTSE 7.542,44 -0,59 -44,61 12,77
CAC 5.978,06 -0,07 -4,15 26,37

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.48 Uhr Mo, 17.19 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1237 +0,34% 1,1210 1,1216 -2,0%
EUR/JPY 121,90 -0,05% 121,79 122,12 -3,1%
EUR/CHF 1,0842 -0,12% 1,0855 1,0858 -3,7%
EUR/GBP 0,8506 -0,37% 0,8541 0,8542 -5,5%
USD/JPY 108,49 -0,36% 108,63 108,88 -1,1%
GBP/USD 1,3211 +0,67% 1,3126 1,3130 +3,5%
USD/CNH (Offshore) 6,9638 -0,30% 6,9626 6,9790 +1,4%
Bitcoin
BTC/USD 7.220,13 -0,39% 7.210,01 7.224,76 +94,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 60,84 61,68 -1,4% -0,84 +25,1%
Brent/ICE 65,87 66,67 -1,2% -0,80 +18,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.522,57 1.514,95 +0,5% +7,62 +18,7%
Silber (Spot) 18,02 17,95 +0,4% +0,07 +16,3%
Platin (Spot) 981,80 957,95 +2,5% +23,85 +23,3%
Kupfer-Future 2,80 2,83 -1,0% -0,03 +5,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf

END) Dow Jones Newswires

December 31, 2019 09:24 ET ( 14:24 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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