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MÄRKTE EUROPA/Börsen fester trotz verheerender US-Arbeitsmarktzahlen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Trotz verheerender US-Arbeitsmarktdaten haben Europas Börsen am Donnerstag fester geschlossen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schnellte auf über 3 Millionen in die Höhe und damit auf den mit Abstand höchsten jemals gemessenen Wert. Dieser lag weit über der Marktprognose von 1,5 Millionen. Der DAX gewann dennoch 1,3 Prozent auf 10.001, im Tief hatte er bei 9.526 Zählern gestanden. Der Euro-Stoxx-50 gewann 1,7 Prozent auf 2.848 Punkte.

Ein Grund für die positive Marktreaktion dürfte gewesen sein, dass sich hinter der Konsenserwartung erhebliche Abweichungen bei den einzelnen Schätzungen verborgen haben. Zum Teil waren noch deutlich schlechtere Werte erwartet worden. Daneben hatten einige Investmenthäuser damit begonnen, Anlegern zum Einstieg in den Aktienmarkt zu raten. Außerdem dürften einige Anleger die schwachen Daten ignoriert und auf die Kraft des 2 Billionen Dollar schweren Konjunkturprogramms der US-Regierung gesetzt haben.


Rendite der italienischen Kurzläufer kollabiert

Nach der Lockerung des PEPP-Kaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme) durch die EZB brachen die Renditen italienischer Kurzläufer am Anleihemarkt regelrecht ein. Unter anderem hatte die EZB bekannt gegeben, dass im Rahmen des PEPP-Programms nun auch Wertpapiere mit einer Laufzeit von unter einem Jahr gekauft werden. Italienische Kurzläufer mit einer Laufzeit von drei Monaten rentierten zu Börsenschluss bei minus 13 Basispunkten.

Eni und Repsol trafen mit ihren Geschäftszahlen die Erwartungen am Markt. Eni gaben dennoch 0,1 Prozent nach, Repsol stiegen dagegen um 3,7 Prozent. Der italienische Ölkonzern streicht die Investitionen zusammen, ebenso Repsol. Die Dividende lassen die Spanier aber gleich ganz. Am Markt ist bei Ölkonzernen eingepreist, dass erst Aktienrückkäufe und die Investitionen gestrichen werden und es erst am Schluss an die Dividenden geht.

ABN Amro verloren 3,7 Prozent. Die Bank hat einen Verlust von 200 Millionen Dollar hinnehmen müssen, nachdem ein US-Kunde Margin Calls nicht bedienen konnte und dessen Position daher zwangsliquidiert wurde. Im Handel hieß es, dass Firesales dieser Art bei extremen Marktverwerfungen, wie sie aktuell zu beobachten seien, nicht ungewöhnlich seien. Während der Finanzkrise musste etwa die Societe Generale nach forcierten Positions-Liquidierungen einen Milliardenverlust hinnehmen.

Im MDAX haussierten Airbus gleich mit Aufschlägen von 20,7 Prozent auf 72,50 Euro. Im Handel war von einer Gegenbewegung die Rede, möglicherweise noch unterstützt durch Leereindeckungen. Die Aktie sei extrem überverkauft nach dem Absturz vom Jahreshochs von knapp 140 Euro auf im Tief unter 50 Euro.


Airbus und MTU erholen sich nach Ausverkauf

Tagesgewinner im DAX waren MTU Aero mit Aufschlägen von 12,1 Prozent, und das obgleich das Unternehmen den Ausblick für 2020 kassiert hatte. Das überraschte indes niemanden mehr am Markt und ähnlich wie bei Airbus kam es nach dem Ausverkauf in der Aktie zu einer kräftigen Erholung.

Hamborner REIT gaben dagegen um 5,2 Prozent nach. Das Unternehmen hat die Prognose zurückgezogen und rechnet mit Mietausfällen. Das hört man im Sektor nicht gern: Vonovia verloren 0,8 Prozent. Deutsche Euroshop gaben gleich um 7,6 Prozent nach - der Betreiber von Einkaufszentren gilt als besonders gefährdet mit Blick auf mögliche Mietausfälle.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 2.847,78 +47,64 +1,7% -24,0%
Stoxx-50 2.725,52 +57,16 +2,1% -19,9%
Stoxx-600 321,38 +8,00 +2,6% -22,7%
XETRA-DAX 10.000,96 +126,70 +1,3% -24,5%
FTSE-100 London 5.771,16 +82,96 +1,5% -24,6%
CAC-40 Paris 4.543,58 +111,29 +2,5% -24,0%
AEX Amsterdam 482,99 +7,59 +1,6% -20,1%
ATHEX-20 Athen 1.388,21 +55,72 +4,2% -39,6%
BEL-20 Brüssel 3.004,43 +84,79 +2,9% -24,1%
BUX Budapest 32.994,30 +303,85 +0,9% -28,4%
OMXH-25 Helsinki 3.321,67 +69,47 +2,1% -21,3%
ISE NAT. 30 Istanbul 109.734,88 +3130,61 +2,9% -21,0%
OMXC-20 Kopenhagen 1.027,87 +34,79 +3,5% -9,5%
PSI 20 Lissabon 3.955,62 +58,03 +1,5% -23,0%
IBEX-35 Madrid 7.033,20 +90,80 +1,3% -26,4%
FTSE-MIB Mailand 17.369,38 +125,70 +0,7% -26,6%
RTS Moskau 1.017,03 +35,34 +3,6% -34,3%
OBX Oslo 640,85 +9,60 +1,5% -24,0%
PX Prag 801,57 -6,08 -0,8% -28,2%
OMXS-30 Stockholm 1.470,89 +24,33 +1,7% -17,0%
WIG-20 Warschau 1.492,01 +50,18 +3,5% -30,6%
ATX Wien 2.056,49 +38,56 +1,9% -35,9%
SMI Zürich 9.203,98 +214,82 +2,4% -13,3%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,37 -0,10 -0,61
US-Zehnjahresrendite 0,80 -0,06 -1,88

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:22 Uhr Mi, 17:39 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1024 +1,30% 1,0915 1,0840 -1,7%
EUR/JPY 120,74 -0,04% 120,64 120,82 -1,0%
EUR/CHF 1,0623 -0,09% 1,0631 1,0613 -2,1%
EUR/GBP 0,9071 -1,42% 0,9195 0,9176 +7,2%
USD/JPY 109,52 -1,32% 110,75 111,50 +0,7%
GBP/USD 1,2157 +2,86% 1,1868 1,1827 -8,3%
USD/CNH (Offshore) 7,0879 -0,54% 7,1174 7,1382 +1,7%
Bitcoin
BTC/USD 6.640,26 -0,84% 6.635,01 6.683,01 -7,9%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 22,90 24,49 -6,5% -1,59 -61,8%
Brent/ICE 26,47 27,39 -3,4% -0,92 -59,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.635,86 1.611,61 +1,5% +24,25 +7,8%
Silber (Spot) 14,41 14,34 +0,5% +0,07 -19,3%
Platin (Spot) 735,05 740,10 -0,7% -5,05 -23,8%
Kupfer-Future 2,18 2,21 -1,3% -0,03 -22,1%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

March 26, 2020 13:27 ET ( 17:27 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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