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MÄRKTE EUROPA/Corona und SAP ziehen Börsen nach unten

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Mit einem kräftigen Kurseinbruch sind Europas Aktienmärkte am Montag in die neue Handelswoche gestartet. Der Ausbruch der neuen Coronawelle und die notwendigen Gegenmaßnahmen wecken die Angst vor einem erneuten europaweiten Lockdown. Vor allem Spanien und Frankreich scheinen davon nicht mehr weit entfernt. Auch die US-Futures rauschen bereits nach unten, da auch dort neue Rekordzahlen erreicht werden. Der DAX leidet zusätzlich unter enttäuschenden Zahlen bei SAP und bricht um 2,1 Prozent auf 12.381 Zähler ein. Wegen der hohen Gewichtung seien allein SAP für rund 200 Minuspunkte im DAX verantwortlich. Der Euro-Stoxx-50 verliert 1,5 Prozent auf 3.152 Punkte.

Selbst der ansonsten im Fokus stehende Ifo-Geschäftsklimaindex spielt daher kaum eine Rolle: "Der starke Anstieg der Corona-Zahlen bei den wichtigen europäischen Handelspartnern dürfte im Ifo noch gar keine Berücksichtigung gefunden haben", warnt Heino Ruland von Ruland Research. Der Geschäftsklimaindex fiel im Oktober erstmals seit April und liegt nun bei 92,7, während Analysten mit einem Rückgang auf 92,9 Punkte gerechnet hatten. Der Index der Geschäftserwartungen sank dabei auf den niedrigsten Wert seit Juni.


Zurück auf "Los" in den Volkswirtschaften

Sorgen macht Händlern vor allem, dass damit die gesamte Berichtssaison schon wieder Makulatur sein könnte, bevor sie richtig begonnen hat: "Wenn jetzt ein neuer Lockdown auch nur droht, ist jede Hochrechnung der Erholung im dritten Quartal irrelevant geworden", kommentiert ein Händler. Damit kämen Unsicherheit, Kaufzurückhaltung und Volatilität zurück an die Märkte.

Stratege Stefan Bielmeier von der DZ Bank befürchtet nun eine deutliche gedämpfte Dynamik der Wirtschaftserholung: "Wir haben unsere Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2020 in den vergangenen Tagen für viele Länder merklich nach unten angepasst". Profiteure dieser Entwicklung sind die Rentenmärkte. Vor allem die langlaufenden Anleihen schießen nach oben, da nun mit weiteren Lockerungsmaßnahmen durch die EZB gerechnet wird. Im DAX legen Online-Aktien wie Delivery Hero um 1,4 Prozent zu, Konjunkturwerte wie Autotitel VW fallen 1,4 Prozent. "Der Trade Corona-gegen-Konjunktur wird komplett wieder umgedreht", sagt ein Händler.


SAP leidet, Gesundheitssektor profitiert

Einen Kurseinbruch von 18,3 Prozent erleiden SAP. Damit reissen sie auch den Technologiesektor nach unten, der mit 5,2 Prozent Minus schwächste Branche in Europa ist. Das Streichen der mittelfristigen Gewinnprognose sorgt für Entsetzen: "Gerade wegen Corona hatten Anleger massiv in Technologie-Aktien investiert", so ein Händler.

Der Umsatz wird bis 2023 verhaltener wachsen und das Betriebsergebnis stagnieren oder sogar leicht fallen, wie SAP mitteilte. Die angepeilte Marge von 34 Prozent könnte um bis zu 500 Basispunkte verfehlt werden. Die Analysten von Jefferies weisen darauf hin, dass die Strategie in Richtung einer Beschleunigung des Übergangs zur Cloud verschoben werde. Aufgrund der Corona-Pandemie habe SAP die bislang für 2023 ausgegebenen Ziele um ein bis zwei Jahre verlagert. Corona belaste die Nachfrage auf Kundenseite und gleichzeitig seien mehr Investitionen in Cloud-Produkte erforderlich.

Gegen den Markt um 1,1 Prozent steigen Astrazeneca. Der Konzern nimmt gemeinsam mit der Universität Oxford seine Impfstoffentwicklung wieder auf. "Trotz der Unterbrechung liegt Astrazeneca relativ weit im Rennen", so ein Marktteilnehmer. Laut Astrazeneca hat der Impfstoff bei älteren Probanden eine "robuste Antwort des Immun-Systems" ausgelöst. Als Notfall-Impfstoff könnte er bereits im Januar eingesetzt werden.

Auch Bayer zeigen sich wenig verändert, obwohl sie für 4 Milliarden Dollar Asklepios BioPharmaceutical dazukaufen. Asklepios ist ein Entwickler von Gen-Therapien. Angesichts der Coronakrise ist der Gesundheitssektor in Europa neben den Telekom-Werten die einzige Branche mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent.

Selbst die Branche der Reise- und Luftfahrtaktien fällt nur um 0,7 Prozent. Hier stütze die Hoffnung, dass es bald Impfstoffe gegen Corona geben werde, heißt es am Markt.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.152,14 -1,46 -46,72 -15,83
Stoxx-50 2.843,87 -0,82 -23,52 -16,43
DAX 12.380,95 -2,09 -264,80 -6,55
MDAX 27.120,35 -0,58 -159,24 -4,21
TecDAX 2.963,22 -2,17 -65,67 -1,72
SDAX 12.231,72 -1,14 -140,92 -2,24
FTSE 5.862,72 0,04 2,44 -22,30
CAC 4.884,33 -0,52 -25,31 -18,30

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,59 -0,01 -0,83
US-Zehnjahresrendite 0,81 -0,03 -1,87

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 08:33 Uhr Fr, 17:32 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1815 -0,24% 1,1836 1,1841 +5,4%
EUR/JPY 123,92 -0,06% 124,11 124,06 +1,7%
EUR/CHF 1,0712 -0,05% 1,0712 1,0726 -1,3%
EUR/GBP 0,9073 -0,08% 0,9105 0,9077 +7,2%
USD/JPY 104,90 +0,19% 104,88 104,78 -3,6%
GBP/USD 1,3019 -0,19% 1,3000 1,3043 -1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,6965 +0,47% 6,6825 6,6682 -3,9%
Bitcoin
BTC/USD 13.070,75 +0,38% 13.055,75 12.948,25 +81,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 38,86 39,85 -2,5% -0,99 -31,2%
Brent/ICE 40,78 41,77 -2,4% -0,99 -33,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.899,76 1.893,36 +0,3% +6,40 +25,2%
Silber (Spot) 24,19 24,25 -0,2% -0,06 +35,5%
Platin (Spot) 893,13 906,20 -1,4% -13,08 -7,5%
Kupfer-Future 3,11 3,12 -0,6% -0,02 +9,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

END) Dow Jones Newswires

October 26, 2020 05:23 ET ( 09:23 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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