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MÄRKTE EUROPA/Börsen mit Lockdowns und Rezessionsangst im freien Fall

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Börsen sind am Mittwoch eingebrochen. Ein "Lockdown Light" ab Montag mit der Schließung von Restaurants und Gaststätten in Deutschland ist beschlossene Sache. Zudem dürfte in Frankreich Präsident Emmanuel Macron am Abend laut Berichten einen einmonatigen Lockdown verhängen. Während die bereits seit längerem steigenden Infektionszahlen der Coronavirus-Pandemie lange Zeit von Investoren nahezu negiert wurden, werden die von einem erneuten Lockdown ausgehenden Risiken für die Wirtschaft und die Unternehmen nun deutlich höher bewertet. Der DAX brach um 4,2 Prozent auf 11.561 Punkte ein. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 3,5 Prozent auf 2.964 nach unten.

Nach Einschätzung von CMC Markets liegen unsichere Wochen vor den Börsen. Es könne noch nicht gesagt werden, ob die Infektionswelle mit dem gerade beschlossenen "Wellenbrecher-Lockdown" tatsächlich unterbrochen werden könne oder nicht. "Auf dem Frankfurter Börsenparkett wurden heute Erinnerungen an den März dieses Jahres wach, als die Investoren mit panikartigen Verkäufen auf das Herunterfahren von Wirtschaft und Gesellschaft reagierten", hieß es. Die Commerzbank sah ein deutlich gestiegenes Risiko für eine zweite Rezession.


Berichtssaison verläuft recht freundlich

Die laufende Berichtssaison setzte derweil bei den Einzelwerten die Akzente, geriet aber angesichts der Coronakrise etwas in den Hintergrund. Während der Bankensektor im Schnitt um 3,6 Prozent nachgab, hielt sich die Aktie der Deutschen Bank mit Abgaben von 1,9 Prozent vergleichsweise "gut". Die Geschäftszahlen fielen besser als erwartet aus. Die Citigroup verwies vor allem auf die Stärke des Investmentgeschäfts: Die Einnahmen seien um 13 Prozent gestiegen, die der Investmentbanksparte um 43 Prozent. Commerzbank gaben um 3,6 Prozent nach.

Der Vermögensverwalter DWS hatte im dritten Quartal weitere Kundengelder eingeworben. Zudem verdiente die Tochter der Deutschen Bank vor Steuern sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum zweiten Quartal auch dank deutlich niedrigerer Kosten mehr. Die Nettomittelzuflüsse erreichten im Zeitraum von Juli bis September 10,5 Milliarden Euro nach 8,7 Milliarden im Vorquartal. Analysten hatten mit Zuflüssen von 5,3 Milliarden gerechnet. Für die Aktie ging es "nur" um 0,6 Prozent nach unten.

Gegen den schwachen Markt in Europa zeigten sich KPN stabil mit plus 0,5 Prozent. Der Telekomsektor gab derweil um 2 Prozent nach und war damit der "stärkste" in Europa. KPN hatte gute Geschäftszahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Die Gewinnkennziffern lagen unter anderem durch stärkere Kostensenkungen leicht über Erwartung.


Beiersdorf mit überraschend konservativem Ausblick

Mit Verwunderung blickten Händler auf das Kursminus von 6,5 Prozent bei Beiersdorf. "Das kann man beim besten Willen nicht mit irgendwelchen Corona-Sorgen oder dem konservativen Ausblick rechtfertigen", sagte ein Händler mit Blick auf die Umsatzzahlen. Doch genau das tat die Citigroup, die dem Konsumgüterriesen einen überraschend konservativen Ausblick attestierte. Dieser impliziere nach einem starken Quartal keine weitere Verbesserung im vierten.

Im Autosektor ging es für Peugeot nach Zahlenausweis um 4,5 Prozent nach unten. Die NordLB bekräftigte ihre Verkaufsempfehlung. An der Fusion von PSA mit Fiat Chrysler zum Stellantis-Konzern führe kein Weg vorbei. "Allein sind beide Unternehmen mit Blick auf die Elektromobilität, das Autonome Fahren, aber auch die Corona-Pandemie kaum langfristig überlebensfähig", so das Haus. Fiat Chrysler verloren trotz besserer Geschäftszahlen 3,9 Prozent, hielten sich damit aber noch besser als der Autosektor, der 4,8 Prozent einbüßte.

Trotz etwas besserer Geschäftszahlen gaben Eni 3,5 Prozent nach. Auch Glaxosmithkline verloren trotz positiver Geschäftszahlen 2,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 35,6 Pence deutlich über der Schätzung von gut 30 Cent.


