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MÄRKTE EUROPA/DAX kann sich nicht über 14.000er Marke halten

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Börsen tendieren am Donnerstagmittag leicht im Plus. Nachdem der DAX am Vormittag über die Marke von 14.000 Punkten geklettert war, fiel er im Verlauf wieder darunter. Die Marktstrategen von CMC glauben, dass Anleger weiter Sorge vor steigenden Zinsen in den USA hätten. Nachdem die US-Renditen am Vortag nach unten korrigiert hatten, ziehen sie aktuell wieder leicht an. Anleger befürchten laut CMC, dass die Schuldenorgie der US-Regierung am Ende zu einer höheren Inflation führen werde. "Die Summen, die von der Biden-Administration jetzt für ein neues Konjunkturprogramm vorgeschlagen werden, sind schwindelerregend. Und dies nur wenige Tage, nachdem bereits ein recht großes Konjunkturpaket verabschiedet worden ist."

Der DAX steigt am Mittag um 0,2 Prozent auf 13.962 Punkte - im Tageshoch notierte er bei 14.030 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 klettert um 0,3 Prozent auf 3.628 Punkte. Das Platzen der Regierungskoalition in Rom stellt keinen echten Belastungsfaktor für den Aktienmarkt dar. Analysten halten Neuwahlen, die die europafeindliche Lega unter Matteo Salvini an die Macht bringen könnten, für unwahrscheinlich. In Mailand notiert der FTSE-MIB-Index kaum verändert. Auf der Anleihenseite ist dagegen eine Reaktion zu beobachten, hier weitet sich die Zinsdifferenz italienischer gegenüber Bundesanleihen aus.

Am Nachmittag veröffentlicht die EZB das Protokoll der Sitzung vom 10. Dezember. Am Abend spricht Fed-Präsident Jerome Powell. An Konjunkturdaten stehen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus und erste Schätzungen zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft.


BIP in Deutschland wie erwartet geschrumpft

Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands ist im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt um 5,3 Prozent geschrumpft. Damit ist Deutschland nach Einschätzung von Martin Moryson, Chefvolkswirt der DWS für Europa, noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Corona-Rezession war weniger tief als die Rezession während der globalen Finanzkrise 2009 mit einem Rückgang von 5,7 Prozent. Insbesondere aber dürfte die Dauer der Rezession wesentlich kürzer sein. Bereits im dritten Quartal vergangenen Jahres wuchs die deutsche Wirtschaft wieder fulminant. Sollte es zu keinen wesentlichen Revisionen kommen, so dürfte auch das vierte Quartal ein positives Wachstum aufweisen. Auch wenn der Lockdown in die Verlängerung gehen dürfte, sollte die Wirtschaft in diesem Jahr wieder kräftig wachsen. Damit wäre Deutschlands "schnellste Rezession" schon im Sommer endgültig Geschichte.

Autowerte stellen am Donnerstag die Top-Gewinner in Europa. Der Stoxx-600-Subindex der Branche legt um 1,9 Prozent zu. Hier treiben zunehmender Konjunkturoptimismus und positive Unternehmensnachrichten. So springen Peugeot um 3,6 Prozent nach oben. Auch wenn für 2020 ein Absatzeinbruch vermeldet wurde, berichten die Franzosen von einer starken Belebung der Nachfrage ab dem zweiten Halbjahr. "Das macht zuversichtlich für 2021", so ein Händler. Ähnliches sehe man bei VW, die Aktien steigen um 3 Prozent. Zuversichtlich stimmt auch der Ausblick von Zulieferer Hella, dessen Titel um 1,1 Prozent steigen. Aktien von Fiat Chrysler (FCA) brechen nur optisch um über 9 Prozent ein. Für FCA ist Donnerstag der Ex-Tag ihrer Spezialdivididende. Bereinigt um diesen Effekt liegen die Aktien wie andere Branchenwerte auch deutlich im Plus.

Auch Technologiewerte legen überdurchschnittlich zu. Ihr Stoxx-Branchenindex steigt um 0,9 Prozent. Als starke Vorlage dienen die Geschäftszahlen von Taiwan Semiconductor zum vierten Quartal. Umsatz und Nettogewinn sprangen auf Rekordwerte. Besonders auffallend sei die Stärke des Smartphone-Geschäfts, was auch die übrigen Zulieferer der Branche treiben sollte, kommentiert ein Händler. ASML profitieren mit einem Plus von 2,5 Prozent. Im MDAX verlieren Shop Apotheke um 3,5 Prozent. Das Unternehmen begibt eine Wandelanleihe und will damit 200 Millionen Euro einsammeln.


Rücksetzer in Carrefour - Paris skeptisch

Nachgelassen hat die Euphorie bei Carrefour, der Kurs fällt um 5,3 Prozent. Die Regierung in Paris hat sich bezüglich eines Zusammenschlusses mit dem kanadischen Konzern Couche-Tard skeptisch geäußert. Der kanadische Konzern bietet 20 Euro je Carrefour-Aktie.

Für Centrica geht es an der Londoner Börse um 2,8 Prozent nach oben. Der Zwischenbericht des Versorgers kommt an der Börse gut an. Centrica geht davon aus, die Marktschätzungen für das laufende Jahr für den Gewinn je Aktie zu übertreffen. Das Unternehmen hat sich indes vorsichtig zu den weiteren Aussichten geäußert angesichts der Lockdowns in Großbritannien und Irland.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.627,63 0,31 11,12 2,11
Stoxx-50 3.194,01 0,48 15,20 2,76
DAX 13.961,91 0,16 22,20 1,77
MDAX 31.497,41 0,60 189,11 2,28
TecDAX 3.295,58 0,06 1,99 2,58
SDAX 15.316,61 0,36 54,75 3,74
FTSE 6.796,77 0,76 51,25 4,41
CAC 5.668,18 0,10 5,51 2,10

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,54 -0,02 -0,78
US-Zehnjahresrendite 1,11 0,02 -1,57

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:58 Uhr Mi, 17:27 h % YTD
EUR/USD 1,2152 -0,04% 1,2151 1,2156 -0,5%
EUR/JPY 126,38 +0,07% 126,43 126,36 +0,2%
EUR/CHF 1,0810 +0,16% 1,0783 1,0792 0%
EUR/GBP 0,8903 -0,12% 0,8911 0,8920 -0,3%
USD/JPY 103,99 +0,12% 104,05 103,94 +0,7%
GBP/USD 1,3649 +0,05% 1,3635 1,3627 -0,1%
USD/CNH (Offshore) 6,4617 -0,07% 6,4663 6,4652 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 38.375,25 +3,22% 37.839,00 34.478,50 +32,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,77 52,91 -0,3% -0,14 +8,8%
Brent/ICE 55,87 56,06 -0,3% -0,19 +8,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.842,56 1.845,30 -0,1% -2,74 -2,9%
Silber (Spot) 25,26 25,23 +0,1% +0,03 -4,3%
Platin (Spot) 1.113,03 1.100,00 +1,2% +13,03 +4,0%
Kupfer-Future 3,61 3,62 -0,1% -0,00 +2,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

January 14, 2021 07:03 ET ( 12:03 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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