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MÄRKTE EUROPA/Extrem nervöser Handel - SGL brechen ein

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte notieren am Donnerstagnachmittag etwas leichter. Die Nervosität der Marktteilnehmer ist an den Kursen abzulesen. Nach einem Start im Plus ging es beim DAX zwischenzeitlich um 250 Punkte nach unten. Dabei bewegten Nachrichten über die US-chinesischen Handelsbeziehungen, zum Brexit oder aber zur Zinspolitik der Europäischen Zentralbank die Kurse. Aber auch der kleine Verfall am Terminmarkt am Freitag könnte in die Abwärtsbewegung hinein für Momentum gesorgt haben.

Am Nachmittag minimierten die Aktien die Verluste, der Euro geriet leicht unter Druck. Den Auslöser lieferten die Aussagen von EZB-Ratsmitglied Olli Rehn: "Es ist wichtig, dass wir im September mit einem signifikanten und wirksamen Paket aufwarten", sagte Rehn dem Wall Street Journal. Mit Blick auf die Finanzmärkte wäre es besser, die Erwartungen zu übertreffen, als hinter ihnen zurückzubleiben, fügte er hinzu. Der DAX notiert nur noch 0,3 Prozent im Minus bei 11.466 Zählern, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,1 Prozent auf 3.285 nach unten. Der Euro fällt von 1,1140 Dollar auf 1,1115 Dollar zurück. Der Bund-Future notiert einmal mehr auf einem neuen Allzeithoch, die Rendite der zehnjährigen Anleihen liegt nun bei minus 0,68 Prozent. Gold hält sich stabil über der Marke von 1.500 Dollar.

Ein Blick auf die Industrierohstoffe wie wie auch Öl zeigt, dass hier ebenfalls eine Rezession in den Notierungen eingepreist wird. So fällt der Preis für ein Barrel der Sorte Brent um 2 Prozent auf 58,25 Dollar. Aluminium und Kupfer notieren jeweils ein halbes Prozent im Minus. An den Börsen gehören die Sektoren der Öl- wie auch die Minenwerte zu den größten Verlierern, sie geben um 1,3 und 1,4 Prozent nach.



Pfund reagiert mit Stärke


Am Devisenmarkt reagiert das Pfund mit Stärke auf den Versuch von Labour-Chef Jeremy Corbyn, parteiübergreifende Unterstützung für ein Misstrauensvotum gegen Premierminister Boris Johnson zu finden. Corbyn will Neuwahlen und zugleich ein neues Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU abhalten. An den Finanzmärkten scheint man dem Vorschlag trotz des leichten Anstiegs des Pfunds nur geringe Erfolgsaussichten zuzubilligen. "Warum sollte gerade er es schaffen, das zutiefst gespaltene Parlament hinter sich zu einen und endlich eine Mehrheit für eine gemeinsame Brexit-Gangart zu finden", fragt sich die Commerzbank.

Nach Zahlenausweis brechen Aegon um 7,2 Prozent ein. Das operative Ergebnis hat sich zwar besser als erwartet entwickelt. Die Citigroup stört sich allerdings an der Solvency-II-Ratio. Diese ist mit 197 Prozent gleich 7 Prozentpunkte unter der Konsensschätzung geblieben.

Vestas geraten mit ihrem Ausblick unter Druck. Der Hersteller von Windkraftanlagen rechnet nun nur noch mit einer EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent, bisher hatte er 8 bis 10 Prozent angepeilt. Der Kurs verliert 3,2 Prozent.

K+S legen nach dem Quartalsbericht um 2,2 Prozent zu. "Der Cashflow entwickelt sich gut", sagt ein Händler. Der bereinigte freie Cashflow soll 2019 - beim Mittelwert der Ergebnisbandbreite - mindestens 100 Millionen Euro betragen. Bisher war ein "positiver" Wert in Aussicht gestellt worden, nach einem Minus von 206 Millionen Euro 2018.

Nach einem starken ersten Halbjahr hebt die dänische Carlsberg den Ausblick an. Das Unternehmen erwartet nun das Plus im organischen operativen Gewinn im oberen einstelligen Bereich nach zuvor im mittleren. Das Unternehmen ist bekannt dafür, dass es zunächst einen konservativen Ausblick abgibt, um ihn im Laufe des Jahres zu erhöhen. Für die Aktie geht es um 4,7 Prozent nach oben.



SGL mit heftiger Gewinnwarnung


SGL Carbon brechen um 30 Prozent ein. Das Unternehmen sieht das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen nun um etwa 10 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 65 Millionen Euro. Bisher hatte das Unternehmen hier mit einer Stagnation gerechnet. Unter dem Strich dürfte sich ein Konzernverlust in Höhe eines hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrags ergeben statt des bisher angepeilten ausgeglichenen Ergebnisses. In der vergangenen Woche hatte der Konzern die bisherige Prognose noch bestätigt. Nun tritt Vorstandschef Jürgen Köhler zurück.

Leicht unter den Erwartungen liegen laut Marktteilnehmern die Halbjahresergebnisse von United Internet (minus 6,5 Prozent) und 1&1 Drillisch (minus 13,5 Prozent). Entsprechend wurden auch die Erwartungen für das Gesamtjahr leicht heruntergenommen: Drillisch sieht das EBITDA-Wachstum nun bei 8 statt bei 10 Prozent, United geht von einem Umsatz-Wachstum von 2 statt von 4 Prozent aus.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.287,44 -0,04 -1,26 9,53
Stoxx-50 3.035,44 0,00 0,07 9,98
DAX 11.440,33 -0,46 -52,33 8,35
MDAX 24.395,46 -1,07 -265,05 13,00
TecDAX 2.646,61 -1,86 -50,06 8,02
SDAX 10.186,43 -2,02 -210,37 7,12
FTSE 7.069,04 -1,10 -78,84 6,24
CAC 5.242,55 -0,17 -8,75 10,82

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,69 -0,03 -0,93
US-Zehnjahresrendite 1,57 -0,01 -1,11

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 07:43 Uhr Mi, 17:28 % YTD
EUR/USD 1,1098 -0,40% 1,1149 1,1143 -3,2%
EUR/JPY 117,88 +0,04% 118,08 117,90 -6,3%
EUR/CHF 1,0845 +0,02% 1,0854 1,0847 -3,7%
EUR/GBP 0,9159 -0,86% 0,9248 0,9235 +1,8%
USD/JPY 106,22 +0,44% 105,91 105,80 -3,1%
GBP/USD 1,2119 +0,48% 1,2055 1,2066 -5,1%
USD/CNY 7,0366 +0,17% 7,0292 7,0237 +2,3%
Bitcoin
BTC/USD 10.000,50 -1,67% 9.684,00 10.458,00 +168,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 54,84 55,23 -0,7% -0,39 +14,6%
Brent/ICE 58,49 59,48 -1,7% -0,99 +5,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.516,04 1.516,50 -0,0% -0,47 +18,2%
Silber (Spot) 17,22 17,22 -0,0% -0,00 +11,1%
Platin (Spot) 840,75 844,50 -0,4% -3,75 +5,6%
Kupfer-Future 2,60 2,59 +0,2% +0,01 -1,8%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

August 15, 2019 10:24 ET ( 14:24 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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