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MÄRKTE EUROPA/Erneute Coronavirus-Sorgen belasten Aktien

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Deutlich gestiegene Infektionsfälle mit dem Coronavirus lösen am Donnerstag in Europa im Verlauf deutlichere Gewinnmitnahmen aus. Die Zahl der Neuerkrankungen in der chinesischen Provinz Hubei ist stark um mehr als 14.000 gestiegen, die Zahl der Verstorbenen um 242. Die neuesten Zahlen basieren allerdings auf einer ausgeweiteten Diagnosemethode. Abnehmende Zahlen von Neuerkrankungen hatten in den vergangenen Tagen die Börsen nach oben geführt. Die Epidemie könnte das chinesische Wachstum im ersten Quartal um bis zu 2 Prozentpunkte belasten, heißt es bei der Deutschen Bank.

Der DAX gibt am Mittag um 0,8 Prozent auf 13.645 Punkte nach. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 1,0 Prozent auf 3.815 nach unten. Die schwächsten Sektoren stellen die Automobilwerte mit einem Minus von 2,1 Prozent -gefolgt von den Olwerten, die 2 Prozent nachgeben. Darin drückt sich aus, dass eine Pandemie die Wirtschaft in China stärker belasten könnte, als zuvor angenommen. Neue Nachrichten, über mögliche Betriebsschließungen in China, dürften neue Verkaufswellen auslösen. Der Goldpreis steigt um 8 Dollar auf 1.575 je Feinunze, in Euro gerechnet notiert die Feinunze auf Allzeithoch. Auch anziehende Kurse am Anleihemarkt deuten auf ein wieder vorsichtigeres Taktieren der Anleger hin.


Linde mit starkem Ausblick

Im Fokus steht die Berichtssaison mit einer kaum zu bewältigenden Flut von Zahlen, daneben eine Übernahme im TecDAX. Linde steigen nach Vorlage von Geschäftszahlen auf Allzeithoch. "Der Ausblick ist gut", sagt ein Händler. Linde rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 8 bis 8,25 Dollar je Aktie. Kurs plus 1,6 Prozent auf 202,30 Euro.

Für Airbus geht es um 1,5 Prozent nach Geschäftsausweis nach unten. Laut Citi entsprechen die Zahlen für das abgelaufene Jahr zwar den Erwartungen, allerdings enttäusche der Ausblick auf das laufende Jahr. Nach schwächeren Zahlen geben Aegon um 7,9 Prozent nach. Der Vorsteuergewinn sei im zweiten Halbjahr zwar stärker als von Analysten erwartet gestiegen, der Anstieg der Solvabilitätsquote habe aber nicht die Erwartungen erfüllt, heißt es. Auch liege die Eigenkapitalrendite unter den hauseigenen Erwartungen und beim Reingewinn hätten Analysten mehr erwartet.


Commerzbank und Thyssenkrupp im Plus

Heidelbergcement verlieren 2,3. Das Ergebnis 2019 liege zwar leicht über den Erwartungen, der Umsatz sei aber leicht unter den Erwartungen ausgefallen, sagen Marktexperten. "Die Zahlen sind auf breiter Front etwas besser als erwartet, und das trotz einer höheren Risikovorsorge", kommentiert ein Händler die Geschäftszahlen der Commerzbank. Die Aktie zieht um 5,1 Prozent an. Die Barclays-Zahlen kommen nicht gut an - das Papier fällt um 2,4 Prozent.

Im MDAX steigen Thyssenkrupp um 2 Prozent. "Auf den ersten Blick sind die Zahlen grottenschlecht", meint ein Börsianer. Andererseits liege das bereinigte operative Ergebnis im Rahmen der Erwartung, und das gleiche gelte für den Kapitalabfluss. "Während sich das Aufzugsgeschäft und das Automotive-Geschäft eher besser entwickelt haben als erwartet, ist die Situation im Stahlbereich offensichtlich noch schlechter", sagt er.

Für Aurubis geht es um rund 7,2 Prozent abwärts. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hat Aurubis mit seinen Geschäftszahlen die Prognosen verfehlt.


