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MÄRKTE EUROPA/Börsen sehr schwach - Lira fällt auf neues Rekordtief

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Manuel Priego-Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)Der Ausverkauf der türkischen Lira setzt sich am Freitagnachmittag fort. Der Dollar ist auf ein Rekordhoch von 6,97 gegen die Lira gestiegen - ein Plus von knapp 20 Prozent. Der Lira-Absturz drückt auf Europas Börsen. Die Anleger fürchten sich vor einer systemischen Krise. Vor allem die Kurse der Banken stehen unter Abgabedruck wegen Sorgen um die finanziellen Engagements der Geldhäuser in türkischen Schuldtiteln bzw deren Verbindungen mit türkischen Banken.

Der DAX fällt um 2,0 Prozent zurück auf 12.427 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,9 Prozent abwärts auf 3.426 Punkte. Die Talfahrt der Lira wurde noch verstärkt durch die Ankündigung der USA, die Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus der Türkei zu verdoppeln. Der türkische Präsident Erdogan gibt sich derweil kämpferisch und sieht sein Land in einem Wirtschaftskrieg. Diesen werde man nicht verlieren. Erdogan hat derweil seine Mitbürger aufgefordert, mit Lira-Käufen die eigene Währung zu stützen.



Der Türkei läuft die Zeit davon


Der Ausverkauf der Lira drückt derweil auch auf den Euro. Die Gemeinschaftswährung knickt gegen den Dollar auf 1,1430 Dollar ein nach rund 1,1525 Dollar am Vorabend. Teilnehmer sprechen von einer "Flucht in sichere Häfen", zu denen neben dem Dollar auch bundesdeutsche Staatsanleihen zählen. Deren Kurse springen auf Zweiwochenhochs. In Istanbul bricht zudem die Börse ein - der BIST 100 verliert aktuell 4,7 Prozent.

Am türkischen Anleihemarkt steigt das Zinsniveau für Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit auf 23,66 Prozent. Die Zinskurve ist zunehmend invers, ein klares Anzeichen für massiven Stress und zunehmende Spekulationen über drohende Finanzprobleme des Landes. Die Rendite der 10-jährigen Papiere liegt bei 19,98 Prozent. Nach Einschätzung aus dem Handel läuft der Türkei die Zeit davon. Die Zentralbank müsse schnell und überzeugend handeln.



Spanische und französische Banken am stärksten in der Türkei engagiert


In Europa führt der Bankensektor mit Abgaben von 4,3 Prozent mit weitem Abstand die Verliererliste an. Die Anleger sorgen sich um das Exposure des Sektors in der Türkei. Nach Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) sind vor allem spanische Banken in der Türkei mit mehr als 80 Milliarden Dollar engagiert, gefolgt von französischen Geldinstituten, die es auf fast 40 Milliarden bringen. BBVA verlieren 5,4 Prozent und BNP Paribas fallen um 4,3 Prozent

Unter Druck stehen auch Europas Chipaktien nach einer Abstufung des Sektors durch Morgan Stanley. Die Analysten geben dem Sektor nur noch eine "In line"-Einstufung nach zuvor "Attractive". Bereits in Asien schnitten Chipwerte darauf unterdurchschnittlich ab. Unter anderem fallen STMicro um 4,9 Prozent, Infineon um 3,2 Prozent und ASML um 2 Prozent. Zur Begründung verweist Morgan Stanley auf die Schwäche bei Speicherchips und Auftragsfertigern.



K+S warnt vor zu hohen Schätzungen


Bei den Einzelwerten ragen K+S mit 8,0 Prozent Minus hervor. Das Unternehmen hat gewarnt, die kursierenden Gewinnschätzungen in diesem Jahr nicht zu erreichen. Die Enttäuschung darüber ist besonders groß, weil zuletzt Konkurrenzunternehmen aus den USA und Kanada mit ihren Geschäftszahlen eher noch positive Fantasie geschürt hatten.

Die Aktie des Autozulieferers Hella verliert nach Bekanntgabe des Nettoergebnisses 2,6 Prozent. Hella hat die Marge zwar wie erhofft gesteigert, allerdings sieht das Unternehmen sie im nächsten Jahr nur auf dem aktuellen Niveau. Bechtle springen im TecDAX nach einem erhöhten Ausblick um 3,9 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung brechen Surteco um 10 Prozent ein.

Die Zahlen von Dr. Hönle sind auf den ersten Blick beeindruckend. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg nach neun Monaten um 132 Prozent. Nach sechs Monaten lag das Plus mit 168 Prozent aber noch deutlich darüber - damit schwächelt das dritte Quartal auf weiterhin hohem Niveau. "Im vierten Quartal ist mit einem neuen Rekordquartal zu rechnen", erwartet ein Marktteilnehmer. Dennoch verliert die Aktie 6,2 Prozent.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.426,37 -1,94 -67,76 -2,21
Stoxx-50 3.103,41 -1,09 -34,09 -2,34
DAX 12.427,22 -1,96 -248,89 -3,80
MDAX 26.640,50 -1,27 -343,83 1,68
TecDAX 2.912,51 -1,20 -35,35 15,16
SDAX 12.329,39 -0,90 -111,89 3,72
FTSE 7.683,08 -0,76 -58,69 0,40
CAC 5.415,12 -1,58 -87,12 1,93

Bund-Future 163,21 0,63 2,88

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:40 Do, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1422 -0,92% 1,1466 1,1567 -4,9%
EUR/JPY 126,66 -1,12% 127,28 128,34 -6,4%
EUR/CHF 1,1357 -0,85% 1,1426 1,1461 -3,0%
EUR/GBP 0,8966 -0,22% 0,8962 0,8991 +0,9%
USD/JPY 110,89 -0,19% 111,02 110,95 -1,6%
GBP/USD 1,2740 -0,69% 1,2794 1,2866 -5,7%
Bitcoin
BTC/USD 6.528,31 -1,3% 6.466,99 6.526,57 -52,2%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,64 -0,62 -0,03
Deutschland 10 Jahre 0,33 0,38 -0,10
USA 2 Jahre 2,62 2,65 0,73
USA 10 Jahre 2,89 2,93 0,48
Japan 2 Jahre -0,12 -0,12 0,02
Japan 10 Jahre 0,10 0,11 0,05

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 67,56 66,81 +1,1% 0,75 +14,4%
Brent/ICE 72,44 72,07 +0,5% 0,37 +12,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.214,92 1.212,43 +0,2% +2,49 -6,8%
Silber (Spot) 15,40 15,45 -0,3% -0,05 -9,1%
Platin (Spot) 832,90 833,50 -0,1% -0,60 -10,4%
Kupfer-Future 2,74 2,77 -0,8% -0,02 -17,8%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

END) Dow Jones Newswires

August 10, 2018 09:58 ET ( 13:58 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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