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MÄRKTE EUROPA/Gute US-Daten stützen nicht - Sicherheit gefragt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Mit Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte den letzten Handelstag der Woche beendet. Auch mehrheitlich überzeugende US-Konjunkturdaten konnten die Märkte nicht stützen, denn diese wurden von den geopolitischen Sorgen belastet. Gesucht waren vor diesem Hintergrund die "sicheren Häfen" Gold und Anleihen.

So stieg der Preis für das Edelmetall auf ein Jahreshoch und die deutsche Zehnjahresrendite fiel mit minus 0,27 Prozent im Verlauf sogar auf ein neues Rekordtief. Grund sind die zahlreichen politischen Krisen und die diversen Handelskonflikte. Die Krisen schüren aber auch die Zinssenkungsfantasie. Für das Juli-Treffen der US-Notenbank wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei 88 Prozent gesehen, für das Treffen in der kommenden Woche immerhin bei 30 Prozent.

Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 12.096 Punkte, nach einem Tagestief bei 12.050 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent auf 3.379 Punkte nach unten, auch wegen schwacher Daten aus China. Dort ist das Wachstum der Industrieproduktion mit 5 Prozent im Mai niedriger ausgefallen als geschätzt.

Der US-Einzelhandelsumsatz lag nur knapp unter der Erwartung des Marktes, die Industrieproduktion sowie Kapazitätsauslastung übertrafen diese leicht. Auch der Index der US-Verbraucherstimmung fiel besser als vom Markt prognostiziert aus.

Die guten Daten dürften die US-Notenbank in der kommenden Woche allerdings nicht davon abrücken lassen, Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf in Aussicht zu stellen, hieß es im Handel. Druck auf die Fed kommt von der seit geraumer Zeit inversen US-Zinskurve, auch der US-Arbeitsmarkt scheint die besten Zeiten hinter sich zu haben.



Broadcom zieht Halbleiteraktien nach unten


Unter Druck standen Halbleiteraktien und zyklische Rohstoffwerte. Der Stoxx-Subindex Technologie fiel um 1,8 Prozent. Grund war ein schwacher Zwischenbericht von Broadcom. Der US-Chiphersteller hat seinen Umsatzausblick deutlich gesenkt und will auch weniger investieren. Ein Grund dafür ist, dass die USA heimischen Konzernen den Handel mit Huawei verboten haben. In Europa fielen Infineon um 5,3 Prozent, für Dialog ging es um 2,5 Prozent nach unten, Aixtron verloren 3,1 Prozent, ASML 2,3 Prozent und STMicro 3,2 Prozent.

Für den Stahlsektor gab es Störfeuer aus China. Das chinesische Handelsministerium hat seine Anti-Dumpingzölle auf Stahlrohre aus den USA und der EU verlängert und kräftig erhöht auf 57,9 bis 147,8 Prozent. China hatte die Zölle 2014 in Höhe von 13 bis 14 Prozent auf diese Produkte erhoben, am 10. Mai waren sie abgelaufen. Salzgitter verloren 2,3 Prozent, Thyssenkrupp 2,5 Prozent, Arcelormittal fielen um 2,4 Prozent und Outokumpu um 4,7 Prozent.

Renault gewannen 0,2 Prozent, während der Autosektor um 0,9 Prozent nachgab. Die Aktie wurde gestützt von der Nachricht, dass der Autokonzern ein Aktienrückkaufprogramm über 3,55 Milliarden Euro aufgelegt hat. Nach einer Gewinnwarnung ging es für die Aktie des Reifenherstellers Nokian um 1,1 Prozent nach unten. Die Probleme im Automobilsektor seien hinlänglich bekannt und Vieles sei bereits eingepreist, sagte ein Händler.

VW standen mit Details des Börsengangs der Lkw-Tochter Traton im Blick, auch wenn dies für die Kursfindung keine größere Bedeutung hatte. Am 28. Juni soll es soweit sein. VW will dabei selbst bis zu 1,9 Milliarden Euro erlösen und bietet dazu bis zu 57,5 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 27 bis 33 Euro an. VW gaben mit dem Sektor um 1,1 Prozent nach.

BASF verloren 1,9 Prozent. Das Chemieunternehmen baut wegen der schwächelnden Autokonjunktur im Geschäft mit Lacken in Münster 200 Stellen ab. FMC zogen nach Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms um 0,7 Prozent an.

