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MÄRKTE EUROPA/EZB stärkt den Euro und bremst die Börsen aus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Die Börsen in Europa schlossen am Donnerstag mehrheitlich im Minus. Einen Auslöser lieferte am Mittag die Veröffentlichung des Protokolls der Dezember-Sitzung der Europäischen Zentralbank. ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski vermutet, dass die Spannungen in dem Gremium heftiger waren, als EZB-Präsident Mario Draghi in seiner anschließenden Pressekonferenz habe glauben machen wollen. Die Rufe der Falken im Gremium werden lauter, an der Börse werden sie dahingehend interpretiert, dass das Ende der ultralockeren EZB-Geldpolitik schneller kommen könnte als bisher erwartet.

In der Folge schoss der Euro über einen halben Cent in die Höhe und notiert bei rund 1,2050 Dollar. Auf der anderen Seite kamen die Anleihen unter Druck, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg um 4 Basispunkte auf 0,52 Prozent.

Beides kam an der Börse nicht gut an, der DAX verlor 0,6 Prozent auf 13.203 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent auf 3.595 Punkte nach. Gegen den Trend ging es für die Börse in Mailand um 0,6 Prozent nach oben. Hier wurde positiv gewertet, dass knapp zwei Monate vor der Parlamentswahl in Italien die populistische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) ihre Haltung zum Euro geändert hat. Anstelle eines Referendums über einen Austritt aus der Gemeinschaftswährung trete die Partei nun für Änderungen der Eurozonen-Regeln ein, sagte Spitzenkandidat Luigi Di Maio.



EZB-Rat will geldpolitische Kommunikation anpassen


Die Diskussionen über eine Änderung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sind zuletzt offenbar lebhafter als bisher angenommen gewesen. Wie aus dem Protokoll der jüngsten Beratungen des EZB-Rats hervor geht, will das Gremium bereits "Anfang" 2018 über eine Anpassung seiner Kommunikation beraten, die einer tatsächlichen Änderung der Geldpolitik vorausgehen muss. Bisher waren Beobachter davon ausgegangen, dass ernsthafte Diskussionen erst später stattfinden würden. Die DZ-Bank rechnet trotz der lauteren Rufe der Falken mit einer neuerlichen Verminderung der Anleihekäufe, bis diese dann zum Jahresende beendet werden. Eine Leitzinsänderung bleibe für die EZB auf absehbare Zeit kein Thema



Covestro nach Platzierung in Richtung DAX unterwegs


In der zweiten Reihe standen Covestro im Blick, der Kurs schloss gut behauptet bei 88,52 Euro. Das ist erstaunlich angesichts einer neuerlichen Platzierung durch Bayer. 21 Millionen Aktien wurden zu 86,25 Euro je Stück verkauft, entsprechend einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Laut Händlern verlief die Platzierung sehr gut. Bayer hält nun noch 14,2 Prozent an Covestro. Übergeordnet steigt damit die Wahrscheinlichkeit auf eine Aufnahme von Covestro in den DAX als Ersatz für Prosieben.

Ein Blick auf die europäischen Sektor-Indizes zeigt, dass die Banken mit einem Plus von 0,3 Prozent erneut zu den Gewinnern gehörten. Sie profitierten von der aktuellen Neugestaltung der Zinslandschaft. Die Ölwerte legten im Schnitt um 0,5 Prozent zu, während das Barrel Brent kurzzeitig über der Marke von 70 Dollar notierte. Auf der anderen Seite standen die Immobilienwerte abermals unter Druck, so verloren Vonovia 2,5 Prozent.



Ausverkauf bei britischen Einzelhändlern


Zu den schwachen Sektoren in Europa gehörten die Einzelhändler, sie gaben im Schnitt um 1,4 Prozent nach. Hier belasteten vor allem die britischen Werte, so verloren Marks & Spencer 7 und Tesco 4,5 Prozent nach wenig überzeugenden Zwischenberichten. "Insgesamt hatte man nach der starken Weihnachtssaison und den übertriebenen Ängsten vor Verlusten an den Online-Handel doch etwas mehr erwartet", sagt ein Händler. So sei bei Marks & Spencer der Erfolg der Turnaround-Strategie noch immer unsicher, auch wenn die Zahlen leicht über den geringen Erwartungen lägen, urteilen die Analysten von Liberum.

