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MÄRKTE EUROPA/Einzelhandelswerte mit Amazon-Zukauf unter Druck

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen haben am Freitag im Zeichen des so genannten "Hexensabbats" gestanden - des großen Verfalls an den Terminbörsen. Dabei liefen Index-Futures, Index-Optionen und Optionen auf die Einzelaktien aus. Daneben standen Einzelhandelswerte mit einem großen Zukauf des US-Onlinehändlers Amazon im Blick und gaben teilweise massiv nach. Der DAX gewann 0,5 Prozent auf 12.753 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,4 Prozent auf 3.544 Punkte zu.

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Griechenland erhält weitere Geldspritze

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Etwas stärker aufwärts ging es an der griechischen Börse. Der ATHEX-20 stieg um 0,8 Prozent und hatte im Verlauf den höchsten Stand seit gut anderthalb Jahren markiert. Die Aktien der griechischen Banken gaben indes einen großen Teil ihrer zwischenzeitlichen Tagesgewinne wieder ab. Das hochverschuldete Land erhält weitere Finanzhilfen in Höhe von 8,5 Milliarden Euro. Allerdings droht Spanien mit einem Veto, weil die griechische Justiz Verfahren gegen drei ausländische Privatisierungsexperten nicht einstelle, unter denen sich ein Spanier befindet.

Am Devisenmarkt befestigte sich der Euro bei 1,1190 Dollar und lag damit ein halbes Cent über dem Donnerstagsschluss. Etwas Druck kam auf den Dollar von enttäuschenden US-Konjunkturdaten zum Immobilienmarkt und zur Verbraucherstimmung. Auch der Yen rückte nach frühen Verlusten gegen den Dollar wieder vor.

Bei den Einzelhändlern ging es am Nachmittag abrupt nach unten, da der US-Online-Gigant Amazon die amerikanische Biosupermarktkette Whole Foods für 13,7 Milliarden Dollar übernehmen will. Vor allen in Amerika wird dies als Attacke auf den dortigen traditionellen Einzelhandel gesehen, die Kurse der US-Einzelhändler brachen zum Teil zweistellig ein. Auch in Europa kam es zu Kursturbulenzen, der Stoxx-Branchenindex lief mit der Meldung abwärts und verlor schließlich 1,2 Prozent. In Großbritannien belastete zusätzlich, dass Whole Foods dort bereits mit Filialen vertreten ist. Tesco sackten um 4,9 Prozent ab, Sainsbury 3,8 Prozent. In Paris fielen Carrefour um 3,2 Prozent. Ahold in Amsterdam brachen sogar um 9,5 Prozent ein, weil der Konzern in Amerika stark vertreten ist. In Deutschland ging es für Metro aber nur um moderate 0,9 Prozent nach unten.

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Nestle mit Verkauf gesucht

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Am Markt gingen die Meinungen über den möglichen Nestle-Ausstieg aus dem US-Süßwarengeschäft etwas auseinander. Während Händler dem Schritt keine größere Marktrelevanz zubilligten, weil das betroffene Umsatzvolumen zu gering ausfalle, sehen die Analysten von Baader-Helvea die Entschlossenheit der neuen Führung hinter den Aufschlägen bei der Aktie des schweizerischen Lebensmittelkonzerns.

Wir sehen im US-Süßwarengeschäft eine exzellente Möglichkeit für einen ersten Verkaufsschritt des neuen CEO Schneider. Die neue Führung deutet implizit an, dass sie sehr viel mehr Wert auf die Investorenstimmung legt, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist", hieß es bei den Analysten. 2016 setzte Nestle in den USA mit Marken wie Butterfinger, Raisinets, Chunky sowie Crunch rund 900 Millionen Schweizer Franken um. Nestle-Titel zogen um 3 Prozent an und zählten damit zu den festesten Werten im Stoxx-50-Index.