Bechtle brachen nach zurückhaltenden Aussagen von CEO Thomas Olemotz im Interview mit Bloomberg um 12,6 Prozent ein. Das organische Wachstumstempo des ersten Quartals werde das Unternehmen konjunkturbedingt im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich nicht halten können.



Bei Ado geht das Top-Management


Fraport verloren 0,5 Prozent. Grund waren neue Verkehrszahlen, die nach Meinung mehrerer Teilnehmer enttäuschend ausgefallen sind. Der Anstieg der Passagierzahlen um 1,4 Prozent zeige eine deutlich nachlassende Aufwärtsdynamik. Daneben deute die überkaufte kurzfristige Situation auf ein hohes Risiko von Gewinnmitnahmen in der Aktie hin.

Ado Properties fielen um 2,7 Prozent. "Der Abgang des Top-Managements schürt Unsicherheit", sagte ein Händler. Bei der Immobiliengesellschaft scheidet praktisch die komplette Führungsspitze aus, wie sie am Vorabend mitteilte. Daneben blieb die Stimmung im Sektor wegen der Enteignungsdebatte angeschlagen.

In der dritten Reihe gewannen Allgeier 6,1 Prozent. "Die Kapitalerhöhung ist sehr gut gelaufen, die neuen Aktien waren stark gefragt", kommentierte ein Marktteilnehmer eine am Vorabend im Schnellverfahren durchgeführte Kapitalerhöhung des IT- und Personaldienstleisters. Allgeier fließen dadurch knapp 24 Millionen Euro zu.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.379,19 -11,31 -0,3% +12,6%
. Stoxx-50 3.129,82 -10,34 -0,3% +13,4%
. Stoxx-600 378,81 -1,52 -0,4% +12,2%
Frankfurt XETRA-DAX 12.096,40 -72,65 -0,6% +14,6%
London FTSE-100 London 7.346,04 -22,53 -0,3% +9,5%
Paris CAC-40 Paris 5.367,62 -8,01 -0,1% +13,5%
Amsterdam AEX Amsterdam 553,24 -2,61 -0,5% +13,4%
Athen ATHEX-20 Athen 2.148,69 -13,25 -0,6% +33,6%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.463,71 -28,44 -0,8% +6,8%
Budapest BUX Budapest 40.588,18 +118,38 +0,3% +3,7%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 3.901,02 -35,15 -0,9% +5,9%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 113.508,69 +372,35 +0,3% -0,7%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.011,02 -9,02 -0,9% +13,4%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.194,08 -63,73 -1,2% +8,4%
Madrid IBEX-35 Madrid 9.194,20 -52,90 -0,6% +7,7%
Mailand FTSE-MIB Mailand 20.612,45 -18,30 -0,1% +11,7%
Moskau RTS Moskau 1.343,98 -3,00 -0,2% +26,1%
Oslo OBX Oslo 798,20 +3,70 +0,5% +8,0%
Prag PX Prag 1.051,46 +0,58 +0,1% +6,6%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.589,60 -8,52 -0,5% +12,8%
Warschau WIG-20 Warschau 2.286,46 -13,74 -0,6% +0,4%
Wien ATX Wien 2.940,35 -8,98 -0,3% +7,4%
Zürich SMI Zuerich 9.847,61 -14,22 -0,1% +16,8%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 10:00 Do, 17:02 % YTD
EUR/USD 1,1215 -0,55% 1,1286 1,1272 -2,2%
EUR/JPY 121,62 -0,49% 122,10 122,31 -3,3%
EUR/CHF 1,1206 -0,04% 1,1213 1,1213 -0,5%
EUR/GBP 0,8903 +0,08% 0,8909 0,8887 -1,1%
USD/JPY 108,45 +0,07% 108,20 108,49 -1,1%
GBP/USD 1,2596 -0,63% 1,2667 1,2685 -1,3%
Bitcoin
BTC/USD 8.428,00 +1,37% 8.265,25 8.165,75 +126,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,78 52,28 +1,0% 0,50 +11,6%
Brent/ICE 62,08 61,31 +1,3% 0,77 +12,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.349,78 1.342,35 +0,6% +7,43 +5,2%
Silber (Spot) 14,92 14,95 -0,2% -0,03 -3,8%
Platin (Spot) 806,75 812,00 -0,6% -5,25 +1,3%
Kupfer-Future 2,64 2,66 -0,6% -0,02 -0,1%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

END) Dow Jones Newswires

June 14, 2019 12:08 ET ( 16:08 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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