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MÄRKTE EUROPA/Gewinnwarnungen verderben die Stimmung

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte drehen am Donnerstagmittag ins Minus. Auf der einen Seite setzen die Anleger entschieden auf die großen Notenbanken. Erst am Vortag hatten die als taubenhaft interpretierten Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell neue Argumente für die Optimisten unter den Anlegern geliefert. Auf der anderen Seite hinterlassen die jüngst schwachen Konjunkturdaten bereits Spuren in den Bilanzen der Unternehmen.

Am Vorabend nach Börsenschluss haben drei Unternehmen aus Deutschland eine Gewinnwarnung geliefert. Sie sind nicht die ersten, die auf die Absatzschwäche der Automobilindustrie oder aber auf die bereits zu spürenden Auswirkungen des US-chinesischen Handelskonfliktes verweisen. In den kommenden Wochen dürften weitere Unternehmen ihre Ausblicke senken - so argumentieren die Pessimisten an der Börse. Der DAX verliert am Donnerstagmittag 0,3 Prozent auf 12.333 Punkten, der Euro-Stoxx-50 notiert mit 3.501 Zählern knapp im Minus.



Gewinnwarnungen ernüchtern


Die Prognose gesenkt haben die Maschinenbauer Krones und Aumann sowie die Deutsche Beteiligungs AG. Krones brechen um 19 Prozent ein, Aumann um 18 Prozent und Deutsche Beteiligung verlieren 7 Prozent. Die Titel der Aumann-Mutter MBB stürzen um 7,5 Prozent ab. Die Gewinnwarnungen unterstreichen laut Händlern die vorsichtige Haltung gegenüber Zyklikern.

Sowohl Krones als auch Aumann leiden unter anderem darunter, dass Kunden ihre Aufträge auf später verschieben. Dies heißt, dass die geplanten Produktionskapazitäten nicht benötigt werden, und die beiden Maschinenbauer sind in Folge nicht ausgelastet. Wann sich dies ändert, bleibt ungewiss.

Südzucker geben nach Geschäftszahlen 3,4 Prozent nach. Der Zuckerproduzent hat im ersten Geschäftsquartal vor allem wegen eines Verlusts im Segment Zucker operativ signifikant weniger verdient und ist unterm Strich in die roten Zahlen gerutscht.

Fielmann geben knapp 4 Prozent ab. Der Zwischenbericht des Brillenanbieters falle nicht "nicht überzeugend" aus, sagt ein Marktteilnehmer. Allerdings dürften auch Fielmann von der Nachfrage nach Aktien mit einem stabilen Geschäftsmodell profitieren. Fielmann hatte Gewinn und Umsatz gesteigert und die Prognose bekräftigt.

Positive Schlagzeilen kommen derweil von Gerresheimer, der Kurs schnellt um 7,8 Prozent empor. Der operative Gewinn auf bereinigter EBITDA-Basis liegt über den Erwartungen. "Die bessere Margenentwicklung im zweiten Quartal sollte den Kurs stützen", so ein Händler.



Ölpreisrally stützt Sektorwerte


Ölaktien präsentieren sich fest, der europäische Sektorindex klettert um 1,1 Prozent und führt die Branchenindizes an. Grund ist der Anstieg der Ölpreise auf neue Siebenwochenhochs. Zum einen sind die Öllagerbestände in den USA viel stärker zurückgegangen als erwartet. Zum anderen treiben die Spannungen im Persischen Golf die Preise, nachdem iranische Streitkräfte laut Presseberichten einen britischen Tanker kapern wollten. Zudem hat die Wirbelsturmsaison im ölreichen Golf von Mexiko begonnen.

Fresenius Medical Care (FMC) legen um 2,2 Prozent zu. Berenberg bewertet die möglichen US-Gesetzesänderungen bei der Behandlung von Nierenerkrankungen im Endstadium als positiv für das Unternehmen. Jegliche Umsatzverluste in FMCs eigenem Geschäft dürften mehr als kompensiert werden durch vermehrte Heimdialyse sowie den Weg hin zu einem pauschalen Pro-Kopf-Zahlungsmodell für Medicare-Patienten nach dem "CKCC Global"-Modell, so die Analysten. Der Kurs der Mutter Fresenius steigt um 1,6 Prozent.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.500,88 -0,02 -0,64 16,64
Stoxx-50 3.205,04 0,04 1,26 16,12
DAX 12.344,00 -0,24 -29,41 16,91
MDAX 25.777,29 -0,17 -43,90 19,41
TecDAX 2.897,03 -0,22 -6,51 18,24
SDAX 11.071,96 -1,26 -141,34 16,43
FTSE 7.521,67 -0,12 -9,02 11,93
CAC 5.569,35 0,03 1,77 17,73

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,28 0,02 -0,52
US-Zehnjahresrendite 2,06 0,00 -0,62

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:30 Uhr Mi, 17.23 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1274 +0,17% 1,1268 1,1248 -1,7%
EUR/JPY 121,90 -0,09% 121,71 122,00 -3,1%
EUR/CHF 1,1114 -0,19% 1,1122 1,1133 -1,3%
EUR/GBP 0,8977 -0,26% 0,8995 0,9002 -0,3%
USD/JPY 108,13 -0,26% 108,02 108,46 -1,4%
GBP/USD 1,2558 +0,43% 1,2526 1,2497 -1,6%
Bitcoin
BTC/USD 11.336,81 -4,96% 11.391,75 12.364,00 +204,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 60,74 60,43 +0,5% 0,31 +27,6%
Brent/ICE 67,38 67,01 +0,6% 0,37 +22,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.421,27 1.418,90 +0,2% +2,37 +10,8%
Silber (Spot) 15,27 15,25 +0,2% +0,02 -1,4%
Platin (Spot) 831,51 827,00 +0,5% +4,51 +4,4%
Kupfer-Future 2,70 2,70 +0,1% +0,00 +2,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

July 11, 2019 06:53 ET ( 10:53 GMT)

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EUR ±0,00
TOTAL 46,57 +0,69%
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LUKOIL ORD 88,68 +5,28%
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