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MÄRKTE EUROPA/Brexit-Euphorie legt sich - aber Hoffnung bleibt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die Schlagzeilen rund um den Brexit beherrschen am Donnerstag die europäischen Börsen. Der DAX steigt am Nachmittag noch um 0,3 Prozent auf 12.709 Punkte. Damit liegt er aber 100 Punkte unter dem Tages- und neuen Jahreshoch von 12.815 Punkten. Dieses hatte er in einer ersten Reaktion auf den Vertragsentwurf zum Brexit markiert. Ablehnende Stimmen aus der Nordirland-Partei DUP warfen ihn dann wieder zurück.

Die Lage bleibt trotzdem positiv", sagt ein Marktteilnehmer. Zum einen dürften spätestens Neuwahlen in Großbritannien den Weg zur Unterzeichnung des Abkommens öffnen. Und zum anderen notiere der DAX deutlich über dem ehemaligen Jahreshoch von 12.665 Punkten, das spreche für einen gelungenen Ausbruch. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,2 Prozent auf 3.605 Punkte. Leichter Rückwind von der US-Eröffnung stützt die Lage ebenfalls.

Am Devisenmarkt schießt das britische Pfund mit der Einigung zwischen der EU und Großbritannien zeitweise auf 1,2990 Dollar nach oben - den höchsten Stand seit fünf Monaten. Doch mit den verstärkt skeptischen Kommentaren und der wieder schwindenden Zuversicht auf eine Zustimmung im britischen Parlament kommt das Pfund wieder zurück und liegt aktuell bei 1,2812 Dollar. In London ziehen vor allem die Aktien der Banken an. Sie hatten besonders unter der Furcht vor einem Brexit ohne Deal gelitten. Nun steigen Barclays um 1,3 Prozent, Lloyds Bank um 1,6 und RBS um 2,2 Prozent.

Gebremst wird der Euro-Stoxx-50 von einer Schwäche der Nahrungsmittel-Aktien, besonders von Nestle. Diese fallen um 2,2 Prozent, der Stoxx-Branchenindex gibt um 1,1 Prozent nach. Die Umsatzzahlen bewegen sich im Rahmen der Erwartungen. Belastend wirkt nach Einschätzung aus dem Handel aber die schwächere Preisgestaltung. Im Gegensatz dazu geht es für Unilever nach Zahlenausweis um 0,4 Prozent nach oben. Denn anders als Nestle konnte der Konzern höhere Preise durchsetzen, heißt es - Händler sprechen daher von Umschichtungen bei beiden Werten. Für Pernod geht es um 4,6 Prozent abwärts - hier habe der Umsatz die Erwartungen nicht erreicht, so Händler. Die Citigroup attestiert Pernod Ricard schwache Quartalszahlen.


Ericsson mit guten Geschäftszahlen

Mit überraschend starken Geschäftszahlen wartet Ericsson auf. Das dritte Quartal sei sowohl beim Umsatz als auch der Marge besser ausgefallen als erwartet. Den Umsatzausblick für 2020 erhöhte der Netzwerk-Ausrüster daher. Vor allem das Geschäft mit 5G-Infrastruktur in China wird stark erwartet. Etwas Margendruck könnte nur vom Investitionszwang im Bereich Internet der Dinge kommen. Ericsson ziehen um 5,3 Prozent an.

Im DAX steht der Automobilbereich weiter im Blick. BMW gewinnen 2,2 Prozent, Daimler um 1,4 Prozent und VW um 0,5 Prozent. Anleger setzen laut Händlern bereits auf ein besseres Autojahr 2020, daneben stützt auch hier die Hoffnung auf einen Brexit-Deal die Kurse. In der zweiten Reihe fallen die Aktien des Zulieferers Norma nach einer Umsatzwarnung jedoch um 2,8 Prozent. Schwache Geschäftszahlen von Faurecia drücken den Kurs um 4,8 Prozent.

Lufthansa steigen um 2,1 Prozent. Die am Boden gebliebenen Maschinen der Tochter Swiss können wieder fliegen, nachdem die Untersuchung der Pratt & Whitney-Triebwerke erfolgreich war. "Damit entstehen keine der befürchteten Gewinneinbußen durch ein längeres Grounding", sagt ein Händler.

Zooplus rutschen um 2,4 Prozent ins Minus. Das steigende Umsatzwachstum nutzt dem Händler für Heimtier-Produkte nichts. Grund sei, dass sich Anleger weniger Sorgen um den Umsatz als um die Profitabilität machten, heißt es. Sie werde von der Neukundengewinnung belastet. Gewinnziffern wurden am Berichtstag aber noch nicht veröffentlicht.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.605,32 0,17 6,07 20,12
Stoxx-50 3.235,80 0,09 2,96 17,24
DAX 12.709,39 0,31 39,28 20,37
MDAX 26.187,60 0,91 237,11 21,31
TecDAX 2.811,14 0,34 9,40 14,73
SDAX 11.381,75 0,19 21,93 19,69
FTSE 7.228,22 0,84 60,27 6,54
CAC 5.697,59 0,01 0,69 20,44

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,39 -0,01 -0,63
US-Zehnjahresrendite 1,77 0,02 -0,91

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:57 Uhr Mi, 17:06 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1126 +0,48% 1,1071 1,1048 -3,0%
EUR/JPY 120,84 +0,37% 120,39 120,23 -3,9%
EUR/CHF 1,0996 -0,17% 1,1006 1,1014 -2,3%
EUR/GBP 0,8678 +0,47% 0,8671 0,8632 -3,6%
USD/JPY 108,61 -0,11% 108,74 108,83 -0,9%
GBP/USD 1,2819 -0,00% 1,2768 1,2801 +0,4%
USD/CNH (Offshore) 7,0778 -0,33% 7,1028 7,1025 +3,0%
Bitcoin
BTC/USD 8.046,26 +0,95% 7.974,76 7.947,75 +116,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,85 53,36 -1,0% -0,51 +9,6%
Brent/ICE 58,94 59,42 -0,8% -0,48 +6,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.492,52 1.489,77 +0,2% +2,75 +16,4%
Silber (Spot) 17,55 17,39 +0,9% +0,16 +13,2%
Platin (Spot) 886,23 886,50 -0,0% -0,27 +11,3%
Kupfer-Future 2,61 2,59 +0,9% +0,02 -1,3%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

October 17, 2019 09:58 ET ( 13:58 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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