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MÄRKTE EUROPA/Börsen legen weiter zu - Mailand sehr fest

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen haben sich am Mittwoch von den Vortagesverlusten mehr als erholt. Gestützt wurde die Stimmung durch Zinssenkungsspekulationen. Daneben hoffen die Börsianer auch auf fiskalpolitische Stimuli. Der DAX gewann 1,3 Prozent auf 11.803 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,3 Prozent auf 3.395 Punkte nach oben.

Am Abend wird das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank veröffentlicht, und am Freitag redet US-Notenbankchef Jerome Powell auf dem Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole. "Die Frage ist nicht mehr, ob die US-Notenbank die Zinsen senkt, sondern wie stark", meinte ein Teilnehmer. Auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet.

Der Devisenmarkt reagierte auf die anstehenden Termine gelassen, der Euro handelte weiter nahe der Marke von 1,11 Dollar. Die Feinunze Gold gab etwas nach, stand zu Börsenschluss aber über der Marke von 1.500 Dollar. Bei der Auktion neuer 30-jähriger Bundesanleihen ist am Mittwoch wie im Vorfeld erwartet die Durchschnittsrendite negativ ausgefallen. Sie lag bei minus 0,11 Prozent.



Mailand weiter erholt


Im Blick standen in Europa weiterhin der Brexit und die Entwicklung in Italien. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bitte des britischen Premierministers Boris Johnson nach einer Neuverhandlung des EU-Austrittsabkommens zurückgewiesen. Während einer Pressekonferenz in der isländischen Hauptstadt Reykjavik sagte Merkel, wenn man wolle, könne man innerhalb kurzer Zeit bei der kritischen Frage der Grenze in Irland eine praktische Lösung finden.

Sollten in Italien Neuwahlen vermieden werden, könne das an den Märkten positiv ankommen. "Geht es nach dem Willen der Börsianer, dann wird Salvinis Lega in der Koalition durch Renzis Partito Democratico ersetzt", so QC Partners. Darauf dürften auch die Akteure in Mailand setzen. Der MIB zog mit einem Plus von 1,8 Prozent kräftig an. Bereits am Dienstag hatte eine Erholung der Aktien- und Anleihekurse in Italien eingesetzt, nachdem Ministerpräsident Conte wie weithin erwartet seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Nun muss der Staatspräsident entscheiden, wie es tatsächlich weitergeht, ob also möglicherweise die Renzi-Partei und die Fünf-Sterne-Bewegung die Chance erhalten, eine Regierung zu bilden. Zuletzt gab es aus beiden Reihen zumindest entsprechende Bereitschaftssignale.



Bei Renault und Fiat kommt wieder Fusionsfantasie auf


Erneute Spekulationen, dass die beiden Automobilhersteller Renault und Fiat Chrysler Automobile (FCA) fusionieren könnten, stützten deren Aktien. Die erste Fusionsidee scheiterte zunächst im Juni, nachdem Renault's japanischer Partner Nissan ein Zusammengehen nicht unterstützen wollte und die französische Regierung bat, eine Abstimmung im Vorstand zu verschieben. Damit erlosch das Interesse von Fiat Chrysler schnell.

Die italienische Tageszeitung "Il Sole 24 Ore" berichtete nun, dass die Bewertung der beiden Konzerne an der Börse in der Zwischenzeit relativ konstant geblieben sei. Das wurde dahingehend interpretiert, dass das Investoren eine Wiederaufnahme der Gespräche als sehr wahrscheinlich einstuften. Die Renault-Aktie schloss 3,7 Prozent höher, Fiat-Aktien legten um 3,3 Prozent zu.

Nach einer Kaufempfehlung durch HSBC geht es für Leoni gleich um 9,9 Prozent nach oben. Anders bei Bertrandt: Die Aktie brach nach einer Gewinnwarnung um 11,8 Prozent ein.

Mit Aufschlägen von 16,8 Prozent reagierten Pandora auf Zweitquartalszahlen, die von den Anlegern mit Erleichterung zur Kenntnis genommen werden. Unterstützend wirkten auch Aktienkäufe durch das Management. Die Zahlen selbst seien leicht über den Erwartungen ausgefallen, allerdings habe das Unternehmen einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der gegen Jahresende Früchte tragen sollte, so Kepler Cheuvreux.