Doppelt so hohe Bestellungen bei Delivery Hero

Delivery Hero waren DAX-Gewinner mit Aufschlägen von 1,7 Prozent. "Mit der Diskussion um den zweiten Lockdown wären die Aktien sowieso die Börsenfavoriten gewesen", sagte ein Händler. Nun werde dies noch mit harten Fakten untermauert. Das Wachstum laufe so stark wie erhofft, im dritten Quartal verdoppelten sich die Bestellungen gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben präzisiert.

Corestate setzten ihre Verluststrecke fort und fielen 7,5 Prozent. "Der überraschend schnelle Weggang des CEO war der Genickbruch für die Aktie", hieß es im Handel. Nach einer Gewinnwarnung stürzten Cancom um 13,2 Prozent ab.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 2.963,54 -107,06 -3,5% -20,9%
Stoxx-50 2.705,05 -82,71 -3,0% -20,5%
Stoxx-600 342,17 -10,41 -3,0% -17,7%
XETRA-DAX 11.560,51 -503,06 -4,2% -12,7%
FTSE-100 London n.def. n.def. n.def. n.def.
CAC-40 Paris 4.571,12 -159,54 -3,4% -23,5%
AEX Amsterdam 534,09 -11,56 -2,1% -11,7%
ATHEX-20 Athen 0,00 0,00 0,0% -39,2%
BEL-20 Brüssel 3.047,79 -105,23 -3,3% -23,0%
BUX Budapest 32.106,78 -885,91 -2,7% -30,3%
OMXH-25 Helsinki 4.113,37 -124,06 -2,9% -2,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.238,21 -28,32 -2,2% -10,8%
OMXC-20 Kopenhagen 1.317,97 -31,73 -2,4% +16,0%
PSI 20 Lissabon 3.977,43 -88,61 -2,2% -25,4%
IBEX-35 Madrid 6.474,40 -176,90 -2,7% -32,2%
FTSE-MIB Mailand 17.897,79 -757,16 -4,1% -20,6%
RTS Moskau 1.078,29 -53,07 -4,7% -30,4%
OBX Oslo 699,45 -22,24 -3,1% -17,1%
PX Prag 0,00 0,00 0,0% -22,5%
OMXS-30 Stockholm 1.722,66 -41,34 -2,3% -2,8%
WIG-20 Warschau 1.549,74 -75,80 -4,7% -27,9%
ATX Wien 2.053,38 -60,75 -2,9% -32,7%
SMI Zürich 9.618,65 -268,84 -2,7% -9,4%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,63 -0,01 -0,87
US-Zehnjahresrendite 0,76 -0,01 -1,92

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 08:28 Uhr Di, 17:43 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1750 -0,26% 1,1784 1,1824 +4,8%
EUR/JPY 122,55 -0,47% 122,70 123,51 +0,5%
EUR/CHF 1,0688 -0,23% 1,0715 1,0724 -1,6%
EUR/GBP 0,9051 +0,08% 0,9023 0,9054 +6,9%
USD/JPY 104,30 -0,20% 104,25 104,45 -4,1%
GBP/USD 1,2982 -0,35% 1,3056 1,3061 -2,0%
USD/CNH (Offshore) 6,7308 +0,20% 6,7149 6,7016 -3,4%
Bitcoin
BTC/USD 13.070,25 -4,88% 13.633,25 13.597,75 +81,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 37,12 39,57 -6,2% -2,45 -34,2%
Brent/ICE 39,00 41,20 -5,3% -2,20 -36,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.879,79 1.904,70 -1,3% -24,91 +23,9%
Silber (Spot) 23,29 24,28 -4,1% -0,99 +30,5%
Platin (Spot) 871,03 879,85 -1,0% -8,83 -9,7%
Kupfer-Future 3,06 3,09 -0,8% -0,03 +8,3%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

October 28, 2020 13:20 ET ( 17:20 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR -4,00
Deutsche Bank 9,73 +1,53%
EUR +0,15
ENI S.P.A. ADR/2 EO 1 16,60 -2,92%
EUR -0,50
Eni 8,39 -0,13%
EUR -0,01
GlaxoSmithkline plc 15,60 +0,05%
EUR +0,01
Koninklijke KPN N.V. 2,48 -0,64%
EUR -0,02
KON. KPN NV ADR/1 O.N. 2,48 ±0,00%
EUR ±0,00
Peugeot S.A. 19,95 +0,76%
EUR +0,15
Beiersdorf 91,32 -1,34%
EUR -1,24
CANCOM IT Systeme SE 44,86 +2,98%
EUR +1,30
MorphoSys 93,04 -5,06%
EUR -4,96
Sartorius AG 341,00 -1,73%
EUR -6,00
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PKT -1,81
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