Prognose von Pernod Ricard nicht so schlecht wie befürchtet

Trotz eines gesenkten Ausblicks geht es für Pernod Ricard um 2,3 Prozent nach oben. Wie von Analysten erwartet, begründet Pernod dies mit den Auswirkungen des Coronavirus auf das Geschäft in Asien. Am Markt war aber eine noch pessimistischere Einschätzung vorhergesagt worden.

Sehr gut sind die Geschäftszahlen des schweizerischen Versicherers Zurich Insurance ausgefallen. "Alle hauseigenen Ziele sind übertroffen werden", sagt ein Händler. Die Aktie gewinnt 0,8 Prozent.

Orange verteuern sich um 1,7 Prozent. Auf bereinigter Basis sind Gewinn und Umsatz zwar kaum gewachsen, besonders der spanische Markt entwickelte sich schwach. Positiv kommt aber unter anderem der Ausblick auf den freien Cashflow an.

Die Zahlen des Börsenbetreibers Euronext sind laut den Analysten der Deutschen Bank auf bereinigter Basis im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Allerdings trifft der Ausblick im Markt auf Missfallen, weil Euronext höhere Kosten als bislang erwartet. Für die Euronext-Aktie geht es um 0,9 Prozent nach unten.


Schneider will RIB Software übernehmen

Ein Kursfeuerwerk erlebt die Aktie von RIB Software, der Kurs schießt um 41,3 Prozent auf 29,14 Euro nach oben. Schneider Electric aus Frankreich bietet 29 Euro je RIB-Aktie. Die Schneider-Aktie verliert 0,6 Prozent. Angesichts der vergangenen Akquisitionen von Softwareunternehmen durch Industrieunternehmen sieht die Citigroup die Bewertungsmultiplikatoren beim Angebot von Schneider Electric für RIB Software als typisch. Die Analysten von Bryan Garnier gehen nicht von einem höheren Angebot von dritter Seite aus.

Erst kürzlich war mit Isra Vision für ein weiteres Unternehmen aus dem TecDAX ein Übernahmeangebot mit einem ähnlichen Aufschlag unterbreitet worden und zwar vom schwedischen Industriekonzern Atlas Copco.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.815,61 -1,01 -38,82 1,88
Stoxx-50 3.490,45 -0,85 -29,88 2,57
DAX 13.645,52 -0,76 -104,26 2,99
MDAX 29.044,00 -0,66 -194,36 2,58
TecDAX 3.247,11 -0,70 -22,89 7,70
SDAX 12.966,28 -0,18 -23,97 3,63
FTSE 7.432,40 -1,35 -101,97 -0,11
CAC 6.053,11 -0,85 -51,61 1,26

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,40 -0,02 -0,64
US-Zehnjahresrendite 1,59 -0,05 -1,09

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Mi, 17:58 % YTD
EUR/USD 1,0857 -0,14% 1,0877 1,0891 -3,2%
EUR/JPY 119,13 -0,46% 119,47 119,80 -2,3%
EUR/CHF 1,0625 -0,10% 1,0628 1,0640 -2,1%
EUR/GBP 0,8364 -0,30% 0,8393 0,8394 -1,2%
USD/JPY 109,73 -0,32% 109,84 110,00 +0,9%
GBP/USD 1,2981 +0,18% 1,2960 1,2975 -2,0%
USD/CNH (Offshore) 6,9882 +0,19% 6,9821 6,9732 +0,3%
Bitcoin
BTC/USD 10.108,51 -2,45% 10.440,50 10.376,00 +40,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,03 51,17 -0,3% -0,14 -16,0%
Brent/ICE 55,36 55,79 -0,8% -0,43 -15,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.573,15 1.565,90 +0,5% +7,25 +3,7%
Silber (Spot) 17,64 17,50 +0,8% +0,14 -1,2%
Platin (Spot) 964,90 963,25 +0,2% +1,65 -0,0%
Kupfer-Future 2,59 2,60 -0,2% -0,01 -7,2%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

February 13, 2020 07:07 ET ( 12:07 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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