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MÄRKTE EUROPA/GB-Wahl und Hoffen auf Handelsdeal sorgen für Jahreshochs

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Mit neuen Jahreshochs im Euro-Stoxx-50 und DAX reagieren die Börsen in Europa am Freitag auf den klaren Sieg der Konservativen bei der Wahl in Großbritannien. Zugleich wird an der Börse darauf gesetzt, dass im US-chinesischen Handelskonflikt keinen weiteren Zölle am Sonntag eingeführt werden. Damit steigt die Risikobereitschaft der Anleger, die Aktienmärkte sind die Profiteure.

Premierminister Boris Johnson wird zukünftig über eine deutliche absolute Mehrheit im Unterhaus verfügen. Damit ist ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU so gut wie sicher, wodurch ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte entfällt. Die anschließenden Handelsgespräche zwischen London und Brüssel dürften zwar nicht einfach werden, die daraus resultierenden Unsicherheiten sollten die Märkte aber zunächst nicht beschäftigen.

Berenberg geht zudem davon aus, dass die neue britische Regierung ein signifikantes Fiskalprogramm zur Wirtschaftsförderung starten wird. Der DAX legt um 1,3 Prozent zu auf 13.390 Punkte und hat bei 13.423 Punkten ein neues Jahreshoch markiert. Der Euro-Stoxx-50 legt um 1,4 Prozent zu auf 3.758 Punkte.


Hausse in Großbritannien

Der britische Aktienmarkt reagiert gespalten auf die Wahl. Der auslandsorientierte FTSE-100-Index zeigt sich 1,9 im Plus, während der von heimischen Unternehmen gebildete FTSE-250-Index um 4,3 Prozent nach oben klettert. "Anlass ist nicht nur die Klarheit beim Brexit, sondern das Labour verhindert wurde", sagt ein Händler. Diese hätten nahezu sozialistische Pläne für die britischen Unternehmen gehabt. Daher springen Finanzwerte wie Lloyds und Royal Bank of Scotland um bis zu 10 Prozent nach oben. Europas Banken-Index legt um knapp 3 Prozent zu.

Der größte Bauwert Großbritanniens, Persimmon, haussiert um 11 Prozent. Die internationalen Aktien werden vom Pfund ausgebremst, dass zum Dollar zwischenzeitlich deutlich zulegte und in der Spitze bis auf 1,3516 Dollar gestiegen ist. Allerdings hat die Devise einen Teil der Gewinne wieder abgegeben und liegt aktuell bei 1,3382 Dollar. TUI und Ryanair springen dennoch um rund 5 Prozent nach oben. Die britischen Pharmawerte wie Glaxo und Astrazeneca notieren im Minus, Nahrungsmittelhersteller wie Diageo geben um bis zu 0,5 Prozent nach.


Auch USA-China-Deal soll kommen

Daneben verdichten sich die Hinweise, dass China und die USA vor dem baldigen Abschluss eines Phase-1-Deals stehen. Ein Tweet von US-Präsident Donald Trump hatte die Kurse an der Wall Street schon am Vortag auf neue Rekordstände befördert. Man sei ganz nah dran an einem großem Deal mit China. Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen die USA in den Handelsgesprächen angeboten haben, Strafzölle auf chinesische Importe mit einem Volumen von 360 Milliarden Dollar um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.

Auch sollen keine neuen Zölle am Sonntag eingeführt werden. Im Gegenzug verlangen die USA von China jedoch feste Zusagen zum Kauf von Agrar- und anderen Produkten. Vorsichtige Marktteilnehmer weisen aber darauf hin, dass es bisher keine Reaktionen aus China dazu gibt.


"Risk On" auf breiter Front

Wie erwartet zeigen sich als Kursgewinner des "Risk-On" sämtliche export- und konjunktursensitiven Sektoren wie Rohstoff- und Stahlaktien sowie die Autotitel. Der Auto-Index im Stoxx-600 legt um 2 Prozent zu. Im DAX springen VW um 4,2 Prozent an, Daimler und BMW steigen um bis zu 2,3 Prozent. In Frankreich legen Renault und Peugeot um rund 3 Prozent zu.

Als Leidtragende erweisen sich umgekehrt alle defensiven Sektoren: Der Nahrungsmittel-Sektor notiert nur knapp im grünen Bereich. Der Bund-Futures der deutschen Anleihen hat seit dem Vortag bereits zwei volle Prozentpunkte verloren. Im DAX notieren defensive Aktien wie Beiersdorf 0,5 Prozent tiefer, Vonovia geben um 1,3 Prozent nach.


Henkel doppelt unter Druck

Unter Druck zeigen sich Henkel mit 3,6 Prozent Minus. Als defensive Aktie hätten sie ohnehin unter Umschichtungen gelitten, nun belastet auch noch ein überraschend schwacher Ausblick. Henkel geht für das kommende Jahr nur noch von einer Marge von 15 Prozent aus, während der Markt mit 16,2 Prozent gerechnet hatte. Die Analysten von Jefferies kommentieren, dies impliziere ein Profitabilitätsniveau, das noch unter dem aus dem Jahr 2013 liege. Henkel stellt für 2020 ein organisches Umsatzwachstum von null bis 2 Prozent in Aussicht, dem steht laut Jefferies aber eine Konsensschätzung von 1,8 Prozent entgegen.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.758,39 1,40 52,04 25,22
Stoxx-50 3.383,60 1,37 45,83 22,59
DAX 13.389,64 1,27 168,00 26,81
MDAX 27.833,33 1,17 321,34 28,93
TecDAX 3.063,84 0,78 23,78 25,05
SDAX 12.443,33 0,89 109,72 30,86
FTSE 7.409,77 1,87 136,30 8,11
CAC 5.955,90 1,22 71,64 25,90

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,25 0,02 -0,49
US-Zehnjahresrendite 1,89 0,00 -0,79

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:21 Uhr Do, 17:33 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1184 -0,00% 1,1167 1,1117 -2,5%
EUR/JPY 122,64 +0,15% 122,38 121,45 -2,5%
EUR/CHF 1,0995 -0,16% 1,1003 1,0964 -2,3%
EUR/GBP 0,8358 +0,66% 0,8311 0,8465 -7,1%
USD/JPY 109,65 +0,13% 109,60 109,26 +0,0%
GBP/USD 1,3382 -0,65% 1,3437 1,3135 +4,9%
USD/CNH (Offshore) 6,9752 +0,60% 6,9762 6,9798 +1,5%
Bitcoin
BTC/USD 7.205,01 +0,27% 7.219,01 7.189,26 +93,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,89 59,18 +1,2% 0,71 +23,5%
Brent/ICE 65,08 64,20 +1,4% 0,88 +17,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.472,08 1.468,70 +0,2% +3,38 +14,8%
Silber (Spot) 16,98 16,95 +0,2% +0,03 +9,6%
Platin (Spot) 940,00 944,50 -0,5% -4,50 +18,0%
Kupfer-Future 2,80 2,79 +0,5% +0,01 +5,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

December 13, 2019 06:27 ET ( 11:27 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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