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MÄRKTE EUROPA/Enttäuschende Berichtssaison belastet - SAP schwach

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte notieren am Donnerstagnachmittag im Minus. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist es die noch junge Berichtssaison, die mehr negative Überraschungen als positive liefert. Dabei kommen die enttäuschenden Quartalszahlen aus allen Branchen, wobei sich die Gewinnwarnungen jüngst besonders im Automobilsektor gemehrt haben. Am Berichtstag ist es die SAP-Aktie, die nach einer enttäuschenden Margenentwicklung den DAX nach unten zieht. Der Index gibt um 0,6 Prozent auf 12.271 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,2 Prozent auf 3.495 nach unten.

Der Euro gab am Mittag auffallend gegenüber dem Dollar nach, während die Bundesanleihen einen kurzen Satz nach oben machten. Wie es am Markt heißt, will die EZB laut Kreisen das Inflationsziel überarbeiten. "Anscheinend zielt das darauf ab, zeitweise auch Inflationsraten von mehr als 2 Prozent zuzulassen", so ein Händler. Der Euro handelt aktuell bei rund 1,1220 Dollar.



SAP belasten zyklischen Technologiesektor


Druck auf den europäischen Technologiesektor geht hauptsächlich vom DAX-Schwergewicht SAP aus. "Die Quartalszahlen sind enttäuschend ausgefallen", so ein Händler. SAP ist bei der angestrebten Margenverbesserung im zweiten Quartal nicht vorangekommen, hält aber trotzdem an der Jahresprognose 2019 wie auch an den Erwartungen für 2020 und 2023 fest. Die höher als geplant ausgefallenen Ausgaben für Abfindungen im Zuge des Personalumbaus belasteten das Ergebnis ebenso wie das verhaltener laufende Lizenzgeschäft. Weiterhin auf strammem Wachstumskurs befindet sich das Cloudgeschäft. Die Analysten der Citigroup sprechen von enttäuschenden Margen. Für das SAP-Papier geht es 5,1 Prozent nach unten, Technologiewerte verlieren europaweit 1,4 Prozent.



Novartis stützt defensive Pharma-Titel


Gute Zahlen hat dagegen die Schweizer Novartis geliefert. Der Pharmakonzern hebt nach starkem Wachstum im zweiten Quartal die Gewinnprognose für das Gesamtjahr abermals an und rechnet mit einem operativen Konzernergebnis, das zwischen 10 und 15 Prozent wächst, und einem Umsatzwachstum zwischen 5 und 10 Prozent. Unterstellt wird dabei, dass im laufenden Jahr kein Nachahmermedikament für Gilenya in den USA auf den Markt kommt. Laut Citigroup hat Novartis die Erwartungen für den Gewinn im zweiten Quartal um 9 Prozent übertroffen. Das wird mit einem Kursplus von 3,5 Prozent honoriert, im Stoxx geht es für den Sektor um knapp 1 Prozent nach oben.

Ubisoft schaffen nach sehr starken Quartalszahlen ein Plus von 4,2 Prozent. Die Umsätze im ersten Quartal sind laut Analysten weit über den Schätzungen ausgefallen. Das PC-Geschäft habe sich gut entwickelt. Zwar muss das Wachstum des Videospielherstellers im zweiten Halbjahr noch deutlich anziehen, um die Ziele zu erreichen. Die Analysten halten dies nun allerdings für zunehmend realistisch und schätzen auch die mittelfristigen Wachstums- und Margenziele als machbar ein.



Enttäuschende Zahlen auf breiter Front


Nach einer Gewinnwarnung brechen Heidelberger Druck um 17 Prozent ein. Laut Unternehmen war es die allgemeine Investitionszurückhaltung, die im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni für sinkende Auftragseingänge und Umsätze sowie für höhere Verluste gesorgt hat. Mit einem Minus von 9,5 Prozent ergeht es Hochtief kaum besser - hier drückt der schwache Aktienkurs der Australien-Tochter Cimic nach Zahlenausweis. Die Titel der Hochtief-Mutter ACS verlieren 4,1 Prozent.

Givaudan verbilligen sich nach Zahlenausweis um 3,3 Prozent. Wie Davy anmerkt, sind zwar die Umsätze wie auch die währungsbereinigten Erlöse über den Schätzungen ausgefallen. Allerdings ist das EBITDA unter der Davy-Schätzung sowie der Marktschätzung geblieben. Die Aktie des Mitbewerbers Symrise gibt 1,1 Prozent nach.

Nordea büßen mehr als 5,3 Prozent ein. Der Gewinn habe die Erwartungen deutlich unterboten, heißt es am Markt. Statt 750 Millionen habe Nordea netto nur 681 Millionen Euro verdient. Am Vortag hatten mit Swedbank und Handelsbanken bereits zwei andere skandinavische Banken enttäuscht.

Der Lkw-Hersteller Volvo AB hat im zweiten Quartal von deutlichem Wachstum bei Verkäufen und Service profitiert, doch für das zweite Halbjahr deutet sich eine holprige Entwicklung an. Volvo kündigte angesichts rückläufiger Neuaufträge Kürzungen der Produktion an. Volvo verlieren 1,8 Prozent und halten sich damit noch vergleichsweise gut.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.495,26 -0,18 -6,32 16,45
Stoxx-50 3.194,75 0,18 5,88 15,75
DAX 12.271,42 -0,56 -69,61 16,22
MDAX 25.775,15 -0,60 -154,36 19,40
TecDAX 2.844,37 -1,12 -32,27 16,09
SDAX 10.814,55 -1,50 -164,34 13,73
FTSE 7.504,43 -0,41 -31,03 12,00
CAC 5.568,71 -0,05 -3,00 17,71

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,31 -0,02 -0,55
US-Zehnjahresrendite 2,06 0,01 -0,62

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Uhr Mi, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1223 -0,04% 1,1240 1,1224 -2,1%
EUR/JPY 121,11 -0,05% 121,00 121,35 -3,7%
EUR/CHF 1,1072 -0,07% 1,1078 1,1086 -1,6%
EUR/GBP 0,8994 -0,39% 0,9037 0,9030 -0,1%
USD/JPY 107,91 -0,01% 107,68 108,11 -1,6%
GBP/USD 1,2478 +0,30% 1,2439 1,2428 -2,2%
Bitcoin
BTC/USD 9.349,25 -5,04% 9.988,25 9.771,50 +151,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,83 56,78 -1,7% -0,95 +17,3%
Brent/ICE 62,49 63,66 -1,8% -1,17 +13,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.421,13 1.426,80 -0,4% -5,67 +10,8%
Silber (Spot) 16,14 15,98 +1,0% +0,16 +4,1%
Platin (Spot) 846,80 845,50 +0,2% +1,30 +6,3%
Kupfer-Future 2,71 2,72 -0,1% -0,00 +2,6%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl//cln

END) Dow Jones Newswires

July 18, 2019 10:15 ET ( 14:15 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR +0,90
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