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MÄRKTE EUROPA/Börsen erholen sich - DAX steigt wieder über 11.000

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Nach dem kräftigen Rücksetzer am Donnerstag und Freitag der Vorwoche haben die europäischen Börsen einen Teil der Verluste am Montag wieder aufgeholt. Von Überzeugung bei den Käufen konnte aber keine Rede sein angesichts der weiterhin sehr hohen wirtschaftlichen und politischen Risiken. Der DAX gewann 1 Prozent auf 11.015 Punkte und schloss damit knapp über der Marke von 11.000. Der Euro-Stoxx-50 legte um 1 Prozent auf 3.166 Punkte zu.

Weiterhin sorgen der US-chinesische Handelskonflikt, der Brexit sowie der ungelöste US-Haushaltsstreit für Unsicherheit. Wie ausgeprägt der Stress am Finanzmarkt bzw. die Flucht in sichere Häfen ist, lässt sich an den Bundesanleihen ablesen. Die Rendite deutscher Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren fiel im Tagestief auf 0,09 Prozent zurück - das ist der niedrigste Stand seit über zwei Jahren. Einige Beobachter stellen sich bereits auf negative Renditen ein.



Schlagzeilenrisiko ist hoch


Das von den US-chinesischen Handelsgesprächen ausgehende Schlagzeilenrisiko ist hoch. Zunächst für etwas Hoffnung scheint zu sorgen, dass die Gespräche am 14. Februar weitergehen sollen. Dann wird sich Chinas Vizepremier Liu He erneut mit den hochrangigen US-Gesprächsführern Lighthizer und Mnuchin treffen. Bei einem Scheitern der Gespräche könnten ab dem 1. März höhere Zölle drohen.

In Sachen Brexit will Premierministerin Theresa May mehr Zeit für Nachverhandlungen, die es aber kaum noch gibt. Das wiederum könnte bedeuten, dass die zweite Parlamentsabstimmung über ihren Austritts-Deal am Donnerstag möglicherweise gar nicht stattfinden wird. Das Pfund gab zu Wochenbeginn nach gegen Dollar und Euro, auch belastet von schwächeren Wirtschaftsdaten.



Spekulation über höheres Briefporto stützt Dt. Post


Für die Aktien der Deutschen Post ging es um 2,5 Prozent nach oben. Kurstreiber war ein Bericht der "FAZ" über ein mutmaßlich höheres Briefporto. Zwar werde die geforderte Portoerhöhung etwas nach hinten verschoben, dafür könne es aber in Richtung 85 oder sogar 90 Cent pro Standardbrief gehen. Bislang kostet der Transport 70 Cent.

Wirecard erholten sich um 6,6 Prozent und waren damit DAX-Gewinner. Laut Händlern halfen Aussagen der Staatsanwaltschaft München vom Freitagabend. Sie sieht nämlich keinen Grund für Ermittlungen gegen den Zahlungsdienstleister. Ein weiterer, dritter negativer Bericht der "FT" innerhalb gut einer Woche hatte dem Kurs des Bezahldienstleisters den dritten deftigen Absturz beschert.

Carl Zeiss Meditec ist gut ins Jahr gestartet, die Aktie gewann 1 Prozent. Die Aktie von Bundesligatabellenführer Borussia Dortmund stand erneut unter Druck. Der Kurs sackte um 7,6 Prozent ab. Nach dem 3:3 gegen Hoffenheim - nach 3:0-Führung - ist der Vorsprung im Meisterschaftsrennen gegen Bayern München auf fünf Punkte geschrumpft.



Smith & Nephew in Übernahmegesprächen


Für Smith & Nephew ging es an der Londoner Börse um 3,8 Prozent nach unten. Belastend wirkte ein Bericht in der "FT", wonach sich der Medizintechnik-Anbieter in Übernahmegesprächen mit Nuvasive befindet. Die Transaktion könnte ein Volumen von mehr als 3 Milliarden Dollar haben and wäre für Smith & Nephew der größte Kauf der Unternehmensgeschichte.

Weiter abwärts ging es mit Leoni. "Das ist schon dramatisch, normalerweise gibt es nach so einem Kursabsturz zumindest ein paar Gewinnmitnahmen von Shorties", sagte ein Händler. Der Autozulieferer hatte am Freitag sehr schwache Zahlen vorgelegt, worauf der Kurs um über 30 Prozent abgestürzt war. Zu Wochenbeginn verbilligte er sich um weitere 1,6 Prozent.

Aber auch der Automobilsektor insgesamt blieb hinter dem Gesamtmarkt zurück. In den kommenden Tagen wird der Bericht es US-Handelsministerium erwartet, der erörtern soll, ob EU-Autoimporte eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen. In einem solchen Fall drohen Strafzölle.


.
. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.165,61 +29,99 +1,0% +5,5%
. Stoxx-50 2.937,07 +21,21 +0,7% +6,4%
. Stoxx-600 361,12 +3,05 +0,9% +7,0%
Frankfurt XETRA-DAX 11.014,59 +107,81 +1,0% +4,3%
London FTSE-100 London 7.129,11 +57,93 +0,8% +5,1%
Paris CAC-40 Paris 5.014,47 +52,84 +1,1% +6,0%
Amsterdam AEX Amsterdam 531,12 +3,14 +0,6% +8,9%
Athen ATHEX-20 Athen 1.725,14 +16,20 +0,9% +7,3%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.496,38 +22,66 +0,7% +7,8%
Budapest BUX Budapest 39.769,48 +64,87 +0,2% +1,6%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.093,59 +31,03 +0,8% +11,1%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 131.407,86 +2695,59 +2,1% +14,9%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 957,34 +10,43 +1,1% +7,4%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.091,06 +2,76 +0,1% +7,7%
Madrid IBEX-35 Madrid 8.936,40 +79,60 +0,9% +4,6%
Mailand FTSE-MIB Mailand 19.586,56 +234,66 +1,2% +5,6%
Moskau RTS Moskau 1.201,33 +1,68 +0,1% +12,7%
Oslo OBX Oslo 774,23 +4,73 +0,6% +4,7%
Prag PX Prag 1.046,43 -0,39 -0,0% +6,1%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.542,33 +15,16 +1,0% +9,5%
Warschau WIG-20 Warschau 2.354,28 +0,17 +0,0% +3,4%
Wien ATX Wien 2.988,17 +24,20 +0,8% +8,1%
Zürich SMI Zuerich 9.068,62 +65,21 +0,7% +7,6%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:40 Fr, 17:39 % YTD
EUR/USD 1,1279 -0,36% 1,1323 1,1325 -1,6%
EUR/JPY 124,51 +0,17% 124,52 124,21 -1,0%
EUR/CHF 1,1323 +0,11% 1,1326 1,1325 +0,6%
EUR/GBP 0,8768 +0,15% 0,8763 0,8756 -2,6%
USD/JPY 110,40 +0,53% 109,98 109,67 +0,7%
GBP/USD 1,2866 -0,50% 1,2921 1,2937 +0,8%
Bitcoin
BTC/USD 3.589,25 -1,00% 3.597,00 3.455,74 -3,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,70 52,72 -1,9% -1,02 +13,1%
Brent/ICE 61,30 62,10 -1,3% -0,80 +12,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.309,60 1.314,32 -0,4% -4,72 +2,1%
Silber (Spot) 15,72 15,84 -0,8% -0,12 +1,4%
Platin (Spot) 789,50 799,50 -1,3% -10,00 -0,9%
Kupfer-Future 2,79 2,81 -0,8% -0,02 +6,0%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

END) Dow Jones Newswires

February 11, 2019 12:04 ET ( 17:04 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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