Bei Tesco wurde unter anderem kritisiert, dass das Unternehmen lediglich mitteilt habe, die Ziele für das Geschäftsjahr 2018 erreichen zu wollen und man bei den Restrukturierungsbemühungen auf gutem Wege sei. Nach einem durchwachsenen Jahr 2017 kam der Ausblick des dänischen Schmuckkonzerns Pandora an der Börse nicht gut an, die Aktie verliert fast 11 Prozent. Richemont legten nach Vorlage von Zahlen 0,6 Prozent zu. "Das verbesserte Wachstum in Asien dürfte gut ankommen, andererseits sind die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt worden", sagte ein Händler.

Mit starken Geschäftszahlen zum zweiten Quartal habe Hella (plus 2 Prozent) die Erwartungen übertroffen, hieß es bei Hauck & Aufhäuser (H&A). Das Kerngeschäft habe von der Markteinführung neuer Produkte und der hohen Nachfrage nach innovativen Beleuchtungs- und Elektroniklösungen profitiert. Die Anlagestory werde dadurch weiter unterfüttert.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.595,24 -14,59 -0,4% +2,6%
. Stoxx-50 3.233,44 -12,96 -0,4% +1,8%
. Stoxx-600 397,25 -1,35 -0,3% +2,1%
Frankfurt XETRA-DAX 13.202,90 -78,44 -0,6% +2,2%
London FTSE-100 London 7.762,94 +14,43 +0,2% +0,8%
Paris CAC-40 Paris 5.488,55 -16,13 -0,3% +3,3%
Amsterdam AEX Amsterdam 558,89 -1,54 -0,3% +2,6%
Athen ATHEX-20 Athen 2.175,04 +26,61 +1,2% +4,4%
Brüssel BEL-20 Bruessel 4.155,31 -2,23 -0,1% +4,5%
Budapest BUX Budapest 39.772,75 +121,52 +0,3% +1,0%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.023,69 -9,47 -0,2% +2,7%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 140.122,85 +1391,91 +1,0% -0,6%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.036,62 -8,78 -0,8% +1,2%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.657,95 -13,69 -0,2% +4,8%
Madrid IBEX-35 Madrid 10.435,20 +6,90 +0,1% +3,9%
Mailand FTSE-MIB Mailand 23.305,26 +147,84 +0,6% +5,3%
Moskau RTS Moskau 1.248,75 +14,11 +1,1% +8,2%
Oslo OBX Oslo 766,33 -0,55 -0,1% +3,2%
Prag PX Prag 1.107,68 +5,95 +0,5% +2,7%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.630,29 +1,00 +0,1% +3,4%
Warschau WIG-20 Warschau 2.534,56 +23,29 +0,9% +3,0%
Wien ATX Wien 3.600,94 +4,80 +0,1% +5,3%
Zürich SMI Zuerich 9.503,85 -21,11 -0,2% +1,3%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:32 Mi, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,2034 +0,77% 1,1942 1,1971 +0,2%
EUR/JPY 133,97 +0,31% 133,56 133,39 -1,0%
EUR/CHF 1,1731 +0,13% 1,1716 1,1710 +0,2%
EUR/GBP 0,8889 +0,40% 0,8854 1,1292 -0,0%
USD/JPY 111,33 -0,45% 111,83 111,41 -1,2%
GBP/USD 1,3538 +0,37% 1,3488 1,3518 +0,2%
Bitcoin
BTC/USD 13.800,01 -4,50% 13.659,96 14.565,74 -3,93

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,54 63,57 +1,5% 0,97 +6,8%
Brent/ICE 69,74 69,20 +0,8% 0,54 +4,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.322,10 1.316,85 +0,4% +5,25 +1,5%
Silber (Spot) 17,00 16,98 +0,1% +0,03 +0,4%
Platin (Spot) 985,00 971,40 +1,4% +13,60 +6,0%
Kupfer-Future 3,22 3,22 -0,1% -0,00 -2,1%


DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

January 11, 2018 12:13 ET ( 17:13 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR ±0,00
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PKT +3,23
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PKT +3,46
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PKT +16,59
CAC 40 5.437,20 +0,56%
PKT +30,28
SMI 8.835,00 +0,32%
PKT +28,37
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PKT +41,25
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PKT +22,99
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PKT +22,17
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PKT +15,59
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PKT +22,84
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