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MÄRKTE EUROPA/Börsen geben Gewinne ab - ADP und Italien drücken

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen geben bis Mittwochnachmittag die Gewinne ab. Ein schwacher ADP-Bericht drückt genauso wie ein mögliches Defizitverfahren gegen Italien. Zuvor hatte die Hoffnung auf baldige US-Zinssenkungen die Kurse noch kräftiger gestützt. Fed-Präsident Jerome Powell hatte sich am Vortag offen für Zinssenkungen gezeigt, sollte sich der Handelskonflikt negativ auf die US-Wirtschaft auswirken. In der Zwischenzeit werden laut der Commerzbank bis Ende 2020 bereits vier Zinssenkungen in den USA eingepreist.

Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 11.959 Punkte, der Euro-Stoxx-50 liegt hauchdünn im Minus bei 3.333 Zählern. Mit 27.000 Stellen sind im Mai laut ADP-Bericht in den USA überraschend wenige Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Prognose lag bei einem Plus von 173.000. Aus Marktsicht stellt sich nun die Frage, ob es sich um einen einmaligen Ausrutscher nach unten handelt oder die Zahlen Probleme am bislang boomenden US-Arbeitsmarkt indizieren. Vor allem kleinere Unternehmen haben Stellen abgebaut.

Nun rücken die Zentralbanken in den Fokus. Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht, das so genannte Beige Book. Und am Donnerstag tagt dann die Europäische Zentralbank. Der EZB-Rat dürfte seine Geldpolitik unverändert lassen, er wird sich aber vermutlich zu neuen langfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTRO) äußern. Außerdem veröffentlicht er neue Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation.



Es droht neues Ungemach aus Italien - Banken werden verkauft


Italienische Vermögenswerte stehen stärker unter Druck. Die EU-Kommission empfiehlt die Aufnahme eines Defizit-Verfahrens gegen Italien. Dies ist zwar keine große Überraschung, nimmt nun aber zunehmend offiziellen Charakter an. Damit droht ein neuer Machtkampf zwischen Brüssel und Rom, der das Zeug hat, Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen. Unicredit verlieren 3,9 Prozent und Intesa Sanpaolo 2 Prozent. An der Mailänder Börse geben die Kurse um 0,8 Prozent nach unten, die italienischen Renditen am Rentenmarkt steigen.

Unter den Einzelwerten stehen SAP im Blick. Der US-Wettbewerber Salesforce hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahrs von einer starken Nachfrage nach Cloud-Computing-Angeboten profitiert und deshalb den Gewinnausblick für das gesamte Geschäftsjahr angehoben. Nachdem SAP zuletzt unter der Schwäche der US-Technologiewerte gelitten hatten, gewinnen sie nun 1,3 Prozent.

Varta verlieren dagegen im SDAX 3,7 Prozent. Varta will wegen starker Nachfrage die Akkumulator-Produktion noch stärker ausbauen als zunächst geplant. Das Investitionsvolumen beziffert Varta mit 100 Millionen Euro. Es soll aus der operativen Geschäftstätigkeit oder möglicherweise auch aus einer Kapitalerhöhung finanziert werden. "Eine Kapitalerhöhung könnte belasten", sagt ein Marktteilnehmer.



Goldpreis steht kurz vor dem Jahreshoch


Voestalpine geben 2,9 Prozent ab. Der österreichische Stahlkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Steuern 44 Prozent weniger verdient. Der Umsatz war allerdings so hoch wie nie zuvor in einem Geschäftsjahr.

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat seine Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Celgene ausgeweitet. Weil der Partnerschaft ein neuer Zelltyp hinzugefügt wurde, erhält das im TecDax notierte Hamburger Unternehmen 9 Millionen Dollar von Celgene. Der Kurs zieht um 3,4 Prozent an.

Der Goldpreis baut seine jüngsten Gewinne weiter aus. Mit 1.338 Dollar steht die Feinunze nur noch knapp unter dem Jahreshoch von knapp 1.347 Dollar. "Dieses sollte mit der Zinsspekulation schnell erreichbar sein, meint ein Marktteilnehmer. Darüber liege allerdings zwischen 1.360 und 1.370 Dollar die nächste Widerstandszone, die in den vergangenen Jahren jeden Anstieg aufgehalten habe.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.332,53 -0,03 -0,96 11,03
Stoxx-50 3.081,43 0,08 2,59 11,64
DAX 11.959,41 -0,10 -11,76 13,26
MDAX 25.107,86 0,26 66,23 16,30
TecDAX 2.770,76 1,00 27,53 13,08
SDAX 10.926,04 0,31 33,97 14,90
FTSE 7.221,89 0,11 7,60 7,23
CAC 5.279,32 0,21 11,06 11,60

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,23 -0,02 -0,47
US-Zehnjahresrendite 2,09 -0,05 -0,59

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:27 Di, 18:36 % YTD
EUR/USD 1,1274 +0,17% 1,1272 1,1245 -1,7%
EUR/JPY 121,79 +0,06% 121,71 121,67 -3,1%
EUR/CHF 1,1149 -0,16% 1,1163 1,1172 -1,0%
EUR/GBP 0,8858 -0,04% 0,8863 0,8867 -1,6%
USD/JPY 108,00 -0,14% 107,98 108,20 -1,5%
GBP/USD 1,2730 +0,25% 1,2718 1,2681 -0,3%
Bitcoin
BTC/USD 7.774,00 +3,42% 7.705,50 7.918,75 +109,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,73 53,48 -1,4% -0,75 +11,5%
Brent/ICE 61,49 61,97 -0,8% -0,48 +11,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.338,00 1.325,20 +1,0% +12,80 +4,3%
Silber (Spot) 14,95 14,83 +0,8% +0,12 -3,5%
Platin (Spot) 823,01 821,50 +0,2% +1,51 +3,3%
Kupfer-Future 2,65 2,67 -0,9% -0,02 +0,2%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

June 05, 2019 10:01 ET ( 14:01 GMT)

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