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MÄRKTE EUROPA/DAX im Minus nach US-Notenbanksitzung

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Leichter sind Europas Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Die Schwäche hatte sich bereits am Vortag abgezeichnet, als extrem starke US-Vorlagen nicht in steigende Kurse hierzulande umgemünzt werden konnten. Der DAX fällt sogar unter die 11.500er-Marke. Sorgen macht vor allem der fortgesetzte Zinsanstieg in den USA nach der Fed-Sitzung und der Blick auf Italien kommende Woche. Auch eine erneute Gewinnwarnung von Thyssenkrupp stößt sauer auf. Der DAX gibt 0,7 Prozent nach auf 11.446 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,7 Prozent auf 3.216 Zähler.



US-Rendite springt nach Fed auf 7-Jahreshoch


Die Fed hat am Vorabend, wie erwartet, die Leitzinsen bestätigt und in ihrem Statement nur wenige Punkte verändert. Dabei hat sie weiter ein starkes Bild der Wirtschaft gezeichnet, was darauf hindeutet, dass eine weitere Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im Dezember wahrscheinlich ist. Der Zinsterminmarkt preist dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent ein.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sprang auf 7-Jahreshoch und ging bei 3,232 Prozent aus dem Handel nach 3,215 Prozent am Mittwoch. Die einzige signifikante Änderung gegenüber vorherigen Fed-Verlautbarungen sei gewesen, dass sich die Investitionstätigkeit in der US-Wirtschaft etwas beruhigt habe, heißt es von mehreren Analysten.

Die Anleihestrategen der BayernLB erwarten nach einem Zinsschritt im Dezember noch zwei Zinsanhebungen im ersten Halbjahr 2019. Am Devisenmarkt legt der Dollar weiter zu, der Euro fällt auf 1,1339 Dollar. Die Euro-Schwäche wird auch verursacht von der Zuspitzung im Haushaltsstreit mit Italien: Die Regierung habe bis Dienstag Zeit, der EU einen geänderten Haushaltsentwurf vorzulegen, so die Währungsstrategen der Commerzbank. Bislang habe Rom jedoch keine Einsicht gezeigt.

Im Blick stehen nun Konjunkturindikatoren aus Europa, so die Industrieproduktion in Frankreich und Großbritannien und vor allem das BIP der Briten zum dritten Quartal. In Frankreich kam es zu einem stärkeren Einbruch von 1,8 Prozent im September auf Monatssicht. Analysten hatten nur mit 0,4 Prozent Rückgang gerechnet. Sollten auch die britischen Daten zu große Bremsspuren zeigen, dürften die negativen Aspekte des Brexits den Markt noch weiter belasten. In den USA stehen erste wichtige Indikatoren zur Inflation im Oktober mit den Erzeugerpreisen (PPI) an.



Allianz gefällt - Thyssen warnt


Nach extrem schwachen Absatzdaten in China geben die deutschen Automobilwerte zum Teil kräftig nach. Positiv aufgenommen werden dagegen die Geschäftszahlen der Allianz, gegen den Markt steigen die Aktien um 0,7 Prozent. Hier sprang der Nettogewinn im dritten Quartal um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gut sieht es auch bei der Deutschen Pfandbriefbank aus. Sie erhöht erneut ihren Ausblick für das laufende Jahr. Nach vorbörslich deutlichen Gewinnen geht es 0,5 Prozent nach unten.

Thyssenkrupp stürzen um 7,6 Prozent nach einer Gewinnwarnung ab. "Die Gewinnwarnung ist schon massiv", so ein Aktienhändler. Ein schwaches viertes Quartal wurde an der Börse bereits erwartet, nachdem das Unternehmen auf die Probleme in der Produktion wie auch bei der Auslieferung auf Grund des Niedrigwassers im Rhein verwiesen hatte. Dazu kämen nun die Rückstellung im Zusammenhang mit mutmaßliche Kartellabsprachen.

Lafargeholcim legen 0,4 Prozent zu, nachdem sie von JP Morgan auf "Overweight" mit angehobenem Kursziel erhöht wurden. Trotz starker Geschäftszahlen vom Vortag nützt dies Heidelbergcement nichts, sie fallen mit Gewinnmitnahmen um 2 Prozent. Um 2 Prozent höher geht es indes bei Wirecard dank einer Hochstufung durch Morgan Stanley.

S&T im TecDAX geben mit dem schwachen Gesamtmarkt 0,8 Prozent nach, obwohl das Unternehmen nach einem überzeugenden dritten Quartal optimistischer für das Geschäftsjahr wird.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.216,32 -0,66 -21,28 -8,21
Stoxx-50 2.965,41 -0,54 -16,19 -6,68
DAX 11.446,34 -0,70 -80,98 -11,39
MDAX 24.060,32 -1,13 -274,15 -8,17
TecDAX 2.646,72 -0,91 -24,18 4,65
SDAX 11.020,54 -1,19 -132,56 -7,29
FTSE 7.101,18 -0,55 -39,50 -7,12
CAC 5.095,91 -0,69 -35,54 -4,08
Bund-Future 159,72% 0,36 2,26

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:47 Uhr Do, 17.09 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1339 -0,22% 1,1349 1,1418 -5,6%
EUR/JPY 129,06 -0,42% 129,31 129,99 -4,6%
EUR/CHF 1,1432 -0,01% 1,1436 1,1456 -2,4%
EUR/GBP 0,8715 +0,19% 0,8703 0,8708 -2,0%
USD/JPY 113,79 -0,23% 113,92 113,84 +1,0%
GBP/USD 1,3009 -0,42% 1,3043 1,3111 -3,7%
Bitcoin
BTC/USD 6.452,35 -0,2% 6.438,59 6.481,87 -52,8%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,60 -0,58 0,01
Deutschland 10 J. 0,43 0,46 0,00
USA 2 Jahre 2,95 2,97 1,06
USA 10 Jahre 3,21 3,24 0,80
Japan 2 Jahre -0,14 -0,14 0,00
Japan 10 Jahre 0,12 0,12 0,07

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 60,18 60,67 -0,8% -0,49 +3,6%
Brent/ICE 70,34 70,65 -0,4% -0,31 +11,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.220,81 1.223,75 -0,2% -2,95 -6,3%
Silber (Spot) 14,36 14,45 -0,6% -0,09 -15,2%
Platin (Spot) 861,70 866,00 -0,5% -4,30 -7,3%
Kupfer-Future 2,69 2,74 -1,6% -0,05 -19,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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November 09, 2018 03:41 ET ( 08:41 GMT)

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