Givaudan mit kleinerer Übernahme


Als "strategisch sinnvoll", stuften die Analysten von Baader Helvea die Übernahme der britischen Fragrance Oils durch den Aromen- und Duftstoffkonzern Givaudan ein. Der Zukauf sei allerdings klein, er stehe für rund 1 Prozent der Umsätze der Schweizer. In der Vergangenheit habe Givaudan bei Zukäufen eine gute Erfolgsquote vorzuweisen. Die Aktie der Schweizer legte um 0,3 Prozent zu.

Wacker Chemie gewannen 2,9 Prozent auf 68,30 Euro. Bei der Commerzbank hieß es, die Anzeichen für steigende Photovoltaikglas-Preise verdichteten sich. Die Nachfrage nehme zu. Das Haus empfiehlt Wacker Chemie mit einem Kursziel von 89 Euro zum Kauf. SMA Solar gewannen 0,3 Prozent, Siltronic zogen um 2 Prozent an.

Gea wurden laut Händlern von Goldman Sachs hochgestuft, der Kurs legte um 4 Prozent zu. Tele Columbus erholten sich nach Geschäftszahlen, die eine Stabilisierung zeigten, um 4,5 Prozent. AAP Implantate gewannen 4,2 Prozent. Das Unternehmen hat eine Zulassung in den USA erhalten. GK Software büßten nach einer sehr zäh verlaufenen Kapitalerhöhung, die deutlich weniger einbrachte als avisiert, 1,2 Prozent ein. SGL Carbon erholten sich von dem jüngsten Absturz und gewannen 11 Prozent.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.394,89 +44,66 +1,3% +13,1%
. Stoxx-50 3.109,99 +32,71 +1,1% +12,7%
. Stoxx-600 375,80 +4,50 +1,2% +11,3%
Frankfurt XETRA-DAX 11.802,85 +151,67 +1,3% +11,8%
London FTSE-100 London 7.203,97 +78,97 +1,1% +5,9%
Paris CAC-40 Paris 5.435,48 +90,84 +1,7% +14,9%
Amsterdam AEX Amsterdam 550,42 +5,20 +1,0% +12,8%
Athen ATHEX-20 Athen 2.043,73 +9,03 +0,4% +27,1%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.525,25 +37,08 +1,1% +8,7%
Budapest BUX Budapest 39.648,21 -357,69 -0,9% +1,3%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 3.847,84 +41,93 +1,1% +4,4%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 118.846,39 -439,07 -0,4% +3,9%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.034,74 +16,57 +1,6% +16,1%
Lissabon PSI 20 Lissabon 4.820,95 +32,24 +0,7% +2,6%
Madrid IBEX-35 Madrid 8.701,50 +83,20 +1,0% +1,9%
Mailand FTSE-MIB Mailand 20.847,07 +361,64 +1,8% +11,8%
Moskau RTS Moskau 1.279,26 +14,67 +1,2% +20,0%
Oslo OBX Oslo 774,52 +4,04 +0,5% +4,8%
Prag PX Prag 1.037,98 +4,24 +0,4% +5,2%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.543,47 +9,13 +0,6% +9,6%
Warschau WIG-20 Warschau 2.105,88 -4,23 -0,2% -7,5%
Wien ATX Wien 2.943,58 +57,86 +2,0% +5,3%
Zürich SMI Zuerich 9.848,11 +77,72 +0,8% +16,8%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 7:58 Di, 17:10 % YTD
EUR/USD 1,1097 -0,02% 1,1096 1,1089 -3,2%
EUR/JPY 118,23 +0,24% 118,17 117,93 -6,0%
EUR/CHF 1,0894 +0,36% 1,0866 1,0861 -3,2%
EUR/GBP 0,9140 +0,18% 0,9134 0,9137 +1,6%
USD/JPY 106,54 +0,28% 106,50 106,33 -2,8%
GBP/USD 1,2140 -0,24% 1,2148 1,2139 -4,9%
USD/CNY 7,0632 +0,04% 7,0559 7,0604 +2,7%
Bitcoin
BTC/USD 9.951,45 -7,72% 10.203,75 10.630,00 +167,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,21 56,13 +0,1% 0,08 +17,0%
Brent/ICE 60,60 60,03 +0,9% 0,57 +9,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.503,32 1.508,30 -0,3% -4,99 +17,2%
Silber (Spot) 17,12 17,17 -0,3% -0,05 +10,5%
Platin (Spot) 855,05 852,00 +0,4% +3,05 +7,4%
Kupfer-Future 2,58 2,58 +0,3% +0,01 -2,3%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

END) Dow Jones Newswires

August 21, 2019 12:06 ET ( 16:06 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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