Moeller-Maersk legten um 1,6 Prozent zu. Der Konzern will das Öl-Geschäft an die Börse bringen. Das sei ein erster Schritt zur Abspaltung des Container- und des Logistik-Geschäfts vom Energie-Bereich, hieß es. Maersk Oil liefert den zweithöchsten Gewinnbeitrag nach dem Container-Bereich. Im ersten Quartal verdiente der Bereich umgerechnet 328 Millionen Dollar.

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Siemens mit Unternehmensaussagen schwach

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Im DAX standen Siemens unter Druck. Der Kurs fiel um 0,9 Prozent. Händler verwiesen auf Aussagen, die Siemens auf einer Konferenz gemacht habe. Das Geschäft in der Sparte Power and Gas entwickle sich vergleichsweise schwach, und für das zweite Halbjahr werde eine weitere Abschwächung erwartet.

Mit Aufschlägen von 0,9 Prozent waren Heidelbergcement gefragt. Hier stützte eine Hochstufung auf "Outperform" von "Neutral" durch die Analysten von Davy. RWE rückten 2 Prozent vor - beflügelt durch eine Kaufempfehlung von Jefferies. Henkel gewannen 1,8 Prozent, Infineon stiegen um 2,4 Prozent.

Im MDAX stiegen MTU um 3 Prozent. "MTU könnte einer der Gewinner der Paris Air Show werden", sagte ein Händler. Die Messe beginnt am Montag. Auch Airbus zogen bereits deutlich an, der Kurs stieg um 1,7 Prozent. "Der Markt setzt offensichtlich auf neue Aufträge auf der Messe für die Luftfahrtindustrie", sagte ein Händler.

Im TecDAX standen Compugroup stark unter Druck, die Aktie verlor 2,8 Prozent. Händler sprachen von einem großen Verkaufsauftrag. "Zuletzt ist der Kurs schon nicht mehr nach oben vorangekommen, und nun bricht er nach unten durch", sagt ein Händler. Der Umsatz war sehr hoch, er lag beim Siebenfachen der vergangenen Tage.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.543,88 +18,42 +0,5% +7,7%
Stoxx-50 3.192,89 +18,22 +0,6% +6,1%
Stoxx-600 388,60 +2,55 +0,7% +7,5%
XETRA-DAX 12.752,73 +60,92 +0,5% +11,1%
FTSE-100 London 7.463,54 +44,18 +0,6% +4,5%
CAC-40 Paris 5.263,31 +46,43 +0,9% +8,3%
AEX Amsterdam 520,67 +1,92 +0,4% +7,8%
ATHEX-20 Athen 2.138,36 +16,37 +0,8% +22,8%
BEL-20 Bruessel 3.908,43 +19,57 +0,5% +8,4%
BUX Budapest 35.512,47 -22,03 -0,1% +11,0%
OMXH-25 Helsinki 4.083,22 +48,52 +1,2% +11,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 120.531,94 -652,99 -0,5% +26,2%
OMXC-20 Kopenhagen 1.005,06 +4,47 +0,4% +13,7%
PSI 20 Lissabon 5.262,02 +11,96 +0,2% +12,7%
IBEX-35 Madrid 10.759,40 +59,80 +0,6% +15,1%
FTSE-MIB Mailand 20.940,73 +93,22 +0,4% +8,9%
RTS Moskau 994,38 +2,42 +0,2% -13,7%
OBX Oslo 626,88 +2,33 +0,4% +1,5%
PX-GLOB Prag 1.300,29 -8,28 -0,6% +8,5%
OMXS-30 Stockholm 1.635,93 +10,96 +0,7% +7,8%
WIG-20 Warschau 2.304,50 +8,51 +0,4% +18,3%
ATX Wien 3.102,19 -31,32 -1,0% +18,5%
SMI Zuerich 8.963,29 +110,28 +1,2% +9,0%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz

END) Dow Jones Newswires

June 16, 2017 12:10 ET (16:10 GMT)

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