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MÄRKTE EUROPA/Börsen drehen nach angeblichen Trump-Aussagen ins Plus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen machen am Mittwochnachmittag eine Kehrtwende. Laut Angaben aus dem Handel soll sich US-Präsident Donald Trump dahingehend geäußert haben, dass er von Zöllen auf Autoimporte zunächst absehen will. Die Nachricht wird mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen. Trump muss bis zum 18. Mai entscheiden, ob EU-Autoimporte eine Bedrohung der Sicherheit der USA darstellen. Das wäre insbesondere für die deutsche Wirtschaft keine gute Nachricht. Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 12.050 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,2 Prozent auf 3.369 nach oben.

Schwächere Wirtschaftsdaten aus China und den USA spielen keine Rolle mehr. US-Einzelhandelsdaten sowie Zahlen zur US-Industrieproduktion haben enttäuscht genauso wie zuvor Wirtschaftsdaten aus China. Auch dort haben Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz die Markthoffnung verfehlt. Die China-Daten sorgen zunächst für einen Stimmungsdämpfer, gingen die Anleger doch zuletzt davon aus, dass die wirtschaftliche Bodenbildung in China abgeschlossen sei.

Auch die zunehmenden politischen Unsicherheiten hatten die Stimmung über weite Strecken belastet. So haben die USA damit begonnen, Teile der Mitarbeiter aus der irakischen Botschaft und dem Konsulat abzuziehen. Hintergrund dürften die zuletzt stark gestiegenen Spannungen im Nahen Osten zwischen Iran und den USA und Saudi-Arabien sein. Etwas gedämpft wird die Stimmung auch von der Entwicklung in Italien. Sorgen um die italienischen Staatsfinanzen setzten dort dem Anleihenmarkt zeitweise stärker zu. An der Mailänder Börse fallen die Kurse um 0,3 Prozent.



Erleichterung im Autosektor


Automobilwerte führen nun die Gewinnerliste in Europa mit 1,7 Prozent Plus an nach den Trump-Kommentaren. Renault stehen indes weiter unter Druck und geben 2,1 Prozent nach. Hier drückt die Dividendenkürzung der Tochter Nissan. Von sehr schwachen Geschäftszahlen spricht ein Händler mit Blick auf Leoni, die Aktie bricht um 10 Prozent ein. "Das Unternehmen verbrennt Geld", sagt der Händler. Der freie Cashflow sei mit 313 Millionen Euro sehr negativ. Die Liquidität sei deutlich auf 740 Millionen Euro von 1 Milliarde Euro zurückgegangen. Aumann brechen nach einem "verheerenden" Auftragseinbruch um 10,5 Prozent ein.

Die Berichtssaison hat derweil auch positive Überraschungen parat. Der Energieversorger RWE hat seinen Gewinn im ersten Quartal vor allem dank eines guten Ergebnisses im Energiehandel deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. RWE legen gegen den Trend um 2,9 Prozent zu.

Die Raiffeisen Bank International hat im ersten Jahresviertel 2019 negative Bewertungsergebnisse aus dem Hedging und dem Verkauf des polnischen Kernbankgeschäfts zu spüren bekommen und erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Die Ertragsseite der Österreicher zeigte sich dagegen relativ robust. Die Aktie verliert 4,3 Prozent. Kingfisher geben an der Londoner Börse 2,5 Prozent nach. Der Eigner von Baumarktketten hat beim Umsatz auf vergleichbarer Basis vor allem in Frankreich und Großbritannien die Erwartungen nicht getroffen.



Luxus auch in Krisenzeiten gefragt - Ferragamo haussieren


Die überraschend deutliche Ertragswende beim Modehersteller Salvatore Ferragamo treibt die Aktie in Mailand um 8,5 Prozent nach oben. Vor allem der Umsatzanstieg von 4 Prozent zum Vorjahr wird positiv hervorgehoben, da Ferragamo-Aktien unter der Befürchtung weiterer Marktanteilsverluste gelitten hatten. Die Citigroup betont, dass auf vergleichbarer Basis das Absatzmomentum nach vier Jahren einer stagnierenden oder negativen Entwicklung wieder steige.

Thyssenkrupp verlieren 5,5 Prozent. Im Handel wird auf eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren verwiesen: Diese reichen von einer möglichen Bonitätsabstufung, negativen Analystenstimmen über schwache China-Daten bis hin zum Verfall. Nach schwachen Zahlen geben United Internet 6,9 Prozent und Drillisch 11,7 Prozent nach.

Bei Commerzbank wechseln die Übernahmespekulationen in rascher Folge. Der Unicredit hat dementiert, dass er Mandate für einen Übernahmeversuch erteilt habe. Am Dienstag hatte eine Agentur unter Verweis auf Kreise geschrieben, die italienische Bank habe Lazard und JP Morgan ein Verhandlungsmandat erteilt. Auch die niederländische ING wurde wieder als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Commerzbank verlieren 1 Prozent, ING 2,1 Prozent und Unicredit 1,1 Prozent.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.371,28 0,21 6,90 12,32
Stoxx-50 3.090,89 0,26 7,91 11,99
DAX 12.060,27 0,57 68,65 14,22
MDAX 25.474,95 0,23 57,79 18,00
TecDAX 2.817,25 0,21 5,96 14,98
SDAX 11.188,32 -0,07 -7,67 17,66
FTSE 7.292,34 0,70 50,74 7,63
CAC 5.346,61 0,10 5,27 13,02

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,11 -0,04 -0,35
US-Zehnjahresrendite 2,38 -0,03 -0,30

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 9:30 Uhr Di, 18:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1213 +0,06% 1,1207 1,1207 -2,2%
EUR/JPY 122,84 -0,03% 122,78 122,92 -2,3%
EUR/CHF 1,1306 +0,04% 1,1286 1,1308 +0,4%
EUR/GBP 0,8723 +0,48% 0,8683 0,8674 -3,1%
USD/JPY 109,54 -0,10% 109,57 109,68 -0,1%
GBP/USD 1,2855 -0,42% 1,2906 1,2920 +0,7%
Bitcoin
BTC/USD 7.966,76 +2,37% 8.012,51 7.844,51 +114,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 61,74 61,78 -0,1% -0,04 +31,6%
Brent/ICE 71,36 71,24 +0,2% 0,12 +29,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.296,39 1.296,98 -0,0% -0,60 +1,1%
Silber (Spot) 14,79 14,80 -0,0% -0,01 -4,6%
Platin (Spot) 844,65 857,00 -1,4% -12,35 +6,1%
Kupfer-Future 2,75 2,73 +0,5% +0,01 +4,2%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

May 15, 2019 10:44 ET ( 14:44 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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