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MÄRKTE EUROPA/Corona-Sorgen belasten - Lira nach Zinserhöhung fest

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag nach unten gegangen. Die Investoren, die mit den guten Nachrichten von Pfizer-Biontech und Moderna auf baldige Corona-Impfstoffe setzten und Anfang der Woche an der Börse gekauft haben, sind inzwischen durch. Nun bleiben die Corona-Infektionen - wie zu befürchten - weiter hoch. In den USA steigt derweil die Sorge vor weiteren Corona-Lockdowns, da sich der kommende US-Präsident Joe Biden diesen weit weniger verschlossen zeigt als Donald Trump.

Derweil betont die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass auch die jetzt in rascher Folge vorgestellten Impfstoffe nicht dazu beitragen können, die aktuell laufende Corona-Welle zu bremsen. Zudem fürchtet man, dass das traditionelle Thanksgiving-Fest in den USA zu einem Superspreader-Event wird. Am Markt macht sich nun die Sorge breit, dass man sich zu früh gefreut und es mit den Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung übertrieben habe. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 13.086 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 3.452 Punkte nach unten.


Lira zieht nach Zinserhöhung deutlich an

Während im Euro-Dollar-Paar der Greenback leichte Stärke zeigt, spielt am Devisenmarkt die Musik andernorts. Die türkische Lira legt gegenüber dem Dollar zu, nachdem die Zentralbank des Landes ihren Leitzins um 475 Basispunkte auf 15,00 Prozent angehoben hat. Der Dollar gibt zur Lira aktuell um 1,7 Prozent nach auf 7,58 und fällt damit auf ein Siebenwochentief. Wie die Notenbank mitteilte, soll eine "transparente und starke monetäre Straffung" durchgeführt werden, um die hohe Inflation des Landes als Folge der Lira-Schwäche in den Griff zu bekommen. Eine Zinserhöhung wurde am Markt weithin erwartet, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan den ehemaligen Zentralbankchef Murat Uysal abgesetzt und durch den Ex-Finanzminister Naci Agbal ersetzt hatte.


Ausblick von Thyssenkrupp enttäuscht

Ohne das inzwischen verkaufte Aufzugsgeschäft blieb für Thyssenkrupp (minus 3,4 Prozent) unter dem Strich für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Nettoverlust von 5,5 Milliarden Euro - fast das Fünffache aus dem Vorjahr. Dazu trugen Wertminderungen im Volumen von fast 3 Milliarden Euro und Restrukturierungskosten von 600 Millionen Euro bei. Im neuen Geschäftsjahr ist zwar Besserung in Sicht, aber aus den roten Zahlen wird Thyssenkrupp nach eigener Einschätzung noch nicht herauskommen. Nun plant der Stahlkonzern, dass 5.000 Mitarbeiter - und damit fast doppelt soviele wie zunächst angedacht - in den nächsten drei Jahren zusätzlich gehen müssen. Die Analysten verweisen unter anderem auf den Ausblick, der enttäusche.

Der britische Post- und Kurierdienst Royal Mail überraschte dagegen bei den Zahlen für das erste Halbjahr die Analysten von Liberum mit einem unerwarteten Plus im Paketgeschäft. Das Management geht davon aus, dass das restliche Jahr das Paketgeschäft weiter florieren wird. Für die Liberum-Analysten bedeutet dies, dass die Analysten den Konsens für das Segment nach oben nehmen werden. Die kurzfristigen Aussichten stufen sie als weit besser als bisher erwartet ein. An der Börse in London ging es um 3,3 Prozent nach oben.


Norwegian meldet Insolvenz an - Aktie auf Allzeittief

Während Postunternehmen von dem "Stay at home" profitieren, fehlt den Fluglinien und Kinoketten die Kundschaft. Schon lange befindet sich Norwegian Air Shuttle in Turbulenzen, nun hat die Billig-Fluglinie wegen der Corona-Krise für zwei irische Tochterunternehmen Insolvenz angemeldet. Betroffen sind die Fluggesellschaft Norwegian Air International sowie die Leasinggesellschaft Arctic Aviation Assets. Vorangegangen war, dass die norwegische Regierung vergangene Woche weiteren Finanzhilfen für den von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Luftfahrtkonzern eine Absage erteilt hatte. Die Airline schreibt seit Jahren bereits rote Zahlen. Die Aktie brach um 15,6 Prozent ein und notiert mit 0,40 Norwegischen Kronen auf Allzeittief.

Für die Aktie von Cineworld ging es in London um 8,7 Prozent nach unten. Dabei verschreckt die Aktionäre, dass das Unternehmen Gespräche mit den Gläubigern aufgenommen hat. Es geht laut David Madden von CMC Markets um eine freiwillige Vereinbarung des Unternehmens (CVA), was einer Art von Insolvenzverfahren entspreche, um Kosten zu senken. CVAs brächten typischerweise eine enorme Menge an Umstrukturierungen mit sich, oft gehe es dabei darum, die schwächsten Teile des Unternehmens zu schließen, um lukrativere Geschäfte zu schützen. Es habe auch zwischenzeitlich Spekulationen gegeben, dass die britischen Kinos dauerhaft geschlossen blieben.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.451,97 -30,20 -0,9% -7,8%
Stoxx-50 3.053,68 -25,85 -0,8% -10,3%
Stoxx-600 387,60 -2,94 -0,8% -6,8%
XETRA-DAX 13.086,16 -115,73 -0,9% -1,2%
FTSE-100 London 6.334,35 -50,89 -0,8% -15,3%
CAC-40 Paris 5.474,66 -36,79 -0,7% -8,4%
AEX Amsterdam 596,01 -4,87 -0,8% -1,4%
ATHEX-20 Athen 1.656,60 -22,29 -1,3% -27,9%
BEL-20 Bruessel 3.572,69 -42,27 -1,2% -9,7%
BUX Budapest 38.163,61 -198,21 -0,5% -17,2%
OMXH-25 Helsinki 4.464,49 -40,26 -0,9% +5,7%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.470,78 +23,69 +1,6% +5,9%
OMXC-20 Kopenhagen 1.388,14 +4,74 +0,3% +22,2%
PSI 20 Lissabon 4.417,72 -50,21 -1,1% -16,2%
IBEX-35 Madrid 7.930,20 -51,30 -0,6% -17,0%
FTSE-MIB Mailand 21.536,24 -86,42 -0,4% -8,0%
RTS Moskau 1.258,91 -17,84 -1,4% -18,7%
OBX Oslo 797,48 -9,15 -1,1% -5,4%
PX Prag 938,51 -6,76 -0,7% -15,9%
OMXS-30 Stockholm 1.915,40 -7,13 -0,4% +8,1%
WIG-20 Warschau 1.789,79 -20,64 -1,1% -16,8%
ATX Wien 2.502,97 -8,32 -0,3% -20,5%
SMI Zuerich 10.490,77 -73,12 -0,7% -1,2%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

November 19, 2020 12:20 ET ( 17:20 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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PKT +130,32
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PKT +142,08
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PKT -0,85
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PKT +98,47
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PKT -4,56
STOXX® Europe 50 EUR (Price) 3.058,35 -0,29%
PKT -8,97
EURO STOXX® EUR (Price) 385,87 -0,14%
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