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MÄRKTE EUROPA/Börsen kommen von Hochs zurück

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen kommen am Montagnachmittag etwas von den Tageshochs zurück. Im Handel ist von einem ruhigen Geschäft die Rede. Nach dem solide ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sind in Deutschland die Auftragseingänge im August wider Erwarten gesunken im Vergleich zum Juli. Allerdings wurde das Minus aus dem Vormonat gleichzeitig von 2,7 auf 2,1 Prozent nach oben revidiert. Auch scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt mit Blick auf schwache deutsche Daten einzusetzen.

Der DAX legt um 0,4 Prozent auf 12.062 Zähler zu, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,5 Prozent auf 3.463.

Die Anleger warten auf die Fortsetzung der Verhandlungen im US-chinesischen Handelskonflikt. Am Donnerstag sollen die Handelsgespräche auf hochrangiger Ebene wieder aufgenommen werden. Allerdings setzt China dabei anders als die USA auf kleinere Lösungen. Vizepremier Liu He sagte Berichten zufolge, dass China die wichtigsten Forderungen der USA nicht erfüllen werde, einschließlich Verpflichtungen zu Reformen der chinesischen Industriepolitik oder staatlichen Subventionen.

Ich gehe davon aus, dass uns der Handelskonflikt über den Jahreswechsel hinaus begleiten wird", erwartet Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners. Daneben stehen weiter Nachrichten zum Brexit und auch erste Unternehmenszahlen im Rahmen der gerade anlaufenden Berichtssaison im Fokus der Anleger.


Osram und AMS nach geplatztem Deal schwach

Osram verlieren 3,8 Prozent, nachdem der österreichische Bieter AMS sein Übernahmeziel nicht erreicht hat. AMS hat nicht die erforderlichen 62,5 Prozent des Osram-Kapitals hinter sich bringen können. Aufgeben wollen die Österreicher aber nicht, zumal sie sich von der industriellen Logik einer Zusammenarbeit weiter überzeugt zeigen. Weil AMS fast ein Fünftel aller Osram-Aktien hält, kann kein anderer Käufer den vollen Durchgriff bei Osram erlangen. AMS geben 1,6 Prozent nach.

Positiv wird gewertet, dass der für Mitte Oktober geplante Prozess gegen Bayer um die Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verschoben werden soll. Das bestätigte der Chef-Verhandler im Mediationsverfahren zwischen Bayer und den Klägeranwälten. Marktexperten werten das dahingehend, dass Bayer an einem "großen Vergleich" arbeite. "Am Freitag wurden im Handel Beträge unter 10 Milliarden Euro genannt, was positiv wäre", meint ein Aktienhändler. Bayer gewinnen 1,5 Prozent.

Safilo verlieren 10,1 Prozent. Die Italiener sind nach Luxottica der zweitgrößte Brillenhersteller der Welt und führen Marken wie Max Mara, Hugo Boss und Givenchy unter ihrem Dach. Der Kurs war seit Anfang Oktober kräftig angesprungen aufgrund von Spekulationen, Kering könnte als Übernehmer interessiert sein. Weil aber Ende vergangener Woche eine Vereinbarung zur Produktion von Gucci-Produkten für Kering getroffen worden sei, schienen die Franzosen nicht an einer Übernahme interessiert zu sein, so die Analysten bei Equita SIM.

Einen Ertragsschub erwarten die Analysten von Shore Capital durch den Verkauf eines blauen Diamanten aus der Cullinan-Mine mit 20,08 Carat für Petra Diamonds (plus 10,4 Prozent). Sie erwarten, dass dieser Stein einen Preis von 13 bis 15 Millionen Euro erzielen kann.

Fluggesellschaften zeigen sich am Montag erholt. Lufthansa und Air France-KLM steigen 3,1 bzw 4,2 Prozent und die skandinavische SAS sogar 9,6 Prozent. Letztere profitieren von sehr guten Verkehrszahlen, die auch den Sektor stützen.


Gewinnwarnung aus Großbritannien im Baustoffsektor

Nach einer Gewinnwarnung des britischen Baustoffhändlers SIG geht es für das Papier um 15,1 Prozent nach unten. Die Investitionszurückhaltung wegen des Brexit macht dem Unternehmen zu schaffen. Im Gefolge geht es für Saint Gobain um 0,7 Prozent nach unten.

HSBC (plus 0,5 Prozent) reagieren kaum auf Berichte zu geplanten Massenentlassungen. "Bevor das kostensenkend wirksam wird, müssen erst die ganzen Abfindungen verdaut werden", sagt ein Händler. Und weiter: "Besonders weil HSBC explizit bei den hochrangigen Mitarbeitern ansetzen will." Laut Financial Times will die Bank bis zu 10.000 Stellen streichen.

Positiv werten Händler die Zahlen zum Wachstum im dritten Quartal von Hypoport. Das Unternehmen berichtete von einer deutlich gestiegenen Wachstumsdynamik. Der Kurs legt um 6 Prozent zu.

In Portugal bewegt der Sieg der regierenden Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Antonio Costa bei der Parlamentswahl den Aktienmarkt nicht. Das Marktbarometer PSI-20 notiert 0,2 Prozent fester.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.463,40 0,48 16,69 15,39
Stoxx-50 3.166,59 0,71 22,46 14,73
DAX 12.062,40 0,41 49,59 14,24
MDAX 25.560,73 0,11 27,23 18,40
TecDAX 2.778,89 0,32 8,89 13,42
SDAX 10.899,19 0,36 39,10 14,62
FTSE 7.190,03 0,48 34,65 6,35
CAC 5.509,01 0,38 20,69 16,45

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,58 0,01 -0,82
US-Zehnjahresrendite 1,55 0,02 -1,13

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:51 Uhr Fr, 17:50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0993 +0,13% 1,0978 1,0975 -4,1%
EUR/JPY 117,60 +0,40% 117,34 117,34 -6,5%
EUR/CHF 1,0931 +0,09% 1,0927 1,0926 -2,9%
EUR/GBP 0,8918 +0,10% 0,8913 0,8916 -0,9%
USD/JPY 106,98 +0,30% 106,88 106,92 -2,4%
GBP/USD 1,2326 +0,03% 1,2317 1,2309 -3,4%
USD/CNY 7,1484 0,0% 7,1484 7,1484 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.152,50 +2,96% 7.824,54 8.138,50 +119,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,58 52,81 +1,5% 0,77 +11,1%
Brent/ICE 58,99 58,37 +1,1% 0,62 +6,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.500,84 1.504,61 -0,3% -3,77 +17,0%
Silber (Spot) 17,54 17,56 -0,1% -0,02 +13,2%
Platin (Spot) 883,69 881,01 +0,2% +1,85 +11,0%
Kupfer-Future 2,58 2,56 +0,9% +0,02 -2,6%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/cln

END) Dow Jones Newswires

October 07, 2019 10:10 ET ( 14:10 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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