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MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben im Minus - Nervosität steigt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen stehen am Mittwochmittag im Minus. Wirtschaftsdaten aus China stimmen nicht euphorisch. Dort hat sich das Wachstum der Industrieproduktion im April stärker als erwartet verlangsamt. Zudem stieg der Einzelhandelsumsatz im April nicht im erhofften Maß. Die Daten sorgen für einen Dämpfer, gingen die Anleger doch zuletzt davon aus, dass die wirtschaftliche Bodenbildung in China abgeschlossen ist. Der DAX verliert 0,5 Prozent auf 11.932 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,5 Prozent auf 3.348 nach unten.

Die zunehmenden politischen Unsicherheiten sind derweil nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. So haben die USA damit begonnen, Teile der Mitarbeiter aus der irakischen Botschaft und dem Konsulat abzuziehen. Hintergrund dürften die zuletzt stark gestiegenen Spannungen im Nahen Osten zwischen Iran und den USA und Saudi-Arabien sein. Etwas gedämpft wird die Stimmung auch von der Entwicklung in Italien. Sorgen um die italienischen Staatsfinanzen setzen dort dem Anleihenmarkt zu. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen steigt um 5 Basispunkte auf 2,79 Prozent - an der Mailänder Börse fallen die Kurse um 0,9 Prozent.



Renault bremst Autosektor aus


Unter den Branchen verlieren die Automobilwerte 1,9 Prozent. Hier belastet der Abschlag bei Renault um 4 Prozent infolge der Dividendenkürzung der Tochter Nissan. Der Sektor leidet zudem unter der Sorge vor möglichen US-Strafzöllen - US-Präsident Trump muss bis zum 18. Mai entscheiden, ob EU-Autoimporte eine Bedrohung der Sicherheit der USA darstellen. Das sind keine Aussichten für deutsche Hersteller: BMW verlieren 1,7 Prozent, Daimler 1,4 Prozent und VW 3,7 Prozent. Die wieder gestiegenen Wachstumssorgen setzen derweil Rohstoffwerte zu, die um 1,3 Prozent nachgeben.

Von sehr schwachen Geschäftszahlen spricht ein Händler mit Blick auf Leoni, die Aktie bricht um 10,5 Prozent ein. "Das Unternehmen verbrennt Geld", sagt der Händler. Der freie Cashflow sei mit 313 Millionen Euro sehr negativ. Die Liquidität sei deutlich auf 740 Millionen Euro von 1 Milliarde Euro zurückgegangen.

Die Berichtssaison hat derweil einige Überraschungen parat. Der Energieversorger RWE hat seinen Gewinn im ersten Quartal vor allem dank eines guten Ergebnisses im Energiehandel deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. RWE legen gegen den Trend um 3,4 Prozent zu.

Die Raiffeisen Bank International hat im ersten Jahresviertel 2019 negative Bewertungsergebnisse aus dem Hedging und dem Verkauf des polnischen Kernbankgeschäfts zu spüren bekommen und erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Die Ertragsseite der Österreicher zeigte sich dagegen relativ robust. Die Aktie verliert 5 Prozent. Kingfisher geben an der Londoner Börse 3 Prozent nach. Der Eigner von Baumarktketten hat beim Umsatz auf vergleichbarer Basis vor allem in Frankreich und Großbritannien die Erwartungen nicht getroffen.



Luxus auch in Krisenzeiten gefragt - Ferragamo haussieren


Die überraschend deutliche Ertragswende beim Modehersteller Salvatore Ferragamo treibt die Aktie in Mailand um 9 Prozent nach oben. Vor allem der Umsatzanstieg von 4 Prozent zum Vorjahr wird positiv hervorgehoben, da Ferragamo-Aktien unter der Befürchtung weiterer Marktanteilsverluste gelitten hatten. Die Citigroup betont, dass auf vergleichbarer Basis das Absatzmomentum nach vier Jahren einer stagnierenden oder negativen Entwicklung wieder steige.

Thyssenkrupp verlieren 4,7 Prozent. Moody's hat die Bonität auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Abstufung gesetzt. "Das wäre sicherlich ein weiterer Schlag", so ein Händler. Auch andere Stahlaktien wie Arcelormittal (minus 3,5 Prozent) und Salzgitter (minus 5,2 Prozent) neigen nach den schwachen China-Daten zur Schwäche.

Bei Commerzbank wechseln die Übernahmespekulationen in rascher Folge. Der Unicredit hat dementiert, dass er Mandate für einen Übernahmeversuch erteilt habe. Am Dienstag hatte eine Agentur unter Verweis auf Kreise geschrieben, die italienische Bank habe Lazard und JP Morgan ein Verhandlungsmandat erteilt. Auch die niederländische ING wurde wieder als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Commerzbank verlieren 2,6 Prozent, ING 2,1 Prozent und Unicredit 1,5 Prozent.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.348,10 -0,48 -16,28 11,55
Stoxx-50 3.075,93 -0,23 -7,05 11,44
DAX 11.932,33 -0,49 -59,29 13,01
MDAX 25.307,32 -0,43 -109,84 17,23
TecDAX 2.795,77 -0,55 -15,52 14,10
SDAX 11.124,25 -0,64 -71,74 16,98
FTSE 7.228,81 -0,18 -12,79 7,63
CAC 5.319,37 -0,41 -21,97 12,44

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,11 -0,04 -0,35
US-Zehnjahresrendite 2,38 -0,03 -0,30

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 9:30 Uhr Di, 18:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1194 -0,11% 1,1207 1,1207 -2,4%
EUR/JPY 122,44 -0,36% 122,78 122,92 -2,6%
EUR/CHF 1,1278 -0,21% 1,1286 1,1308 +0,2%
EUR/GBP 0,8674 -0,09% 0,8683 0,8674 -3,6%
USD/JPY 109,38 -0,25% 109,57 109,68 -0,2%
GBP/USD 1,2906 -0,02% 1,2906 1,2920 +1,1%
Bitcoin
BTC/USD 8.061,76 +3,59% 8.012,51 7.844,51 +116,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 61,19 61,78 -1,0% -0,59 +30,4%
Brent/ICE 70,78 71,24 -0,6% -0,46 +28,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.298,07 1.296,98 +0,1% +1,09 +1,2%
Silber (Spot) 14,82 14,80 +0,2% +0,02 -4,4%
Platin (Spot) 852,30 857,00 -0,5% -4,70 +7,0%
Kupfer-Future 2,75 2,73 +0,5% +0,02 +4,3%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

May 15, 2019 07:02 ET ( 11:02 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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